VEB Piko Spielwaren

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Logo der VEB Piko Spielwaren
Bekannter Transformator FZ1 aus dem Hause VEB Piko Spielwaren

VEB Piko Spielwaren war neben der Zeuke & Wegwerth KG (spätere VEB Berliner TT-Bahnen (BTTB)) der größte und bekannteste Produzent von Modellbahnen- und Modellbahnenzubehör in der DDR[1] und für den RGW[2]-Raum. 1960 erweiterte man die Produktionpalette des VEB Piko Spielwaren um elektromechanische Spielwaren wie Kinderwaschmaschinen, Kinderstaubsauger und Mixgeräte, sowie das spätere Amphibienfahrzeug und das Kybernet-Computerauto.

Nach der Wiedervereinigung 1990 wurden die zu Piko gehörenden Betriebe von der Treuhandanstalt abgewickelt oder privatisiert. VEB Piko Sonneberg, dem das Aus drohte, wurde von Dr. René F. Wilfer gekauft und trägt seit dem 1. Mai 1992 den Namen „PIKO Spielwaren GmbH“.

Geschichte der Piko Modelleisenbahnenherstellung

Von der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland SMAD wurde schon 1948, noch vor Gründung der DDR, die Entwicklung und Produktion einer elektrischen Miniatureisenbahn beschlossen, da die Einwohner der sowjetischen Besatzungszone nach der Währungsreform in Westdeutschland keine Modelleisenbahnteile mehr mit der noch gültigen Währung der Reichsmark kaufen konnten. Die Produktion begann daraufhin in Chemnitz im ehemaligen Siemens & Halske-Werk, das im Sowjetischen Besitz den Namen Gesellschaft Kabel trug (später RFT-Gerätewerk) und bisher Messinstrumente hergestellt hatte.

Die ersten zwei Spielzeugeisenbahnpackungen der Baugröße H0 wurden 1949 auf der Leipziger Herbstmesse unter dem Namen Pico Express vorgestellt. Die Zugpackungen enthielten einerseits die Elektrolokomotive ME 102 und andererseits die stromlinienförmige Dampflokomotive mit Schlepptender ME 101. Woher die Schreibweise von Pico mit c kam, ist unbekannt; aber es ist anzunehmen, dass Pico Express das Gegenstück zu Trix Express werden sollte.

Nach einigen Jahren konnte der Bedarf an Modelleisenbahnen durch den Standort Chemnitz nicht mehr gedeckt werden, weshalb die Produktion 1952 zum VEB Elektroinstallation Oberlind (EIO) nach Sonneberg verlagert wurde. Die EIO produzierte neben Staubsaugern nun auch Modelleisenbahnen unter dem Handelsnamen Piko als Abkürzung für Pionier Konstruktion. Für den neuen Produktionszweig Modelleisenbahnen gründete EIO eine eigene Entwicklungsabteilung, deren Leiter Erhard Fickert wurde. Im Jahre 1959 etablierte Eio für die Eigenentwicklung von Modellbahnen der Baugröße H0 eine Außenstelle in Radeburg.

1962 wurde der VEB Piko Sonneberg gegründet, der den Modelleisenbahnbereich des VEB EIO übernahm und dem der VEB Feinmechanik Sonneberg angeschlossen wurde. Erster Betriebsleiter wurde Eugen Furch, der einige Zeit später von Hans Schau abgelöst wurde. Bereits 1963 wurde die EIO-Außenstelle in Radeburg Piko zugeordnet. Sie hatte neue Modelle zu konstruieren und Triebfahrzeuge und Wagen selbst zu produzieren. 1964 wurden die Entwicklungs- und Konstruktionsarbeiten der Nenngröße H0 vollständig nach Radeburg verlagert, in Sonneberg wurde nur noch die Entwicklung der Spur N betrieben. 1965 wurde der Betrieb in Radeburg eingestellt und sämtliche Aktivitäten wurden wieder nach Piko in Sonneberg verlagert. Piko übernahm nun auch den Vertrieb der Produkte des VEB Modellbahnzubehör Glashütte, des VEB Modellbahn Oybin (ab 1990 Sachsenmodelle) und des VEB Modellbahnwagen Dresden (vormals Schicht), die Modelleisenbahnwagen und Zubehör in der Nenngröße H0 herstellten.

Mit der Gründung des Kombinat Piko Sonneberg 1974 wurde die Produktion auf elektromechanische Spielwaren erweitert. Dem VEB Piko Sonneberg wurden weitere Betriebe wie Elmes (später VEB Anker-Mechanik Eisfeld), Prefo (VEB Prefo Dresden) und Presu (später VEB Press- und Spritzwerk Suhl) direkt unterstellt, um die Angebote zu erweitern und die Produktion zu optimieren. Piko wurde im Lauf der Jahrzehnte als Leitbetrieb für mechanisches und elektromechanisches Spielzeug immer weiter ausgebaut. 1981 erfolgte mit dem Kombinat Spielwaren Sonneberg eine weitere Konzentration, infolgedessen wurde das Kombinat Piko Sonneberg aufgelöst. Der VEB Piko Sonneberg wurde diesem neuen Kombinat zugeordnet und zum Erzeugnisgruppenleitbetrieb für Modelleisenbahnen. Die Modelleisenbahnprodukte wurden nun mit dem Handelsnamen Piko geschützt. Auch die vom Versandhaus Quelle vertriebenen Modelleisenbahnartikel waren Piko-Erzeugnisse. 1989 bestand Piko aus 15 Betriebsteilen mit etwa 1000 Beschäftigten.

(Textauszug aus Wikipedia: [3])

Weblinks