Schmalspur

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Als Schmalspurbahnen werden Bahnen bezeichnet, deren Spurweite kleiner als die Regelspur (1435 mm) ist. Durch ihre räumlich klare Abgrenzung und ihre oft landschaftlich hohen Reize eignen sie sich (oder die wichtigsten Teile von ihnen) besonders gut für den Nachbau als Modelleisenbahn.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Brockenbahn auf Meterpur. Lok 99 7234 im Bahnhof Drei Annen Höhne.

Schmalspurbahnen sind einfacher und billiger zu bauen als Normalspurbahnen. Durch die geringere Spurweite können engere Kurvenradien realisiert werden, was in engen Tälern häufig zur Entscheidung für die Schmalspur führte. Die kleineren und leichteren Fahrzeuge ermöglichen auch eine sparsamere Dimensionierung des Oberbaues und damit im Vergleich zur Normalspurbahn niedrigere Baukosten, weswegen auch im Flachland Schmalspurbahnen zu finden waren (z.B. ehem. MPSB u.ä.). Ihr größter Nachteil ist die Notwendigkeit, Fracht an den Übergangsstationen zum Normalspurnetz umzuladen. Als Abhilfe wurde auf Strecken mit passendem Umgrenzungsprofil die Möglichkeit geschaffen, vollständige Güterwaggons auf Rollwagen oder Rollböcke zu verladen. Ein zusätzlicher Nachteil ist ihre vergleichsweise schlechtere Laufruhe. Bei gleichen Geschwindigkeiten sind die Erschütterungen und Schwankungen stärker als bei Normalspur- oder gar Breitspurbahnen. Deswegen wurden Schmalspurbahnen häufig dort errichtet, wo es weniger auf Tempo denn auf geringeren Platzbedarf und kleinere Kurvenradien ankommt, wie zum Beispiel bei Bergbahnen und Straßenbahnen. Meist eine noch geringere Spurweite weisen die Parkeisenbahnen auf.

Abgrenzung zur Kleinbahn

In der Umgangssprache wird der Begriff "Schmalspurbahn" oft fälschlicherweise mit dem Begriff "Kleinbahn" gleichgesetzt. Eine Kleinbahn (nach dem preußischen "Kleinbahngesetz" gebaute und betriebene Bahn) kann aber auch in Regelspurweite gebaut sein. Dagegen gibt es in vielen Ländern schmalspurige Hauptbahnen, zum Beispiel Kapspur in Südafrika oder Japan und Meterspur in Indien, Kenia oder Tunesien. In diesen Ländern wird der Begriff "Schmalspur" deshalb auch nur für Bahnen mit geringerer Spurweite als die der jeweiligen Hauptbahnen verwendet (z.B. 610 mm in Südafrika).

Gebräuchliche Spurweiten

Bahnhof Tempio auf Sardinien mit zwei Dieseltriebwagen auf der Italienischen Meterspur die nur 950 mm beträgt.

Die wichtigsten Spurweiten von Schmalspurbahnen betragen 600 mm ("Feldbahnen"), 750 mm, 760 mm ("Bosnische Spurweite"), 785 mm, 891 mm (früher vorwiegend in Schweden verbreitet), 900 mm, 950 mm, 1000 mm ("Meterspur") und 1067 mm ("Kapspur")

Liste

Schmalspurbahnen in Deutschland waren als Feldbahnen oder Waldbahnen in großer Zahl im Einsatz. In den Gebirgen, wie z.B im Harz, kamen sie wegen schwieriger Geländebedingungen zum Einsatz. Später wurden viele Schmalspurstrecken abgebaut. Die wenigen verbliebenen Schmalspurbahnen sind oft Museumsbahnen.

Baden-Württemberg

Bayern

Berlin und Brandenburg

Hessen

Mecklenburg-Vorpommern

Niedersachsen

Nordrhein-Westfalen

Rheinland-Pfalz

Sachsen

  • Fichtelbergbahn Cranzahl – Oberwiesenthal (Spurweite 750 mm)
  • Preßnitztalbahn Wolkenstein – Jöhstadt (Spurweite 750 mm); 1986 stillgelegt, auf Teilstrecke heute Museumsbahn
  • Lößnitzgrundbahn Radebeul Ost – Radeburg (Spurweite 750 mm)
  • Döllnitzbahn ("Wilder Robert"),Oschatz – Mügeln – Kemmlitz/Glossen (Spurweite 750 mm)
  • Weißeritztalbahn Freital-Hainsberg – Kurort Kipsdorf (Spurweite 750 mm)
  • Waldeisenbahn Muskau – größte Anlage in 600 mm Spurweite – von Weißwasser nach Kromlau und Bad Muskau
  • Zittauer Schmalspurbahn – Zittau – Bertsdorf – Oybin / Jonsdorf (Spurweite 750 mm)
  • Müglitztalbahn – Heidenau – Altenberg (Spurweite 750 mm, 1939 neu trassiert und auf Normalspur umgebaut)

Siehe auch: Liste der Schmalspurbahnen in Sachsen


Sachsen-Anhalt

Schleswig-Holstein

  • Inselbahnen auf Amrum, Sylt

stillgelegt

heute noch betrieben

Thüringen

Sonst

Hinweis, Weblinks

Weblinks

Hinweis

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