Zugbeeinflussung

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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Die Zugbeeinflussung ist möglicherweise ein Kunstwort aus der Werbung, ähnlich dem "herkömmlich" und "porentief".

Als Urheber würde ich die Modellbahnindustrie verdächtigen, die damit dann ihre Prospekte in der Abteilung "Signale" schmücken konnten. Sei dem, wie ihm ist. Zugbeeinflussung bedeutet im Modellbahnbetrieb im Grunde: Zug hält oder Zug fährt, und zwar NICHT durch das Betätigen des Fahrreglers! Mittlerweile fand der Ausdruck auch Eingang in die Sprache des Großbetriebes.

Großbtrieb

Im Großbtrieb gibt es im wesentlichen drei Systeme:

  • Die Induktive Zugsicherung (kurz Indusi)
  • Die Linienförmige ZugBeeinflussung (LZB)
  • Die Punktförmige ZugBeeinflussung (PZB)

Indusi funktioniert im Prinzip so: Vor dem Signal ist an einer Schiene ein Elektromagnet angebaut, der bei Hp0/Halt! eingeschaltet ist. An den Triebfahrzeugen ist direkt über der Schiene ein "Empfänger" montiert, der beim Überfahren eines "scharfen" Indusi-Magneten anspricht und eine sofortige Bremsung auslöst, so dass der Zug vor dem Signal zum Stehen kommt. Für den Triebfahrzeugführer ist das immer peinlich.

Eine installierte LZB kann man auf Neubaustrecken mit Betonschwellen gut erkennen: Es ist das schwarze Kabel, das mittig im Gleis verlegt ist. Hier finden (berührungslos) Rückmeldungen zwischen Fahrzeug und Leitstelle statt betreffend Ort, Geschwindigkeit und Signalstellungen und sichern so den Verkehr.

Die PZB beschreibt bitte jemand, der sich damit auskennt ...

Modellbahn-Betrieb

Das "Signal mit Zugbeeinflussung" war sicher einst der Knüller der Saison.

Prinzipiell kann man sagen: Das Modellsignal stellt einerseits den Signalbegriff dar (Hp0/1/2) und schaltet andererseits den Fahrstrom in einem definierten Gleisabschnitt entsprechend an oder ab.

Technisch gespochen handelt es sich bei den verwendeten Signalantrieben um bistabile Relais mit einem Umschalter und zwei An-Aus-Schaltern. (Okay, ein dreibegriffiges Signal ist etwas komplizierter.) Der Umschaltkontakt lässt entweder die rote oder grüne Lampe aufleuchten, parallel dazu schaltet der erste An-Aus-Kontakt den Fahrstrom. Der zweite An-Aus-Kontakt ist für die elektrische Fahrleitung (Oberleitung) gedacht, die in früheren Tagen gerne funktionsfähig installiert wurde. Praktisch wird also einer Lok, die sich dem Signal nähert, bei Rot schlicht der Saft abgeschaltet, sie bleibt stehen.

Mit der Zeit und fortschreitender Verfeinerung kamen schließlich sog. Bremsmodule oder Bremsbausteine auf den Markt. Diese sorgen dafür, dass eine Lok nicht abrupt zum Stehen kommt, sondern vorbildgetreu langsamer wird, bevor sie vor dem Signal hält.

Die fortschreitende Digitalisierung kann heute viele Aufgaben übernehmen, so auch die Zugbeeinflussung einschließlich des sanften Anhaltens vor den Signalen. Insofern hat der oben beschriebene Signalantrieb viel an Bedeutung eingebüßt. Manche Digital-Anlage ist heute nur mit Signalattrappen ausgesrüstet, die Zugbeeinflussung erfolgt nur über Rückmelder und die Steuerzentrale.

LEGO-Formsignal, 1960er/70er Jahre mit "Zugbeeinflussung

LEGO

Bei LEGO hatte man die Zugbeeinflussung folgendermaßen realisiert:

Die ersten Züge (um 1966) fuhren auf Kunststoffschienen und führten einen Batteriekasten mit. Die Signale hatten ein Plättchen, das zwischen den Schienen lag und bei Stellung "Halt!" leicht angehoben war. Am Vorderende der Lokomotive war ein Unterbrecherkontakt (Taster) zu montieren, so dass beim Auffahren auf das Plättchen der Strom für den 4,5-Volt-Motor abgeschaltet wurde.

Etwas exotisch-nostalgisch, aber auch eine Zugbeeinflussung.