Tiefgrund

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Tiefgrund (auch Tiefengrund) ist [eigentlich] eine Grundierung für Maler- und Tapezierarbeiten an Wänden und Decken, meist auf der Basis von Alkyd- oder Acrylharz. Er wird auf mineralischen Untergründen wie Putz, Gips oder Beton verwendet, um die Saugfähigkeit zu beschränken bzw. auszugleichen sowie ihre Oberfläche zu verfestigen. Seine Verwendung bezweckt eine Reduzierung der benötigten Farbmenge beim Anstrich bzw. der Kleistermenge beim Tapezieren sowie beim späteren Entfernen eine leichtere Trennung der Tapete vom Untergrund.

Tiefgründe gibt es sowohl auf Basis von Lösungsmitteln als auch lösemittelfrei bzw. wasserverdünnbar. Bei sandender Oberfläche, zum Beispiel sehr alten Putzen oder schlecht verarbeitetem Beton, empfiehlt sich lösungsmittelhaltiger Tiefgrund, da er tiefer in den Untergrund eindringen und stärker zur Festigung beitragen kann. Dem entgegen steht in Innenräumen die Geruchs- sowie mögliche Gesundheitsbelastung durch das Ausgasen von Lösungsmittelresten, das unter Umständen noch Wochen nach dem Auftragen andauern kann. Lösemittelfreier Tiefgrund hingegen vermeidet solche Belastungen soweit möglich, erreicht aber auch die technischen Ziele nur geringer. In Form von Mikroemulsion haben sie ein besseres Eindringvermögen, jedoch nicht das lösungsmittelhaltiger Systeme.

Manche Produkte sind eingefärbt, um beim Auftrag bereits behandelte Flächen leichter erkennen [sogenannte "Streichkontrolle"], sowie die Saugfähigkeit des Untergrundes beurteilen zu können. Sie ist umso stärker, je weniger deutlich die Farbe sichtbar bleibt.

In jedem Fall ist [...] der Untergrund so lange zu behandeln, bis er gesättigt ist, also erkennbar kein Grundierungsmaterial mehr aufnimmt, jedoch nicht übersättigt, sich also auf der Oberfläche ein glänzender Film aus überschüssigem Bindemittel bildet und die Haftung nachfolgender Anstriche oder Tapeten beeinträchtigt. Sind bis zur Sättigung mehrere Beschichtungen nötig, kann dies je nach Produkt und sonstigen Umständen nass in nass erfolgen oder erst nach Trocknung der vorherigen Schicht erlaubt bzw. sinnvoll sein.

Soweit die deutschsprachige Wikipedia. Anmerkungen und Auslassungen in [eckigen Klammern].

Anwendungen im Modellbau

Sofern die Oberflächengestaltung einer Modellanlage mit Gips, Putzgips oder Spachtelmassen ausgeführt wird, ergeben sich bei der weiteren Ausgestaltung die o.. a. Probleme. Der Untergrund kann "kreidend" sein (Gips) oder auch von ungenügender Festigkeit (falsch verarbeiteter Gips oder Putzgips). Auf jeden Fall sind die mineralischen Stoffe immer porös und stark saugend.

Dies kann bei der Anwendung von Leim und Farben nicht nur zu erhöhtem Verbrauch führen, das aufgebrachte Medium kann auch "abbrennen", wie man sagt: der Untergrund entzieht dem Medium so schnell Feuchtigkeit (Lösemittel, Wasser), dass eine dauerhafte Verbindung mit dem Untergrund nicht zustande kommt. "Abgebrannte" Farben und Leime haften nicht.

Auch gegossene Bauteile aus Gips lassen sich nach einer Tiefgrundierung besser farblich behandeln,

Ungefärbtem Tiefgrund kann man zur Streichkontrolle etwas Farbe beimengen, wobei ein möglichst passender Ton für die weitere Bearbeitung sinnvoll ist. Ocker oder hellbraun passt im Landschaftsbau eigentlich fast immer.


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