Mikromodell (Schiffe)

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Moderne immer kleinere und leistungsfähigere Technik macht in jüngster Zeit kleine und kleinste Schiffsmodelle möglich, die schon in einem kleinen Biotop fahren können und auf größeren Teichen das Gefühl vom großen weiten Meer aufkommen lassen.


Fahren in maßstäblicher Umgebung: Schiffe der  auf Besuch im
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Fahren in maßstäblicher Umgebung: Schiffe der IG Mikromodell auf Besuch im MiWula


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Vor allem Plastikbausätze von Schiffen werden häufig zu ferngesteuerten Mikromodellen umgebaut. Das geht im Allgemeinen relativ problemlos. Es gibt aber auch Modelle, die zu klein und zu schwer sind, um mit Fernsteuerung ausgerüstet noch schwimmfähig zu sein, Schiffe mit hohen und schweren Aufbauten (z.B. Gewässerschutzschiff Neuwerk (Cuxhaven)) können zu kopflastig sein, um aufrecht zu schwimmen. Kleine (leichtere) Selbstbaurümpfe können z.B. aus dünnem ABS tiefgezogen werden.

Vor- und Nachteile von Mikromodellen aus Plastikbausätzen

Die Arctic Corsair von Revell eignet sich mit 130 Gramm Zuladung hervorragend zum Ausbau mit RC
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Die Arctic Corsair von Revell eignet sich mit 130 Gramm Zuladung hervorragend zum Ausbau mit RC

Vorteile

  • günstig zu bekommen
  • sehr große Auswahl
  • meist sehr gute Vorbildtreue und Detailierung
  • einfach und platzsparend zu lagern

Nachteile

  • "ruhige" Hand zum Bauen notwendig
  • unrealistisches Wellenbild
  • schlecht seetauglich (Abdichtungsproblem)
  • kleinere Auswahl an Elektronik und Zubehör

Beispiele

Schlepper Bugsier 19 (1:87)
Seenotkreuzer Hermann Marwede (1:72)

Technische und physikalische Voraussetzungen

Gewicht

Bei Schiffsmodellen ist vor allem das Gewicht das Wesentliche, ein Schiff das tiefer im Wasser liegt als das Vorbild, wirkt unproportioniert. Außerdem wird das Freibord noch kleiner als es, bedingt durch die Schiffsgröße, ohnehin schon ist. Den gleichen Eindruck erweckt auch ein zu leichtes Modell.

Um das anzustrebende Gesamtgewicht zu berechnen, findet sich eine einfache Formel unter Maßstab und weitere Informationen unter Verdrängung.

Akkutechnologien

Je leichter die Akkutechnologie desto leichter kann man bauen, bzw desto mehr Akkukapazität kann man einbauen. Das ist wichtig für eine ausreichende Fahrzeit des Modells

Es ist ziemlich klar, dass die leichteste (und leider teuerste) Technologie mit Abstand Lipoly ist. Für diese benötigt man allerdings spezielle Ladegeräte.

Motortechnologien

  • Kleinstmotoren mit Stator(Kollektor) und Draht/Blechbürsten
    Elektromotoren im Größenvergleich
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    Elektromotoren im Größenvergleich
  • Motoren mit Stator(Kollektor) und gefederten Kohlen
  • Brushless Motoren ohne Stator(Kollektor)
  • Schrittmotoren
  • Glockenankermotoren

Die Kleinstmotoren mit Blechbürsten sind mit Abstand die billigsten (z.B 17g, 3V um 2,50 Euro), sind aber in der Belastung stark begrenzt (max ca 2 A), sie werden aber häufig in Ultralight Fertigmodellen eingesetzt. Weiterer Nachteil ist die begrenzte Lebensdauer auch bei mäßiger Belastung. Bei starker Belastung halten sie nur wenige Stunden. Es gibt auch sehr hochwertige Motoren mit fein aufgefächerten Bürsten und Entstörung im Motor ab Werk. Diese kosten aber leicht das 5-fache.

Besser halten natürlich Motoren mit Kohlen, diese sind deutlich teurer und nicht unter einer bestimmten Grö0e erhältlich.

Extrem belastbar und langlebig sind Brushless Motoren. Diese brauchen aber einen eigenen Regler, der das Drehfeld erzeugt und haben ihren Preis. Die kleinsten haben derzeit ein Gewicht von 8 Gramm. Es besteht die Möglichkeit, den Motor eines optischen Laufwerkes mit viel Aufwand (neu wickeln, neu lagern) zu einem billigen kleinen Brushlessmotor umzubauen.

Fernsteuertechnologien

Es gibt Empfänger bis zu 2 Gramm leicht, Servos bis u 2,8 Gramm und Fahrtregler mit bis zu 0,5 Gramm. Klarerweise gibt es starke
5-Kanalempfänger mit 3,5 Gramm und 500 m Reichweite.
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5-Kanalempfänger mit 3,5 Gramm und 500 m Reichweite.
Einschränkungen in der Belastbarkeit. Durch die naturgemäß kleineren Hebelwirkungen ist das aber in den meisten Fällen kein Problem. (Ein 0,5 Gramm Motor braucht z.B nie die 0,5 A die ein 0,5 Gramm Motoregler kann - da sind die mikroskopisch kleinen Blechbürsten längst verglüht.)



Physikalische Grenzprobleme

Die Medien Luft und Wasser, in denen Modelle bewegt werden, ändern ihre Dichte nicht durch den Maßstab. Deshalb schäumt das Wasser nicht genauso wie beim Original. Um ein ähnliches Wellenbild zu erreichen muß ein Schiff schneller fahren als es einer Maßstäblich verkürzten Strecke entsprechen würde.


Ein Schiff im Maßstab 1:87 an Hafenanlagen vorbeifährt wird bei Maßstäblicher Geschwindigkeit nach Froude 10-fach zu schnell wirken. Nach Froude dürfte es, wenn das Vorbild 20 km/h fuhr noch 2 km/h fahren. Wenn man die 20 km die das Original in einer Stunde zurücklegen würde durch 87 teilt erhält man eine ganz andere Geschwindigkeit: 20 km durch 87 ergeben nur 0,2 km, also dürfte das Modell nur 0,2 km/h fahren.

Mikromodell mit 29 cm Länge in Gleitfahrt
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Mikromodell mit 29 cm Länge in Gleitfahrt


Das macht bei Verdrängerschiffen wie Frachtern nicht viel aus, bei Gleitbooten umso mehr: Ein Gleitboot dürfte nur 1/10 so schnell im Verhältnis zur Landschaft fahren wie es bräuchte um ins Gleiten zu kommen. Das geht niemals. Gleitboote in Maßstäblicher Umgebung wie dem Skandinavienteil im MiWula werden wohl Utopie bleiben... (Es würde im Gleiten aussehen wie ein Boot, das mit 400 km/h durch die Fjorde unterwegs ist!)


Das Flächen / Gewichtsverhältnis verschiebt sich ebenfalls beim Verkleinern des Maßstabes, was bei Schiffsmodellen dazu führt, dass die Ruderfläche üblicherweise vergrößert werden muss und das Volumen (Gewicht) des Modells schneller kleiner wird als die zu erstellende Rumpffläche.


Weblinks

'Persönliche Werkzeuge