Signal

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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Der Begriff "Signal" ist im Zusammenhang mit der Eisenbahn sehr vielschichtig. Versuchen wir dies zu durchdringen.
Als Definition des Begriffs sage ich jetzt mal:

"Signal ist eine Anweisung an den Triebfahrzeugführer, ohne mit ihm zu sprechen."

Landläufig versteht man unter "Signal" die Dinger an der Bahnstrecke, die - laienhaft ausgedrückt - die Entsprechung zu den Verkehrsampeln an der Straße sind. Tatsächlich gibt es reichlich mehr "Signale" als die rot-grün leuchtenden oder die mit der rot-weißen Kelle oben dran.

Nach Bauart

Signale wurden im Laufe der Zeit in diversen Techniken gefertigt.

  • Formsignale (oder Flügelsignale) vermitteln die "Anweisung" durch die Stellung beweglicher Teile, oder sie sind als Tafeln ausgeführt die ein Sinnbild oder bestimmtes Muster zeigen
  • Lichtsignale (fachsprachlich: Tageslichtsignale) vermitteln die "Anweisung" durch verschiedenfarbige oder in bestimmter Weise angeordnete Lichter.

So gesehen zählen auch die Stirnlampen einer Lok dazu, Man spricht vom "Dreilicht-Spitzensignal" oder vom "A-Licht".

Nach "Rang"

  • Hauptsignale stellen einen direkten Befehl dar: "Halt!", "Fahrt frei" oder "Langsame Fahrt frei"
  • Vorsignale kündigen das Hauptsignal und den "Befehl" an, in der Regel in ausreichendem Bremswegabstand
  • Schutzsignale sind ebenfalls ein direkter Befehl: "Halt! Fahrverbot!" oder "Fahrverbot aufgehoben". Sie sichern z. B. Durchgangsgleise gegen Einmündende.
  • Zusatzsignale geben weitere Informationen, beispielsweise über die zulässige Höchstgeschwindigkeit oder den eingestellten Fahrweg.
  • Weichensignale zeigen den jeweils eingestellten Fahrweg an.

Nach Verwendung

  • Blocksignale finden sich an freier Strecke und decken einen Streckenabschnitt gegen nachfolgende Züge
  • Einfahrsignale finden sich kurz vor Bahnhöfen
  • Ausfahrsignale entsprechend am Ende von Bahnhöfen.

Bei diesen dreien handelt es sich immer um Hauptsignale.

  • Fahrzeugsignale: Spitzenlicht (siehe oben) und Schluss-Laterne resp. Zugschluss-Scheibe etwa.



Ein besonderes, m. E. im Modellbau stark vernachlässigtes Feld stellen die

Schallsignale

dar. Etliche sind auch kaum nachzustellen. Aber versucht es. mir fallen da ein:

  • Achtungs-Pfiff der Lok (ok, das kann manche digtale Lok heute ab Werk)
  • Trillerpfeife (hat der Zugbegleiter,oder auch der Rangiermeister)
  • Zweiklang-Fanfare (warnt die Gleisbaurotte vor sich nähernden Zügen an der Baustelle)
Handlampe.jpg

Handsignale

dürfen letztlich in der Aufzählung nicht fehlen. Allerdings sind auch diese im Modell schwierig darzustellen. Handzeichen, wie "Auf-Ab" oder "kreisende Bewegung" sind im Rangierbetrieb üblich. Bei Nacht oder "unsichtigem Wetter" werden sie mit einer Handlampe gegeben. Wer erinnert sich noch an die flachen Taschenlampen mit der ledernen Knopflasche, die rot und grün abblendbar waren?.

Fazit

Wir sehen, dass verschiedenste Einteilung möglich ist, und dass ein "Signal" fast immer in verschiedenen der ersten drei Rubriken auftauchen kann. Im Großbetrieb ist die Einteilung noch vielschichtiger und komplizierter; für den Modellbahner ist es jedoch meist unerheblich, wie z. B. die Vorschrift zum Verhalten des Triebfahrzeugführers lautet für den Fall, dass ein Signal defekt ist. ;-)
Und da wir gerade beim Kalauern sind: Wieso heißt es eigentlich "Stellwerk"? Weichen und Signale werden gar nicht gestellt!
Fachsprachlich werden Weichen "gelegt", Signale werden "gezogen".

Weblinks

Siehe auch