Märklin GmbH

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Die Gebr. Märklin & Cie GmbH ist ein Spielzeughersteller im schwäbischen Göppingen. Märklin begann im Jahre 1859 mit der Fabrikation von Puppenküchen und ist heute vor allem für seine Modelleisenbahnen bekannt.

Durch eine wechselhafte Firmengeschichte, besonders in den Anfangsjahren, setzte sich in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts die Modelleisenbahn, nach Vorstellung der Tischeisenbahn in der Spurweite 00, als wichtigstes Produkt für Märklin durch. Bis dato spurweiten- bzw. größenbedingt vornehmlich an Weihnachten als Teppichbahn aufgebaut, konnte eine Modelleisenbahn nun auch ganzjährig auf wesentlich geringerer Fläche betrieben werden. Die Bezeichnung "00" für den Maßstab 1:87 änderte man 1950 in "Halbnull", mit der bis heute genutzten Abkürzung "H0". Durch den rasanten Anstieg der Absatzzahlen von Modelleisenbahnen in den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde Märklin zu einem der größten Anbieter von Modelleisenbahnen.

Märklin-Güterzug H0
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Märklin-Güterzug H0
Inhaltsverzeichnis

Märklin als Sammlerobjekt

Da Märklin einer der ältesten Hersteller von Modelleisenbahnen und anderem Spielzeug ist, hat sich eine große Gemeinde von Sammlern gebildet, die Spielzeug von Märklin sammelt. Einzelne Objekte, insbesondere Lokomotiven der Vorkriegszeit mit Farbgebungen der Auslands-Lieferungen, erzielen auf Auktionen zum Teil Preise von mehreren 10.000 Euro. Auf dem Büchermarkt gibt es unzählige Fachkataloge, die den aktuellen Marktwert der Modelle einzuordnen versuchen. Bekanntester und anerkannter Katalog ist der sogenannte "Koll".

Der Jahreskatalog

Wichtigstes Utensil für Sammler und Modellbahnfreunde ist der jährlich erscheinende Märklin-Hauptkatalog, welcher das aktuelle Sortiment des Herstellers enthält. Auch für alte Vorkriegs-Exemplare dieses Produktkatalogs werden auf Auktionen und Sammlermärkten sehr hohe Preise erzielt.

Spur 1

Darüber hinaus bietet Märklin nach langen Jahren der Unterbrechung wieder ein Sortiment in der Spur I an (Neuanfang im Jahre 1967).

Spur H0

Den größten Anteil am Sortiment und am Umsatz hat die Spur H0 (Maßstab 1:87, gesprochen "Ha Null", diese Abkürzung steht für Halb Null), die Märklin im Jahre 1935 ungefähr zeitgleich mit Trix einführte; diese Spurweite ist heute weltweit am weitesten verbreitet. In Deutschland bewegt sich der Marktanteil von Märklin bei 50%.

Mittelleiter-Wechselstrom

Während alle anderen Hersteller einheitlich ein Gleichstromsystem anbieten, bei denen die beiden isolierten Schienen als Leiter eingesetzt werden, verwendet Märklin ein Wechselstromsystem, bei dem in Schienenmitte Punktkontakte eingelassen sind. Die Stromabnahme von diesem isolierten Mittelleiter erfolgt über den charakteristischen Schleifer auf der Unterseite der Fahrzeuge. Das System wird oft fälschlicherweise als „Dreileiter-Wechselstrom-System“ bezeichnet, aus technischer Sicht ist aber die Bezeichnung „Mittelleiter-Wechselstromsystem“ korrekt, da beide Schienen elektrisch miteinander verbunden sind und somit einen gemeinsamen Leiter, sprich die Masse, bilden. Der Vorteil des Systems ist eine symmetrische Stromzuführung, die auch solche Gleisfiguren problemlos möglich macht, die bei Zweileiter-Systemen aufgrund der asymmetrischen Stromzuführung nur mit speziellen Schaltungen machbar wären.

Die Gleistypen wurden während der Jahrzehnte selten geändert; es gab immer Übergangsgleise von einem älteren auf das jeweils neuere System (siehe Bild).
Märklin-Schienen H0; v.l.n.r.: Ur-Version, M-Gleis mit durchgehendem Mittelleiter, M-Gleis mit Punktkontakten, K-Gleis, C-Gleis
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Märklin-Schienen H0; v.l.n.r.: Ur-Version, M-Gleis mit durchgehendem Mittelleiter, M-Gleis mit Punktkontakten, K-Gleis, C-Gleis

Mittlerweile bieten auch andere Gleichstromhersteller, wie z.B. Roco vereinzelt Wechselstrommodelle an.

Gleistypologie

Den größten Sprung in der Gleiskonstruktion wurde durch Einführung des C-Gleises in der Spurweite H0 erreicht, welches als erstes Gleis von Märklin sehr detailgetreu ist. Das C-Gleis wurde aus dem sogenannten "Gleis 2000" der erfolglosen Alpha-Kinderproduktlinie (von 1988 bis 1996) weiterentwickelt. Das C-Gleis wird seit Ende der neunziger Jahre angeboten. Mit dem Katalog 2000/2001 wurde das Metallgleis ("M-Gleis") aus dem Sortiment genommen.

Spur N

Unter dem Markennamen MiniTRIX bietet die Märklin-Tochter TRIX auch Gleichstrommodelle der Spur N an.

Spur Z

Märklin führte mit der im Maßstab 1:220 ausgeführten Spur Z im Jahre 1972 die kleinste in Serie produzierte Modelleisenbahn unter dem Markennamen "Miniclub" ein.


Digitale Steuerung

Märklin benutzt seit 1984 das proprietäre Märklin-Motorola Digitalsystem, das anfänglich wenig funktional war und sonst nur von wenigen anderen Herstellern unterstützt wird. Märklin bietet als einfachen Einstieg in die digitale Modellbahn das sog. DELTA-System für ein Mehrzugsystem auf der Modellbahnanlage seit 1992 an.

Seit dem Jahre 2004 gibt es Märklin Systems, welches die Weiterentwicklung des Digitalsystems von 1984 darstellt. Die Technik ist größtenteils mit dem alten System kompatibel. Mit dem neuen System melden sich Loks, die einen so genannten mfx (Multifunktions) Decoder besitzen, automatisch bei der Steuereinheit (Mobile bzw. Central Station) an, und es gibt statt maximal 5 nun maximal 16 schaltbare Funktionen pro Decoder. Weiterhin wurden die Fahrstufen von 14 auf 128 erweitert.

Markennamen

ANTEX

Unter dem Markennamen "ANTEX" verkaufte Märklin von 1964 bis 1968 in den Niederlanden Zugpackungen.

PRIMEX

Von 1969 bis 1992 verkaufte Märklin unter der Zweit-Marke "PRIMEX" abgewandelte oder stark vereinfachte Modellbahnprodukte aus eigener Produktion, welche aber voll kompatibel zum Märklin H0-Wechselstromsystem sind. Mit der Marke PRIMEX sollte das durch den klassischen Spielwareneinzelhandel nicht erreichbare Kundensegment der Modellbahneinsteiger abgedeckt werden. Vornehmlich fanden sich die PRIMEX-Produkte in Supermärkten und Kaufhäusern. Abgestimmt auf diese Vertriebsschiene, die sonst keine Modellbahnartikel im Angebot führte, wurde Primex als komplett ausgebautes Vollsortiment mit Gleismaterial, Fahrgeräten und einer großen Palette an Zubehörteilen wie Gebäuden, Figuren, Straßenfahrzeugen oder Material zur Landschaftsgestaltung, angeboten. Das Gleismaterial entsprach dem klassischen M-Gleis von Märklin und war mit diesem voll kompatibel, jedoch farblich vereinfacht. Auffallend war die orangefarbene Verpackung mit weißem Aufdruck. Der Markenname führt sich auf eine Bügelkupplung zurück, welche im Märklinkatalog 1967 und 1968 erwähnt wird. Bis heute ist der Markenname "PRIMEX" durch Märklin geschützt. Die letzte unter diesem Markennamen veröffentlichte Lokomotive ist eine Dampflok 023 033-4 der DB, welche im Jahr 2000 zur Aufrechterhaltung der Markenrechte und anläßlich des 50. Geburtstags dieser Dampflok als Modell wieder aufgelegt wurde.

HOBBY-Programm

Um auch das nicht so kaufkräftige Kundensegment und Modellbahneinsteiger nicht aus den Augen zu verlieren, setzt Märklin seit 1991 auf das "HOBBY" genannte Märklinproduktprogramm. Durch den immer stärker werdenden Konkurrenzdruck hat Märklin im Jahr 2005 das erste Mal eine Startzugpackung mit Lok, Wagen, Schienenoval und Transformator bei bundesdeutschen Discount-Supermärkten angeboten.

MINEX

Eine fast unbekannte Marke von Märklin ist sog. Märklin-MINEX-Bahn. Von 1970 bis 1972 wurde unter dieser Marke eine Schmalspurbahn im Maßstab 1:45 angeboten. Diese lief auf dem vorhandenen H0-Gleismaterial. Der Name leitet sich von einem Vorkriegs-Metallbaukasten mit Aluminium-Elementen der Fa. Märklin ab. Der Name wurde außerdem 1976 für eine Variante des Baukastensystems Märklin-plus genutzt.

HAMO

1966 präsentierte Märklin die ersten Gleichstrom-Lokmodelle aus eigenem Hause unter dem Markennamen HAMO. Hier setzte auch Märklin auf das Zweischienen-Gleichstromsystem. Seit 1997 wird die Marke HAMO nicht mehr genutzt. Der Markenname stammte von einer bis 1963 eigenständigen Firma aus Nürnberg, die von Märklin aufgekauft wurde, als der vorherige Besitzer sich daraus zurückzog.

TRIX

Am 1. Januar 1997 übernahm Märklin die Firma Trix aus Nürnberg mit den Sortimenten Trix Express (H0 3-Leiter DC), Trix International (H0 2-Leiter DC), Minitrix (N) sowie dem Trix Metallbaukasten.

Andere Produkte

Märklin SPRINT

1934 begann Märklin mit der Produktion einer den damaligen Verkehrsverhältnissen entsprechenden Spielzeugautobahn. Dabei kamen spurgeführte Autos mit elektrischem Antrieb zum Einsatz. Aufgrund mangelnder Spielmöglichkeiten und harter Konkurrenz stellte man die Produktion 1938 schon wieder ein. 1967 griff man bei Märklin diese Idee mit der Rennbahn Märklin Sprint wieder auf, natürlich an die damalige Zeit angepasst. Diese konnte sich jedoch nicht gegen die Konkurrenz der Carrera Autorennbahn durchsetzen. 1982 wurde die Produktion erneut und endgültig eingestellt.

Metallbaukästen

Der Märklin-Metallbaukasten war über lange Jahre ein weiteres wirtschaftliches Standbein und von Bedeutung für die deutsche Spielzeuggeschichte. Ehemals ein Lizenzprodukt der Firma Meccano, nahm Märklin 1919 die Produktion mit anderen Farben auf, nachdem es 1915 die im 1. Weltkrieg eingezogenen Markenrechte erworben hatte. Die Produktion dieser Metallbaukästen wurde von Märklin anfangs der 2000er Jahre nach fast 90-jähriger Produktionsdauer eingestellt. 2005 brachte Märklin jedoch noch einmal einen Märklin-Metallbaukasten in Form eines riesigen Baggers heraus, um den Beginn des Märklin-Metallbaukastens vor 90 Jahren zu feiern.

In jüngster Zeit machte Märklin nicht nur durch Innovationen auf dem Modellbahnsektor auf sich aufmerksam. In der Nacht zum 18. Januar 2005 wurde in das firmeneigene Märklin-Museum eingebrochen. Entwendet wurden die Exponate der historischen Spur 1 sowie alle ausgestellten Fahrzeuge der Spur 0 und die Schiffe von vor 1910, Dampfmaschinen und unersetzliche Prototypen der Spur 00 (H0). Das älteste Fahrzeug des Museums, die erste Lokomotive von 1891, ist ebenfalls gestohlen worden. Der Schaden belief sich auf über 1 Mio. Euro. Die Kriminalpolizei konnte den Fall bereits im März 2005 aufklären, und die Exponate sind seit Mai 2005 wieder in der Ausstellung zu sehen.

Märklin Insiderclub

Ab 1994 bietet Märklin für seine Kunden auch einen hauseigenen Club an, den Märklin-Insiderclub. Mitglieder dieses Clubs erhalten gegen einen Jahresbeitrag ein Abonement der Hauszeitschrift Märklin-Magazin, die speziell für Mitglieder herausgegebenen Insider-News, einen Gutschein für den Jahreskatalog, sowie einen speziellen Jahreswagen, ein speziell für die Clubmitglieder produziertes Güterwagenmodell. Zusätzlich können Märklin-Insider noch eine jährlich nur für Clubmitglieder angebotene Lokomotive erwerben.

Im Gegensatz zu den klassischen Modellbahnclubs ist dies jedoch weder ein echter Verein, noch werden von den Mitgliedern gemeinsame Ziele wie der Bau einer Anlage verfolgt. Zwar entstanden verschiedene Treffen, die sich als Märklin Insider-Stammtisch bezeichnen - doch wurden diese von Mitgliedern privat, ohne die Mitarbeit der Fa. Märklin, ins Leben gerufen.

Das Ziel, den Mitgliedern einen Informationsvorsprung zu verschaffen, konnte jedoch nur bedingt erfüllt werden, da mit der raschen Verbreitung des Internets sich dort zahlreiche Webforen zum Thema Modellbahn bildeten, wo man die gleichen Informationen oft schneller und zudem kostenlos bekam. Zwar bot Märklin zeitweise ein eigenes, nur für Clubmitglieder zugängliches Webforum an, doch hat sich dieses nicht bewährt und wurde wieder eingestellt. Zudem orderten einige Händler mit überzähligen Bestellscheinen die Insiderloks auch für den freien Verkauf.

Siehe auch

Literatur

Koll´s Preis-Katalog, Verlag Joachim Koll, Bad Homburg v.d.H., ISBN 3-922164-42-0

Weblink

Hinweis

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Märklin (http://de.wikipedia.org/wiki/Märklin) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia (http://de.wikipedia.org/) und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation (http://www.gnu.org/licenses/fdl.txt). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren (http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Märklin&action=history) verfügbar.

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