Miniatur-Wunderland

Aus Modellbau-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wunderland-logo-rgb-1024x797.jpg

Das Miniatur Wunderland (kurz auch MiWuLa) in Hamburg ist die größte Modelleisenbahnanlage der Welt und komplett digital gesteuert. Die Anlage befindet sich in zwei Etagen der Hamburger Speicherstadt. Baubeginn war im Dezember 2000. Eröffnet für den Publikums-Verkehr hat die Anlage am 16. Aug. 2001.

Zu den Besonderheiten gehören ein simulierter Tag-/Nachtablauf alle 15 Minuten, in dem es dämmert, Nacht und wieder Tag wird. Die Lichter gehen bei der Dämmerung einzeln vom Computer gesteuert an. Es gibt drei einmalige Car-Systems (im Abschnitt Knuffingen, USA und Skandinavien), wo Autoverkehr simuliert wird.

Über rund 200 Druckknöpfe können große und kleine BesucherInnen kleine und teils spektakuläre Vorgänge auf der Anlage auslösen: Beispielsweise einen Bergwerkszug starten, Windräder drehen sich, in der AOL-Arena fällt das nächste Tor, ein Space Shuttle startet und ähnliches. Der Besucher erhält so das Gefühl, eingebunden zu sein, ohne in die Modell-Fahrpläne"" einzugreifen oder etwas kaputtzumachen.

Das Ziel der Hamburger Betreiber, die größte Modelleisenbahn der Welt zu bauen, ist mit der Eröffnung des Bauabschnitts "Skandinavien" im Juli 2005 erreicht worden.

Die momentane Anlagenfläche des MiWuLa von etwa 1.499 m² soll im Endausbau 2000 m² betragen, die derzeitige Ausstellungfläche beträgt bereits ca. 4000 m². Mit Ausnahme der Schmalspurbahnen (H0e) wird ausschließlich in der Nenngröße H0 - also im Maßstab 1:87 - gebaut.

Am 14. August 2019 brach das Miniatur Wunderland seinen eigenen Weltrekord: Mit einer Gleislänge von insgesamt 15.715 m wurde es als größte Modellbahn der Welt ins Guinness-Buch der Rekorde eingetragen. Gleichzeitig erfolgte der Titel-Eintrag als "maßstabsübergreifend weltgrößte Modelleisenbahn". Das bedeutet, das die Streckenlänge von 1.367,21 Kilometern (auf 1:1, also "Echtlänge" umgerechnet) von niemand anderem je erreicht wurde.

Blick ins Miniatur Wunderland

Inhaltsverzeichnis

Modellbauabschnitte

(in zeitlicher Reihenfolge)

  1. Die ersten Drei:
    1. Mitteldeutschland (vormals als Harz entstanden)
    2. Knuffingen (Stadt mit richtigem Straßenverkehr)
    3. Österreich
  2. Hamburg und Küste
  3. Amerika (auch mit Straßenverkehr)
  4. Skandinavien (mit Straßen- und Schiffsverkehr)
  5. Schweiz (eröffnet am 12. November 2007)
  6. Knuffingen Airport" (eröffnet am 04. Mai 2011 um 11.20 Uhr)
  7. Italien
  8. Venedig
  9. Monaco & Provence (in Bau; Aug. 2019)
  10. Kirmes (in Bau; Aug. 2019)
  11. Süd-Amerika (in Planung/in Bau; Aug. 2019)

Die Steuerung

Leitstelle der Anlagen

Gefahren wird mit RailWare, einer Software, welche die 930 Züge selbstständig und zufällig über die Anlage mit einer Gleislänge von 15.715 Meter fahren lässt (d.h. es müssen keine festen Schrittketten eingegeben werden). Der Leitstand (Foto rechts) umfasst 46 Computer und zahlreiche Monitore. Von den 4 Arbeitsplätzen aus lässt sich jeder Monitor oder Computer bedienen. Die dort vorhandene Technik stammt aus der Servertechnik. Die Erkennung der Züge läuft über Rückmelder, die in den Schienen eingelassen sind.

Ein amerikanischer Besucher fand eine gute Beschreibung für den Leitstand. Er schrieb ins Gästebuch:

"Look's like somthing from the NASA" ("Sieht aus wie etwas von der NASA").

Weiteres zur Technik h i e r, z. B. wie wird Sound vom großen Vorbild in das kleine Modell transportiert? Töne, die sich teilweise massiv unterscheiden, werden im Wunderland an verschiedensten Stellen eingesetzt. So musste zum Beispel für fahrende Feuerwehrautos ein anderes System entwickelt werden, als es an der Atze-Schröder-Bühne benutzt wird. Insgesamt werden drei Systeme benutzt, die dort vorgestellt werden. Oder G. Dauscher erklärt Eigenheiten des Wunderländer Modellbaus.

Die Autos, das Car-System und das Straßennetz

In den Abschnitten Knuffingen, USA, Skandinavien und Flughafen fahren nicht nur Züge sondern auch Autos ferngesteuert. Wie von Geisterhand bewegen sich die kleinen Vehikel über die Straßen. Sie halten brav an Ampeln, hoppeln über Kopfsteinpflaster oder düsen über die Autobahn. Die Technik basiert auf dem Car-System von der Firma Faller. D.h. ein feiner Metalldraht ist in der Straße eingelassen und ein kleiner Magnet an der beweglichen Vorderachse der Wagen folgt diesem. In den Autos sitzt ein kleiner Motor, ein Akku und ein Mikroprozessor, welcher sämtliche Abläufe steuert.

In allen Autos sind auch mehrere Lichter eingebaut worden (In den US-amerikanischen Feuerwehrfahrzeugen sogar bis zu 65 Stück!) um blinken zu können oder während des Nachtbetriebes die Frontscheinwerfer/Rückleuchten usw. anzuschalten.

Ein fast schon berühmtes Automodell ist der CocaCola Weihnachtstruck, der mit ganz vielen LEDs die Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Das Herz der Auto-Anlage ist ein Schattenbahnhof zur Aufnahme von bis zu 250 Fahrzeugen, welcher sich in Knuffingen am linken Ende der am hinteren Rand sichtbaren Autobahn befindet.

Am rechten Ende der Autobahn befindet sich ein kleiner “Wende-Schattenparkplatz”, damit ein Fahrzeug erst nach Durchlaufen einer Warteschlange wieder auf der Gegenfahrbahn der Autobahn in die Stadt zurückfährt. Der Wendeparkplatz dient des weiteren zur Aufnahme von 10 dort fest stationierten und abrufbaren Fahrzeugen (die kommen bei Pseudobränden zum Einsatz in der Stadt dazu).

Der Nachtbetrieb / die Beleuchtung

Las Vegas bei Nacht

Auf der gesamten Anlage sind sage und schreibe über 389.000 (!) Lämpchen eingebaut worden. Jedes der Lämpchen ist einzeln ansteuerbar (man kann sich vorstellen, wie viel Arbeit das war, alle einzeln zu verkabeln!) und erleuchtet auf Befehl eines der dafür zuständigen Rechner ein Fenster, eine Hausfront, ein Stück Park usw. Es gibt 4 Computer (so genannte Lichtrechner) , die nur für die Steuerung der Lampen zuständig sind. Allein im Amerika-Abschnitt in der Modell-Stadt Las Vegas sind über 33.000 Lämpchen verbaut worden.

Beim Nachtbetrieb wird es Stück für Stück dunkler. Dafür sorgt das computergesteuerte Lichtsystem (MiwuLight). Die LED-Leuchten gehen sanft vom "Tageslicht" in eine blaue "Abenddämmerung" über. Nach 5 Minuten "Nacht" kündigt dann eine rötliche "Morgendämmerung" den nächsten "Tag" an. Im Verlauf der Dämmerung gehen überall Lichter an. Parks werden beleuchtet, Fenster erhellen sich, Autos schalten ihre Scheinwerfern an. Besonders spannend wird es, wenn mitten in der Nacht ein (nachgespieltes, duch LED's realistisch wiedergebenes) Feuer ausbricht. Dann sehen die Feuerwehrwagen noch spektakulärer aus.

Adresse

  • Miniatur Wunderland Hamburg GmbH
  • Kehrwieder, Block D
  • 20457 Hamburg
  • nächste U-Bahn: U3: Baumwall
  • Telefon: +49 - 40 - 300680–0

Besucherinformationen

Besucherinformationen des Miniatur Wunderlandes um Wartezeiten zu umgehen. Die gibt es für die Hamburger Touristenattraktion für die ganze Familie und die meistbesuchte Dauerausstellung Norddeutschlands. (bescheiden: neben dem bisschen Hamburger Hafen)

Eingang

Der Eingang ist direkt rechts vom Hamburg Dungeon. Dort führen nur noch einige wenige Stufen hinauf zum neuen Eingangsportal im Erdgeschoss – natürlich ist an dieser Stelle auch ein Rollstuhl-Lift installiert. Ein Aufzug bringt die Besucher von hier aus in den 2. Stocks. Wer noch gut zu Fuß ist, gelangt auch über das Treppenhaus zum Wunderland-Eingang.

Geschichte

Die Geschichte des Miniatur Wunderlands

Am Anfang steht ein Stadtbummel in Zürich.
2019 feierte das Miniatur Wunderland sein achtzehnjähriges Bestehen. Heute kommen im Schnitt über eine Million Besucher jährlich - mehr als zu jeder anderen Sehenswürdigkeit der Hansestadt.

Anfänge (2000 bis 2004)

Am 12. Juli 2000 besuchte Frederik Braun Zürich. Zusammen mit Freunden ging er durch entlegene Gassen der Zürcher Innenstadt auf Shoppingtour, das heißt, andere shoppten, während Freddy sich eher langweilte. Da stieß Freddy auf einen Modellbahnshop, der seine Kindheitserinnerungen wachrief. In den darauf folgenden Stunden reifte in ihm die Idee, seinen vergessen geglaubten Kindheitstraum wahr werden zu lassen. Er rief seinen Zwillingsbruder in Hamburg an und sagte: "Weißt Du, was wir machen? Wir bauen die größte Modelleisenbahn der Welt." Bruder Gerrit handelte sofort: Er ließ die aktuelle Temperatur in Zürich feststellen (27 ° C) und konstatierte "Sonnenstich!" Aber ab da nahm die Geschichte ihren Lauf.

Schnell war klar, dass zur Finanzierung eine 7stellige Summe aufgenommen werden müsste. Die Brauns wurden bei der HaSpa vorstellig. Dort wünschte man einen Business-Plan zu sehen. Brauns konnten immerhin 2 DIN-A4-Seiten vorweisen. Der HaSpa-Mitarbeiter meinte: "Normalerweise ist ein Business-Plan soo dick (deutet etwa 2 Zoll mit Daumen und Zeigefinger an). Da reiße ich dann das ganze Blabla raus und guck mir die Zahlen an. Aber lassen Sie mal sehen!" Und irgendwie gelang es dem Herrn von der HaSpa, den Kredit durchzudrücken, der von anderen Instituten rundweg abgelehnt worden wäre. Es konnte losgehen. [1]

Bis August 2001 stampfte man mit einer bunt zusammengewürfelten Crew die ersten drei Abschnitte aus dem (Speicher-)Boden, am 16. 8. 2001 war feierliche Eröffnung. Der Besucherandrang war - überschaubar. Rund 200 Besucher fanden den Weg in den Block D am Kehrwieder. "Da hätte ich mich am liebsten eingeschlossen und geheult", erinnert sich Frederik. Aber schon bald kamen - nein, strömten! - die Besucher nach Tausenden zählend. Und man baute weiter, mehr Leute wurden eingestellt, neue Kredite aufgenommen ...

Noch 2001 beginenn die Arbeiten zum Abschnitt "Hamburg und Küste". Kaum ein Modellanlagenbauer, der nicht mal daran gedacht hätte, sein eigenes Heim im Modell darzustellen. Im MiWuLa begnügt man sich nicht mit einem Haus oder dem Block D in der Speicherstadt. Nein, es muss gleich die ganze Vaterstadt nachgebaut werden. In der "Urversion" liegt das Wattenmeer noch unmittelbar vor dem Eiingang zu Hagenbecks. In der Nähe entsteht ein (nach heutigen Maßstäben) kleiner und völlig unspektakulärer Flughafen. Am 27. November 2002 wird "Hamburg" eröffnet. Und an Weihnachten 2002 erblickt das Modellbau & Modelleisenbahn-Forum das Licht der Bildschirme. Bis heute sind dort von (zeitweise über) 15.000 Mitgliedern insgesamt 299.743 Beiträge zu 28.162 Themen rund ums MiWuLa und den Modellbau versammelt worden. [2]

Im Januar 2003 wird der "Amerika"-Abschnitt in Angriff genommen. Auf die Nachbildung von Manhattan wird bewusst verzichtet, man will den Gast ja nicht von Wolkenkratzern erschlagen lassen (also, durch den Anblick, meinte ich). Stattdessen setzt man auf Everglades, Grand Canyon und die Rocky Mountains, und diese wiederum geschickt und dramatisch in Szene. Am 8. 12. 2003 leuchtete fast jede sechste LED im Wunderland alleine in der Wüstenmetropole Las Vegas: 33.000 von (bis dahin) 200.000. Auch das erste MFM (MiWuLa-Forumanen-Meeting) findet bereits 2003 statt.

Januar 2004: Der 1.000.000ste Gast wird im MiWuLa begrüßt. Im April bereits leigt das erste funktionsfähige Schiff auf dem Stapel in der MiWuLa-Werft. Und da wird es noch eine Weile liegen bleiben. Das Wasserbecken im "Skandinavien"-Abschnitt muss erst noch gebaut werden. Damit beginnt man am 16. August, also am 3. Geburtstag. Zwei Monate später. genauer: am 19. Oktober, gibt es einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde. (Nein, sie sind noch nicht die "Größte Modelleisenbahn der Welt". Dann hätten sie ja da aufhören können.) Vielmehr gelang es, den "Längsten Modellzug der Welt" fahren zu lassen. Über eine Strecke von 231 Metern zogen 4 Lokomotiven 584 Güterwagen (Gesamtlänge 103,59 m). [3]

Es wird enger (2005 bis 2009)

Im Februar 2005 wird schon der 2.000.000ste Gast begrüßt. Und das Echtwasserbecken im "Skandinavien"-Abschnitt wird testweise erstmals befüllt. Und es hält! 30.000 Liter Wasser. Die eingebaute "Not-Entleerung", die 30 cbm Wasser schlagartig aus dem 4. Boden in den Fleet entlässt, wurde m. W. noch nie im Ernstfall benutzt. "Skandinavien kann am 13. 7. 2005 eröffnet werden. Am 5. 9. 2005 Verliert das MiWuLa den Weltrekord von 2004. Aber das entmutigt keinen. Im Gegenteil: Im Oktober 2005 beginnen die Bauarbeiten zum Abschnitt "Schweiz". 25 Monate harter Arbeit liegen vor den MiWuLanern. Am 6. April 2006 gelingt der Durchbruch: Der Bau der Schweiz eröffnet den Erbauern des MiWuLa Neuland - im doppelten Sinne. Um das geplante Matterhorn mit fast 6 Metern Gipfelhöhe überhaupt bauen zu können, ist der übliche Speicherboden nicht hoch genug. Also wird kurzerhand die Zwischendecke herausgesägt, so dass die Ausstellung fortan auch im 3. Boden des Speicherhauses weitergebaut werden kann. Im übertragenen Sinne war der durchbrochene Fußboden ebenfalls ein Gebiet, dass die MiWuLanern noch nie betreten hatten. Die Anwendung einiger, bisher nicht praktizierter Zerspanungstechniken wie Pressluft-Meißeln, Unterzug-Sägen und Trennfugen-Schneiden brachte folgendes Ergebnis: 3 verschlissene Fugenschneider-Sägeblätter (Ø 1.200 mm ), 63,5 Tonnen Bauschutt (gewogen und entsorgt) + 1 Tonne Staub (geschätzt), verteilt über die angrenzende Anlage. [4]. Am 20. 12. 2006 fährt ein erster Testzug durch die Schweiz.

"Berlin 1949". Gerade werden Linien aufgemalt, die den Grenzverlauf markieren

Das Jahr 2007 beginnt wohltätig. In der "Schweiz" wird Bauland versteigert. Insgesamt werden an Erlösen 29.853,11 € an wohltätige Organisationen überwiesen. Man stellt fest, dass ein Quadratmeter "Tessin" mit 154.340 €zum teuersten Bauland der Welt gerechnet werden kann. Der 4.000.000ste Gast trifft am 13. 6. ein und 14 Tage später wird die MiWuLa-Website relaunched. Am 12. November 2007 schließlich kann die "Schweiz" eröffnet werden. Sie besteht jetzt, unter anderem, aus etwa 4,5 Tonnen Gips und 11 Tonnen Stahl-Unterbau. [5]

In 2008 wurde mal kein neuer Bauabschnitt fertiggestellt. Gelangweilt hat man sich trotzdem nicht. Die JET-Tankstelle in Knuffingen wird ins offizielle Verzeichnis des Lieferanten aufgenommen - und von dort mit den echten, aktuellen Preisen fernversorgt. Neben vielen Renovierungs- und Ausbesserungsarbeiten, sind die Modellbauer bis zum 30. 9. 2008 mit dem Bau der Sonderausstellung "Die geteilte Stadt" besschäftigt. Eine fiktive Berliner Straßenkreuzung im Verlauf der Mauer wird in 7 Dioramen als Momentaufnahmen dargestellt, Zeitsprünge von 1945 bis 1989. Die vielbeachteten Dioramen waren bis 10. 3. 2009 (und mehrfach danach) im MiWuLa ausgestellt.

Im Januar 2009 wird das Wunderland bei einer Umfrage unter die 6 beliebtesten Museen/Touristenattraktionen Europas gewählt. [6] Ansonsten steht 2009 scheinbar im Zeichen von Nebenaktivitäten. Am 25. 2. probt das "Größte Konzert der Welt" einen Auftritt, und benötigt die Kulisse des Wunderlandes zu "Visualisierung". Fünf Tage später spielen 100 Musiker auf 50 Orte in Hamburg verteilt Brahms 2. Symphonie, dirigiert per TV von Simone Young, vom Hamburger Michel aus. Im Juni wird die neue DJ Bobo-Bühne im "Tessin" eingeweiht. Im September geben sich die politischen Parteien beim Projekt "Utopia" im MiWuLa die Klinke in die Hand. Sie dürfen alle einen Quadratmeter Diorama nach ihren (politischen) Vorstellungen bauen. Dabei werden sie von den MiWuLa-Modellbauern unterstützt. Die Ausstellung startet rechtzeitig vor der Bundestagswahl am 9. 9. 2009.

Und weiter gehts (2010 bis 2015)

Der weitere Ausbau drohte am Platzmangel zu scheitern. Aber zum 1. Januar 2010 sind weitere 800 m² Fläche gemietet und stehen zur Verfügung. Der "Flughafen" ist noch in Bau, am "Allgäu" (gleich daneben) wird im Februar noch gegipst. DJ Bobo weiht seine neue Bühne jetzt persönlich ein. Ansonsten ein Jahr der runden Zahlen: Einem der Modell-LKWs in Knuffingen werden 10.000 reale Kilometer Laufleistung bescheinigt. Der 500. Wochenbericht geht online. Der 7.000.000ste Besucher wird begrüßt. Und HH-Airport (der echte) feiert seinen 100. Geburtstag.

Das Jahr 2011 wird vom "Knuffingen Airport" beherrscht. Januar: Installation des ersten Knopfdruck-Tableaus, März: Die "Tarnungen" (Verkleidung der Lifts zum Schattenhangar) wird fertig. Auch März: Horizont-Wandmalerei. Am 4. Mai 2011 ist es soweit, der Airport eröffnet und die A380 "Thai Airways" absolviert ihren Jungfernflug. Aus den Baukosten für die 150 m² macht man kein Geheimis: der Spaß hat 3,5 bis 4 Mio € verschlungen. Immerhin wurde schon seit 2004 daran gearbeitet. Damit hält der Airport (bisher) den Rekord: 6 Jahre + 9 Monate Bauzeit. Ganz nebenbei (und nebendran) war damit auch der Abschnitt "Bayern" entstanden. Am 29. November 2011 stellte das MiWuLa sein "neues" Image-Video online auf YouTube. Die internationale (=englischsprachige) Version benötigte damals nur 1 Woche + 11 Stunden, um die 1-Million-Clicks-Marke zu überspringen. [7]

Ende April 2012 startet die Sonderausstellung "Geschichte unserer Zivilisation". In 8 Dioramen wird der Zeitraum etwa von 5000 v. Chr. bis heute dargestellt, immer an ein und derselben Stelle an einem Fluss. Die Ausstellung ist mit Videomonitoren und Kopfhörern über den verglasten Dioramen ausgestattet. Mitte 2012 beginnen umfangreiche Umbauten. Klimaanlage, Bistro, alles wird im großen Stil erneuert. Am 14. November schließlich wird der Grundstein zum Bau der Miniatur-Elb-Philharmonie. gelegt. Wurde Zeit, das Große Vorbild hatte bereits 5 Jahre Vorsprung. Im Dezember 2012 konnte man dann noch das Ticket mit der laufenden Nummer 10000000 ausdrucken.

Wie überall im Wunderland sprudelt das Leben auch in der HafenCity

2013 war das Wunderland dann der Zeit ein klein wenig voraus. Bereits am 16. April eröffnete der "81. Garten" der Internationalen Gartenschau 2013, 10 Tage vor der "großen Schwester". Für die benötigte Fläche wurde der "alte Flughafen" hinter Hamburg umgestaltet. Seitdem zieren dort 149.500 Blumen (und 140 Bäume) die Landschaft. Am 9. Mai folgt der Startschuss zum Bauabschnitt "Italien".(Inoffiziell wurde bereits im Februar begonnen.) Und die 800 m² aus dem Januar 2010 sind doch nicht "aller Platz der Welt". Es könnte schon wieder eng werden. Für Italien muss ein Teil der Modellwerkstätten umziehen. Erstmals wird die "Brücke" publik gemacht, ein lange geheim gehaltener Plan. Kann man den Speicher auf der anderne Seite des Fleets nutzen und ein Brücke zwischen den denkmalgeschützten Blocks bauen? Am 13. November schwindet das Wattenmeer im Hamburger Statdgebiet. Denn ElPhi kommt, und sie kommt nicht allein: sie bringt gleich die ganze HafenCity mit. Zur Eröffnung gibt es dann ein richtiges Konzert im Wunderland, mit "echten Musikern". Der MiWuLa-Vorsprung vor der Wirklichkeit erhöht sich auf 3 Jahre.

2014: Per Gerichtsbeschluss mit einstweiliger Verfügung werden sämtliche "Nacktszenen" im Miniatur Wunderland verboten. Frederik Braun ist empört über den "Eingriff in die künstlerische Freiheit" und kündigt an, in Revision zu gehen. Zwischenzeitlich haben die MiWuLaner 24 Stunden Frist, sämtliche "Anstößigkeiten" zu entfernen oder abzudecken. Die 24 Stunden reichen so gerade eben, dann ist der 1. April auch schon wieder vorbei. Im Sommer 2014 steht das Wunderland ganz im Zeichen der Fußballweltmeisterschaft. An allen Ecken und Enden sind fußballbegeisterte Menschlein zu sehen, Fanfeste in denStraßen, Autokorsos, selbst die Almhirten und Grubenkumpel hocken vor der Glotze. Und die 215.000 Paar Däumchen, die die damalige Bewohnerschaft der 8 Welten gedrückt haben, zeigten ja Wirkung: Deutschland wurde Weltmeister (1:0 gegen Argentinien, Götze, 113.) Im September gehen etliche der Preiserlein auf Wanderschaft in die weite Welt. Zumindest nach Hamburg. Für ein Gewinnspiel haben die MiWuLaner 30 kleine Szenen gestaltet, die über Hamburg verteilt und an "geheimen Orten" versteckt wurden: "vom Schaufenster bis zur Baulücke". Insgesamt waren Gewinne im Wert von über 20.000 Euro ausgelobt. Und am 4. Dezember 2014 kann schließlich das Mini-Musical-Zelt König der Löwen im Hamburg-Abschnitt feierlich eröffnet werden. [8]


2015 Am 10. September fällt der Rekord an das Miniatur Wunderland: Guinness World Records kürt das Wunderland offiziell zur größten Modelleisenbahn der Welt. Durch die Verbindung Schweiz-Italien wächst das Streckennetz auf eine Gesamtlänge von 15,4 km. Fast nebenbei gibt es noch einen zweiten Weltrekord: Knuffingen Airport ist der Größte Miniatur-Verkehrsflughafen der Welt. Veröffentlicht werden die Rekorde im Guinness-Book 2016. Zur Übergbae der Urkunde war der oberste Guinness-Rekordrichter, Marco Frigatti , höchstselbst angereist. Am 11. November eröffnen Helene Fischer und das Miniatur Wunderland zusammen ein Benefizkonzert. Im zugehörigen Stadion (Nachbau des Berliner Olympia-Stadions auf 2,90 x 3,82 m, Platz für 57.000 "Besucherlein") kann jedermann gegen eine Spende "sein Preiserlein" plazieren. Das Konzert "Farbenspiel" erbringt mehr als 600.000 Euro an Spendengeldern. [8]

Die jüngsten Abschitte (2016 bis 2019)

Zur Eröffnung des "Italien"-Abschnitts werden im September 2016 in einer Werbeaktion 600 Pizzaschachteln an die Presse verschickt. Jede einzelne enthält eine liebevoll gestaltete Kleinst-Szene zum Thema. [9].

Im Großen wie im Kleinen groß: H0-Söckchen in den Landesfarben

"Italien" sprengt wieder einmal jede Vorstellungskraft. Hatte das Matterhorn 2007 den "Hobby-Modellbauern" noch ihre Schranken aufgezeigt, so zeigen die MiWuLaner mit Italien, das immer noch ein bisschen mehr geht. Schluchten, Brücken, Tunnels, unendlich viele Blickwinkel, die man als Besucher erst finden und erforschen muss. Farben, wie es sie nur in Italien geben kann. Der Modellbau im MiWuLa hat neue Höhen erklommen. Der allnächtlich ausbrechende Vesuv mit seinen glühenden Lavaströmen ist da noch die Kirsche auf der Sahne auf dem Kuchen... Was man pünktlich zur Italien-Eröffnung nicht fertig bekommen hatte, war Venedig. Und das wollte man auch nicht noch "irgendwo drankleistern". Im Dezember 2016 begann der Bau der Lagunenstadt als neuer, eigener Bauabschnitt.

Am 2. Februar 2017 registrierte man am Knuffingen Airport bereits 1.000.000 Starts und Landungen. Und am 12. April zeigt der Zähler, dass die MiWuLa Züge insgesamt eine Strecke zurückgelegt haben die 250 Weltumrundungen (in 1:1) entspricht: 10.000.000 Kilometer. Am 17. November 2017 erscheint die Biographie der Zwillinge Frederik und Gerrit Braun Biographie Kleine Welt – großer Traum im Buchhandel. [8] Und ausdrücklich dort! Die Autoren baten darum, das Buch im Buchhandel zu erstehen, und nicht im Internet. Nach der großangelegten Signier-Aktion der ersten paar Tausend Exemplare trug Freddy dann auch seine Schreibhand in Gips.

Am 21. Februar 2018 kann die "Durchlauchtigste" der Öffentlichleit übergeben werden. Die 9 m² "Venedig" stellen im Grunde einen unerhörten Luxus dar für die "Größte Modelleisenbahanlage der Welt": Dort fährt kein einziger Zug. Im Mai 2018 fährt man weiter die Ernte ein, die der "Betriebsausflug" ans Mittelmeer säte. Die Abschnitte "Monaco" & "Provence" wurden im Mai 2018 in Angriff genommen. Den aufmerksamen Betrachtern der Baustelle entgeht nicht, dass der Raum vor einer "Tür" (im 3. Boden, hinaus aufs Fleet) peinlich frei gehalten wird. DA soll also die "Brücke" hin.

Seit April 2019 wird an der "Kirmes" gearbeitet. Die bestehende Kirmes ist schon ein Lichtermeer, jetzt soll es noch spektakulärer, noch beleuchteter, noch rummeliger werden. Bis Frühjahr 2020 werden sicher weit über 25.000 Arbeitstunden in die "neue" Kirmes fließen. Und neue Projekte werden bekannt. England, das "Mutterland der Eisenbahn", wurde auf Eis gelegt! Aber dafür ist jetzt "Südamerika" das Thema. In Kooperation mit einer Modellbau-verrückten Familie aus Argentinien wird ein neuer Abschnitt entstehen, der dann im "anderen Speicher" seinen Platz finden wird. Alleine für "Südamerika" wird ene Anlagenfläche von 200 bis 220 m² angepeilt.

Zukunft Im Gespräch sind Projekte wie Die Welt von oben, Mittelamerika & Karibik, Asien (Teil I) (und was ist mit Teil II?), oder vielleicht doch noch England?

WAS nun genau als nächstes kommen wird, weiß man im Wunderland vermutlich auch nie so recht. Aber DASS es weitergeht, ist mal sicher.

Quellen und Fußnoten

  1. Gespräche mit Freddy, Gerrit und Stephan
  2. Angaben Website Modellbau & Modelleisenbahn-Forum, 27. Aug. 2019 17:30h
  3. Guinness-Urkunde 2004
  4. 4365 Tage Wunderland, Miniatur Wunderland, Hamburg 2013; S. 207 ƒƒ.
  5. 4365 Tage Wunderland, Miniatur Wunderland, Hamburg 2013; S. 219 ƒƒ
  6. Umfrageergebnis von trivago.de
  7. Forums-Beitrag im MiWuLa-Forum vom 7.12.2011
  8. Pressearchiv des Miniatur Wunderlandes
  9. Gespräche mit Betroffenen

Miniatur Wunderland-Facebook-App

Natürlich gibt es eine Facebook-App. Damit kann man sich ein Foto von seinem fb-Profil auf einem Monitor im Wunderland machen lassen. Außerdem .... http://bit.ly/YrzWiR

Siehe auch

  • Links zu den Artikeln über die einzelnen Abschnitte :
Bauabschnitte im Miniatur-Wunderland
FrankreichHamburg und KüsteItalienKnuffingen, Harz und ÖsterreichKnuffingen AirportSchweizSkandinavienVenedigUSA

Weblinks

Literatur

  • Miniatur Wunderland. Hinter den Kulissen der größten digitalen Modellbahn der Welt. GeraNova, 2004. ISBN 3-89724-590-6 = eine bis jetzt siebenteilige Sonderheft-Serie Miniatur Wunderland. EK-Verlag
    • Miniatur Wunderland – Idee, Planung, Bau. Ein Traum wurde wahr. Eine Reise durchs Wunderland. Die Attraktion in Hamburgs Speicherstadt. (2002)
    • Miniatur Wunderland 2 – Der neue Bauabschnitt. Car-System und Feuerwehr. Vom Hafen bis zur Nordseeküste. Großstadt mit Hamburger Motiven. Die zweite Reise durchs Wunderland. (2003)
    • Miniatur Wunderland 3 – Im Lichtermeer der Großstadt. Die dritte Reise ins Wunderland. (2004)
    • Miniatur Wunderland 4 – Skandinavien. Die vierte Reise ins Wunderland. (2005)
    • Miniatur Wunderland 5 – Blick hinter die Kulissen (2006)
    • Miniatur Wunderland 6 – Die Schweizer Alpen im Miniatur Wunderland (2008)
    • Miniatur Wunderland 7 – Flughafen- und Flugzeugtechnik, Knuffingen Airport... (2011)