Zugbildung

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Für die Bildung von Reisezüge und Güterzügen werden mehrere Begriffe verwendet die die jeweiligen Teile des Reisezuges oder Güterzuges beschreiben.

Inhaltsverzeichnis

Stammzug

Ein Stammzug ist eine fixe Wagengarnitur die bei einem fahrplanmässig verkehrenden Zug immer gleich ist. Stammzügen können Kurswagen beigegeben werden. Je nach Verkehrsaufkommen wird ein Stammzug mit Verstärkungswagen ergänzt.

Bei Bergbahnen bei denen Züge im Konvoi fahren, ist der Stammzug derjenige Zug der immer fährt. Züge die dem Stammzug vorausfahren sind Vorauszüge, Züge die dem Stammzug nachfahren sind Nachzüge. Beide, die Vor- und Nachzüge werden auch als Supplementzug bezeichnet.

Kurswagen

Kurswagen sind Einzelwagen oder eine aus mehreren Wagen bestehende Wagengruppen die über längere Strecken das umsteigfreie Reisen ermöglichen. Sie haben einen anderen Zielort und oder Abgangsort als ein bestimmter Zug zudem sie zeitweise angehören.

Verstärkungswagen

Die Auslastung von Reisezügen ist je nach Tageszeit, Wochentag oder Saison unterschiedlich. Um das nötige Platzangebot bereitzustellen werden den jeweiligen Zügen situativ Verstärkungswagen beigegeben. Diese können einzelne Wagen oder einzelne Wagengruppen sein.

Verstärkungsmodul

Ein Verstärkungsmodul ist ein Begriff aus der Bildung von Reisezügen die in ihrer Grundform ein Wendezug, in der Schweiz ein Pendelzug, sind. Je nach Verkehrsaufkommen wird diesen Wendezügen ein Verstärkungsmodul angehängt. Ein Verstärkungsmodul beinhaltet immer am passenden Ende ein Steuerwagen.

Flügelzug

Werden Reisezüge an einem sich auf der Reiseroute befindenden Bahnhof getrennt oder vereinigt, handelt es sich um Flügelzüge. Das Konzept der Flügelzüge ist beim Einsatz von Triebzügen typisch bei den klassischen Reisezügen, aufgebaut aus Lokomotive oder Triebwagen und den passenden Beiwagen, eher selten.

Ein seit Jahrzehnten typisches Einsatzgebiet von Flügelzügen befindet sich auf dem Meterspurnetz der Berner-Oberland-Bahnen (BOB). Zwei Züge fahren jeweils gemeinsam vereinigt von Interlaken nach Zweilütschinen. Dort fährt dann der vordere Teil als Flügelzug weiter nach Lauterbrunnen, der hintere Teil nach Grindelwald.

Ein weiteres typisches Beispiel von Flügelzügen waren die Verbindungen von Hochgeschwindigkeitszügen ausgehend von Paris in die Schweiz. Bereits kurz nach dem Aufkommen dieser Hochgeschwindigkeitszüge fuhren jeweils zwei Triebzüge gemeinsam von Paris nach Frasne. Dort wurden diese beiden Triebzüge jeweils getrennt. Einer der beiden Triebzüge fuhr weiter nach Bern, der andere weiter nach Lausanne.

Kurzzug

Bei U-Bahn und S-Bahn werden in der Regel mehrere Triebzüge gekuppelt. Werden nun an Tagesrandstunden oder am Wochenende nur eine Triebzug eingesetzt, so wird von einem Kurzzug gesprochen wenn es sich um die kleinste im Regelbetrieb verkehrende Zugseinheit handelt. Wenn nun bei einem Triebzug von einem Kurzzug gesprochen wird, so findet Beispielsweise bei zwei Triebzügen der Begriff Vollzug und bei drei Triebzügen der Begriff Langzug Verwendung. Je nach den örtlichen Gepflogenheit, Beispielsweise bei der S-Bahn Berlin finden auch weitere Begriffe wie Viertelzug, Halbzug, Dreiviertelzüge, vier Vierviertelzüge beziehungsweise Vollzug Verwendung.

Siehe auch

Weblinks