S-Bahn Berlin

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Die S-Bahn Berlin wird mit Gleichspannung aus einer seitlich angebrachten Stromschiene betrieben. Sie ist die erste Stadtschnellbahn, die als S-Bahn bezeichnet wurde.

Insgesamt wurden für die S-Bahn, „Stadtschnellbahn“, von den 1920er Jahren bis heute zehn Baureihen entwickelt. Bereits mit der zweiten Baureihe (ET 168 - Oranienburg) wurde das ab 1925 bis heute bei allen Fahrzeugen beibehaltene Viertelzug-Prinzip eingeführt. Ein Viertelzug (kurz: Viertel) ist die kleinste Fahrzeugeinheit aus zwei Wagen. Der Name geht auf die Zugstärke des Vollzugs von vier Vierteln (16 Wagen) zurück, dementsprechend der Halbzug aus zwei Vierteln und der Dreiviertelzug aus drei Vierteln.

Die Streckenführung kombiniert Tunnel- und Hochstrecken. Über weite Entfernungen entstanden die für das Stadtbild typischen weiten Tröge, in denen die Gleise unter Straßenniveau geführt werden. Zum Teil werden darin die Fernbahngleise parallel geführt. Die Straßen queren auf Brücken diese künstlichen Täler. Zum Ende des Jahres 1943 hatte das Berliner S-Bahn-Netz eine Länge von 294,8 Kilometern erreicht.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zu der Besonderheit, dass die Deutsche Reichsbahn (DR, Sitz in der SBZ/DDR) das Betriebsrecht für das gesamte Berliner Streckennetz hatte. Das Bahngelände auch in den Westsektoren war exterritorial. Das Personal, auch wenn es in den Westsektoren wohnte, war bei der DR in der DDR angestellt. Bis zum Bau der Mauer 1961 waren rund 335 Kilometer S-Bahn-Streecken in Betrieb genommen worden. Am 9. Januar 1984 übernahm die (westliche) BVG im Auftrag des Senats den Betrieb des inzwischen stark heruntergekommenen Streckennetzes in West-Berlin. Nach dem Mauerfall 1989 gab es eine weitgehende Wiederinbetriebnahme des durchgehenden S-Bahn-Netzes in ganz Berlin. Der so genannte Geisterbahnhof Oranienburger Straße der Nord-Süd-Bahn wurde wiedereröffnet. Am 1. September 1990 folgten die beiden Geisterbahnhöfe Nordbahnhof und Unter den Linden (heute: Brandenburger Tor) und der Bahnhof Potsdamer Platz wurde am 1. März 1992 wieder für den Personenverkehr eröffnet.

Inhaltsverzeichnis

Betriebsenergie

1926 wurde die „Große Elektrisierung“ der Stadt-, Ringbahnen und Vorortbahnen beschlossen. Bis 1928 wurden zunächst die Stadtbahn und der Südring elektrifiziert. Am 15. Mai 1929 endete die Ära der mit Dampfloks bespannten Züge auf der Stadt- und Ringbahn. Bis zu diesem Zeitpunkt waren rund 220 Kilometer der Strecken auf elektrischen Betrieb umgestellt worden.

Zugnormen, Bahnsteige

In dem Zeitraum von 1924 bis 1929 wurden 93 Bahnsteige auf 96 Zentimeter erhöht. Dies entsprach der Fußbodenhöhe der neuen S-Bahnwagen.

Neubau

Seit der Wiedervereinigung gab es Überlegungen, die seit 1961 oder 1980 nicht mehr benutzten Strecken wieder aufzubauen und das Netz durch einige Neubaustrecken zu ergänzen. Viele dieser Planungen wurden wieder aufgegeben.

Für den künftigen Flughafen Berlin Brandenburg in Schönefeld im Süden von Berlin wird die S-Bahn-Strecke vom derzeitigen Endpunkt Flughafen Berlin-Schönefeld über einen großen Bogen zum neuen Terminal verlängert. Die neue Strecke wird die Bahnhöfe Waßmannsdorf und Flughafen Berlin Brandenburg umfassen und eine Länge von rund 7,8 Kilometern besitzen.

Im Jahr 2007 begann die lange verschobene Sanierung des Bahnhofs Ostkreuz im laufenden Betrieb. Der Bahnhof Ostkreuz ist mit neun Linien (vier auf der Stadtbahn und fünf auf der Ringbahn) einer der am stärksten frequentierten Bahnhöfe im gesamten Netz.

Eine zweite Nord-Süd-Bahn mit dem Planungsnamen S21 soll die nördliche Ringbahn über den Hauptbahnhof, den Bahnhof Potsdamer Platz und die Wannseebahn mit der südlichen Ringbahn verbinden.

In Zukunft sollen die eingleisigen Strecken nach Hennigsdorf, Teltow Stadt, Strausberg Nord und Potsdam abschnittsweise zweigleisig ausgebaut werden.

Der Absatz Vorbild basiert auf dem Artikel S-Bahn_Berlin aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und wurde für die Modellbau-Wiki stark verkürzt. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Baureihen

Ehemalige Baureihen

Baureihe ET 125 (ET 166, 276, 277, 477/877)

Die Baureihe ET 125, die unter der Bezeichnung Bankierszüge bekannt ist, wurde in den Jahren 1934 bis 1938 in einer Anzahl von 18 Viertelzügen gebaut. Sie war für die Express-S-Bahn-Strecke Potsdamer Wannseebahnhof – Zehlendorf vorgesehen und auf eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h ausgelegt. Optisch entsprach sie weitgehend der Baureihe ET 167. Diese Züge wurden mehrfach umgebaut und waren bis 2003 im Einsatz. 1949 wurde die Baureihe ET 125 an die Baureihe ET 166 angepasst und es erfolgte eine Einreihung als ET 166 035 bis 052. Im Jahr 1970 wurden die Wagen in die Baureihe 276 umgezeichnet. Danach gelangten diese Wagen in die Rekonstruktion und wurden in die Baureihe 277 (DR) bzw. Baureihe 477/877 (DB AG) integriert.

Baureihe ET 165 (275, 475/875)

Mit der sogenannten „Großen Elektrisierung“ in der zweiten Hälfe der 1920er Jahre stieg der Bedarf an Fahrzeugen stark an. Es wurde die Baureihe 165 konstruiert, die als Bauart Stadtbahn bekannt ist. Die Züge wurden zwischen 1927 bis 1932 in mehreren Baulosen geliefert. Mit insgesamt 638 Viertelzügen war es die größte je hergestellte Baureihe. Züge dieser Baureihe waren nach mehreren Umbauten und Modernisierungen bis 1997 regulär im Einsatz. Die Baureihe ET 165 wurde ab 1970 als Baureihe 275 (DR) und ab 1991/92 als Baureihe 475/875 (DB AG) bezeichnet.

Baureihe ET 166 (276, 277, 477/877)

Im Jahr 1936 fanden in Berlin die Olympischen Spiele statt. Da dabei mit einem höheren Verkehrsaufkommen zu rechnen war, wurden 34 Viertelzüge der Baureihe ET 166 geliefert, die als Bauart Olympia bekannt wurden. Optisch glichen diese Züge weitgehend denen der ET 167. Auch diese Baureihe wurde nach mehreren Umbauten noch viele Jahre eingesetzt. Die Ausmusterung der letzten Züge erfolgte 2000. Nach 1980 wurden die Wagen der Baureihe ET 166, inzwischen als Baureihe 276 geführt, im Zuge der Rekonstruktion in die Baureihe 277 (DR), später Baureihe 477/877 (DB AG) eingeordnet.

Baureihe ET 167 (277, 477/877)

Nach Streckennetzerweiterungen wurden in der zweiten Hälfte der 1930er Jahre weitere Fahrzeuge benötigt. Geplant waren 283 Viertelzüge der Baureihe ET 167, die ab 1938 geliefert wurden. Durch Kriegseinwirkungen zogen sich die Lieferungen bis 1944 hin. Auch diese Baureihe wurde in den folgenden Jahren umgebaut und modernisiert. Züge dieser Baureihe waren bis 2003 im Einsatz. Die Züge dieser Baureihe wurden zusammen mit denen der Baureihen ET 125 und ET 166 im Volksmund als Rundköpfe bezeichnet. Die Baureihe ET 167 wurde ab 1970 als Baureihe 277 (DR) und ab 1991/92 als Baureihe 477/877 (DB AG) bezeichnet.

Baureihe ET 168

Die, als Typ Oranienburg benannte Baureihe ET 168, wurde ab 1925 für die neue Nordstrecke hergestellt. Mit ihr wurde erstmals das Viertelzug-Prinzip eingeführt. Von dieser Baureihe wurden 50 Viertelzüge hergestellt. Diese Baureihe wurde in den frühen 1960er Jahren ausgemustert.

Baureihe ET 169

Mit dieser Baureihe wurde am 8. August 1924 der S-Bahn-Betrieb von Berlin nach Bernau aufgenommen. Die Züge wiesen eine für Berlin besondere Wagenanordnung auf. Sie bestanden aus zwei Triebwagen und drei eingestellten zweiachsigen Beiwagen. Von dieser Bauart wurden 17 Einheiten hergestellt. Nach Umbauten waren diese Züge bis 1962 im Einsatz. Einige wurden als Basis für den Umbau in U-Bahn-Züge genutzt.

Baureihe ET 170

Bei dem Zug der Baureihe ET 170 handelte es sich um einen Versuchszug, der ab 1959 zum Einsatz kam. Er besaß einige Neuerungen, die erst mit der Baureihe 481 wieder bei der Berliner S-Bahn aufgenommen wurden. Ein Halbzug war bei dieser Baureihe die betrieblich kleinste Einheit und durchgängig begehbar. Es wurden zwei Halbzüge gebaut. Da sie mit einigen technischen Mängeln behaftet waren, wurden sie Mitte der 1960er Jahre abgestellt und 1974 verschrottet. Auf Grund ihrer blau/weißen Lackierung wurde diese Baureihe im Volksmund als Blaues Wunder bezeichnet.

Baureihe 276.1 (476/876)

Die Baureihe 276.1 der DR (ab 1992 Baureihe 476/876 der DB AG) ist eine Serie von umgebauten Fahrzeugen der Baureihe 275. Das aus insgesamt 188 Viertelzügen bestehende Umbauprogramm dauerte von 1979 bis 1989 an. Die letzten Fahrzeuge der Gattung wurden im Jahr 2000 ausgemustert.

Aktuelle Baureihen

Baureihe 480

Nachdem die BVG am 9. Januar 1984 den Betrieb der S-Bahn in West-Berlin übernommen hatte, war die Beschaffung von neuen Fahrzeugen dringend nötig. In einer ersten Lieferserie wurden in den Jahren 1986 und 1987 45 Doppel-Triebwagen (Viertelzüge) von dieser Bauart bestellt. Eine zweite Lieferung erfolgte in den Jahren 1990 bis 1994 mit 40 Doppel-Triebwagen. Eine Besonderheit der Baureihe 480 ist, dass sich an beiden Enden des Viertelzuges ein Führerstand befindet.

Baureihe 481, 482

Diese Baureihe ist die erste, die von der 1995 gegründeten S-Bahn Berlin GmbH bestellt wurde. Sie ist die gegenwärtig modernste Baureihe. Von ihr wurden in den Jahren 1996 bis 2004 insgesamt 500 Doppel-Triebwagen (Viertelzüge) geliefert. Dabei sind ein Triebwagen mit Führerstand (Baureihe 481) und ein Triebwagen mit einem Rangierführerstand (Baureihe 482) durch einen Übergang verbunden. 2003 wurden versuchsweise drei Prototypen bestellt, bei denen vier Wagen eines Halbzugs durchgängig begehbar sind. Diese Züge besitzen an jedem Ende einen Triebwagen mit Führerstand, dazwischen zwei Triebwagen ohne Führerstand.

Baureihe 485/885 (270)

Auch die Deutsche Reichsbahn war in den 1980er Jahren gezwungen, den stark überalterten Bestand an Fahrzeugen durch Neubaufahrzeuge zu ersetzen. So wurden in den Jahren 1987 und 1990 bis 1992 insgesamt 170 Viertelzüge dieser Baureihe bestellt, die bei der DR die Bezeichnung Baureihe 270 getragen haben. Bei dieser Baureihe besteht ein Viertelzug aus einem Triebwagen mit Führerstand (Baureihe 485) und einem Beiwagen (Baureihe 885). Im Jahr 2003 hat die S-Bahn Berlin mit der Ausmusterung der Baureihe 485 begonnen.

Baureihe 488/888

Das Fahrzeug der Baureihe 488/888 (Panorama-S-Bahn) ist ein Einzelstück. Der Zug besteht aus zwei Triebwagen und einem Beiwagen dazwischen. Er entstand durch Umbau aus alten Wagen der ET 167. Dieser Zug wird nicht im normalen Liniendienst eingesetzt. Die S-Bahn bietet mit ihm Stadtrundfahrten an, und er kann privat angemietet werden.


Modellzüge

Spur H0

Betriebsnr. Farbe Hersteller Artikel-Nr. Bauzeit Strom/Dec. Bemerkungen Bild
3206 / 5150 rot/beige Rivarossi HR2043 2007- GS/Dig.8pol. DRG ET165 Rivarossi HR2043.jpg
ET 165 / ES165 rot/beige/blau Lima 149833 -1999- GS DRG ET165 Lima149833.jpg
ET 165 / ES165 rot/beige Lima 149861 -1999- GS DR (DDR) ET165 Lima149861.jpg
275 343-2 / 275 233-5 rot/beige Märklin 3128 1991-1994 WS BVG (Berliner Verkehrs Gesellschaft)
S-Bahn Viertelzug
475 / 875 rot/beige Lima 149841
159841
189841
179841
-1999- GS
GS/Dig.
WS
WS/Dig.
DB ET475 Lima149841.jpg
476 / 876 grün Lima 149732
159732
189732
179732
-1999- GS
GS/Dig.
WS
WS/Dig.
BVG
Werbung 'Knorr'
ET476 Lima149732.jpg
476 / 876 rot/beige Lima 149842
159842
189842
179842
-1999- GS
GS/Dig.
WS
WS/Dig.
BVG ET476 Lima149842.jpg
480 rot/beige Lemke H305000
H305010
H305001
H305011
-2018- GS
GS unmot.
WS/Dig.
WS unmot.
DR Hobbytrain br 480 305000.jpg
480 rot/beige Lemke H305100
H305110
H305101
H305111
-2018- GS
GS unmot.
WS/Dig.
WS unmot.
S-Bahn Berlin (DB) Hobbytrain br 480 305100.jpg
481 / 482 rot/beige Halling 1002078
1002007
1002021
GS
WS
WS/Dig.
S-Bahn Berlin (DB) Halling S-Bahn Berlin BR 481 H0.JPG

Spur N

Betriebsnr. Farbe Hersteller Artikel-Nr. Bauzeit Bemerkungen Bild
6121 / 3662 rot/beige/blau Arnold 0189
5525001
1996
1997-2002
DRG
S-Bahn Viertelzug
Museumsausführung 1987
ET165 Ar5525001.jpg
ET 165 471 / EB 165 471 rot/beige Arnold 0190
5525002
1996
1997-2002
DR (DDR)
S-Bahn Viertelzug
ET165 Ar5525002.jpg
275 223-6 / 275 224-4 rot/beige Arnold 0191 1996-2002 BVG (Berliner Verkehrs Gesellschaft)
S-Bahn Viertelzug
475 104-6 / 875 104-2 rot/beige Arnold 0193
5525003
1999
1997-2002
DR (DDR)
S-Bahn Viertelzug
475 122-8 / 875 122-4 rot/beige Arnold 0194
5525004
1999-2002
1997-2002
DR (DDR)
S-Bahn Viertelzug
ohne Antrieb


Siehe auch, Weblinks