MOD

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MOD ist im Klemmbaustein-Modellbau die gebräuchliche Abkürzung für Modification beziehungsweise Modifikation. Als MOD wird ein bereits vorhandenes Set bezeichnet, das vom Modellbauer verändert, verbessert oder erweitert wird.

Im Unterschied zu einem MOC (My Own Creation) basiert ein MOD auf einem bereits bestehenden Modell. Dessen Grundidee oder Grundkonstruktion bleibt normalerweise erkennbar, während einzelne Bereiche verändert werden.

Inhaltsverzeichnis

Abgrenzung zum MOC

Die Grenze zwischen einem MOD und einem MOC ist nicht immer eindeutig. Entscheidend ist vor allem, in welchem Umfang das ursprüngliche Modell erhalten bleibt.

Bei einem MOD bildet ein vorhandenes Set den Ausgangspunkt. Bei einem MOC wird das Modell dagegen im Wesentlichen selbst entworfen.

Merkmal MOD MOC
Bedeutung Modification / Modifikation My Own Creation
Ausgangspunkt vorhandenes Set oder Modell eigene Konstruktion
Bauanleitung vorhandene Anleitung dient häufig als Grundlage eigene Planung oder eigene Anleitung
Grundkonstruktion bleibt ganz oder teilweise erhalten wird selbst entwickelt
Änderungen einzelne Bereiche bis hin zu umfangreichen Umbauten vollständiger Eigenbau
zusätzliche Steine häufig erforderlich grundsätzlich erforderlich
Ziel vorhandenes Modell verändern oder verbessern eigenes Modell erschaffen

Ein Modell kann sich durch umfangreiche Änderungen von einem MOD zu einem MOC entwickeln. Eine allgemein festgelegte Grenze, ab welchem Umfang eine Modifikation als MOC bezeichnet werden muss, existiert nicht.

Arten von MODs

MODs können von sehr kleinen Veränderungen bis zu umfangreichen Umbauten reichen.

Typische Modifikationen sind:

  • Austausch einzelner Bauteile
  • Änderung von Farben
  • zusätzliche Details
  • Veränderung der Inneneinrichtung
  • Austausch von Türen oder Fenstern
  • Veränderung von Rädern oder Reifen
  • zusätzliche Beleuchtung
  • Veränderung von Proportionen
  • Verlängerung oder Verkürzung eines Modells
  • Verbesserung der Stabilität
  • Veränderung von Funktionen
  • Motorisierung
  • Erweiterung eines Gebäudes
  • Kombination mehrerer Exemplare eines Sets

Optische Modifikation

Eine einfache Form des MODs ist die rein optische Veränderung.

Dabei bleibt die Konstruktion weitgehend unverändert. Es werden beispielsweise einzelne Farben, Bauteile oder Dekorationselemente ausgetauscht.

Ein Fahrzeug kann beispielsweise andere Felgen, Scheinwerfer oder eine andere Innenausstattung erhalten. Bei einem Gebäude können Fenster, Türen, Dachgestaltung oder Fassadendetails verändert werden.

Solche Modifikationen benötigen häufig nur wenige zusätzliche Bauteile.

Konstruktive Modifikation

Bei einer konstruktiven Modifikation wird in die eigentliche Konstruktion des Modells eingegriffen.

Mögliche Änderungen sind beispielsweise:

  • Vergrößerung oder Verkleinerung
  • Änderung der Breite
  • Änderung der Länge
  • Veränderung des Fahrwerks
  • stabilere Konstruktion
  • bewegliche Bauteile
  • zusätzliche Räume
  • veränderte Dachkonstruktion

Die ursprüngliche Konstruktion kann dabei weiterhin deutlich erkennbar sein.

Verbesserung der Vorbildtreue

Bei Modellen realer Fahrzeuge, Gebäude, Schiffe oder anderer Vorbilder werden MODs häufig verwendet, um die Vorbildtreue zu verbessern.

Ein Hersteller muss bei einem Set Kompromisse zwischen Teilezahl, Preis, Stabilität, Verfügbarkeit der Bauteile und gewünschter Zielgruppe eingehen. Ein Modellbauer kann diese Einschränkungen bei einem individuellen Umbau teilweise außer Acht lassen.

Mögliche Verbesserungen sind:

  • realistischere Proportionen
  • zusätzliche Details
  • vorbildgerechtere Farben
  • korrekte Fensteranordnung
  • detailliertere Fahrwerke
  • realistischere Innenausstattung
  • zusätzliche Leitungen oder technische Einrichtungen
  • Austausch vereinfachter Bauteile

Gerade bei Displaymodellen kann ein MOD dadurch erheblich näher an das reale Vorbild herangeführt werden.

Erweiterung von Gebäuden

Gebäude-Sets sind ein häufiges Ausgangsmaterial für MODs.

Ein Gebäude kann beispielsweise:

  • um zusätzliche Stockwerke erhöht
  • nach hinten verlängert
  • mit einer vollständigen Rückwand versehen
  • mit einer Inneneinrichtung ausgestattet
  • mit einem Keller versehen
  • mit einem Nachbargebäude verbunden

werden.

Eine verbreitete Methode besteht darin, zwei oder mehr Exemplare desselben Sets zu verwenden. Die zusätzlichen Steine ermöglichen den Bau eines größeren Gebäudes, ohne dass sämtliche benötigten Teile einzeln beschafft werden müssen.

Fahrzeuge

Auch Fahrzeuge werden häufig modifiziert.

Bei Straßenfahrzeugen können unter anderem:

  • Fahrzeugbreite
  • Radstand
  • Räder
  • Reifen
  • Stoßfänger
  • Beleuchtung
  • Innenraum
  • Motorraum

verändert werden.

Insbesondere bei Modellen realer Fahrzeuge dienen solche Änderungen häufig einer Verbesserung der Proportionen oder der Vorbildtreue.

Eisenbahnmodelle

Bei Klemmbaustein-Eisenbahnen sind MODs besonders verbreitet.

Mögliche Änderungen sind:

  • Motorisierung einer Lokomotive
  • Änderung des Fahrwerks
  • Veränderung des Achsabstands
  • Anpassung an bestimmte Kurvenradien
  • Verlängerung von Personenwagen
  • Änderung der Wagenbreite
  • Einbau einer Beleuchtung
  • Änderung von Kupplungen
  • Verbesserung der Laufeigenschaften
  • zusätzliche Details

Ein Displaymodell kann durch einen MOD beispielsweise so verändert werden, dass es auf einer Klemmbaustein-Modellbahnanlage eingesetzt werden kann.

Umgekehrt können ursprünglich für den Spielbetrieb konstruierte Fahrzeuge für die Verwendung als detailliertes Ausstellungsmodell verändert werden.

Motorisierung

Eine besondere Form der Modifikation ist die nachträgliche Motorisierung eines Modells.

Dies betrifft insbesondere:

  • Lokomotiven
  • Straßenfahrzeuge
  • Baumaschinen
  • Kräne
  • technische Modelle

Neben dem Motor müssen dabei gegebenenfalls Akkus oder Batterieboxen, Empfänger, Kabel und Steuerungselemente im Modell untergebracht werden.

Eine Motorisierung kann deshalb umfangreiche Änderungen an der ursprünglichen Konstruktion erforderlich machen.

Beleuchtung

Der nachträgliche Einbau einer Beleuchtung ist ebenfalls eine häufige Modifikation.

Beleuchtet werden beispielsweise:

  • Gebäude
  • Straßenfahrzeuge
  • Lokomotiven
  • Personenwagen
  • Schiffe
  • Dioramen

Dabei können LED-Bauteile verschiedener Anbieter verwendet werden.

Je nach Modell müssen für Kabel und LEDs einzelne Bereiche umgebaut werden. Bei umfangreichen Beleuchtungen ist zusätzlich die Positionierung der Stromversorgung zu berücksichtigen.

Verbesserung der Stabilität

Nicht jeder MOD dient ausschließlich der Optik.

Modelle können auch verändert werden, um konstruktive Schwachstellen zu beseitigen. Dies ist beispielsweise sinnvoll, wenn sich beim regelmäßigen Bewegen eines Modells Bauteile lösen oder bestimmte Bereiche nur schwach miteinander verbunden sind.

Durch zusätzliche Platten, Steine oder Technic-Elemente können solche Konstruktionen verstärkt werden.

Dabei muss gegebenenfalls zwischen zusätzlicher Stabilität und einem höheren Gewicht des Modells abgewogen werden.

Kombination mehrerer Sets

Eine weitere Form des MODs ist die Kombination mehrerer Exemplare desselben Sets.

Diese Methode bietet sich insbesondere bei Gebäuden und Landschaftselementen an. Aus zwei oder mehreren Sets kann beispielsweise ein wesentlich größeres Gebäude entstehen.

Der Vorteil besteht darin, dass bereits große Mengen zueinander passender Steine in den benötigten Farben vorhanden sind.

Übrig gebliebene Bauteile können anschließend für weitere MOCs und MODs verwendet werden.

Planung eines MODs

Vor einem umfangreicheren Umbau sollte festgelegt werden, welche Eigenschaften des ursprünglichen Modells erhalten bleiben sollen.

Ein mögliches Vorgehen ist:

  1. Originalmodell nach Anleitung aufbauen.
  1. Schwachstellen und gewünschte Änderungen festlegen.
  1. benötigte Bauteile ermitteln.
  1. betroffene Bereiche des Modells zurückbauen.
  1. Änderungen probeweise aufbauen.
  1. Stabilität und gegebenenfalls Funktion prüfen.
  1. endgültige Konstruktion fertigstellen.

Bei umfangreichen Änderungen kann es sinnvoll sein, das Modell zunächst digital zu planen.

Dokumentation

Bei größeren MODs empfiehlt es sich, die vorgenommenen Änderungen zu dokumentieren.

Dazu eignen sich:

  • Fotos der einzelnen Bauabschnitte
  • Teilelisten
  • digitale Modelle
  • eigene Bauanleitungen
  • Vergleichsbilder von Original und MOD

Eine gute Dokumentation ermöglicht es, das Modell später erneut aufzubauen oder die Änderungen anderen Modellbauern zur Verfügung zu stellen.

MOD eines MOCs

Nicht nur kommerziell erhältliche Sets können modifiziert werden.

Auch ein bereits vorhandener MOC kann als Grundlage für eine Modifikation dienen. Wird beispielsweise die Bauanleitung eines anderen Modellbauers verwendet und anschließend verändert, handelt es sich aus Sicht des neuen Erbauers ebenfalls um eine Modifikation einer vorhandenen Konstruktion.

Bei der Veröffentlichung solcher MODs sollte der ursprüngliche Konstrukteur genannt werden.

Modellbaurelevanz

MODs ermöglichen einen einfachen Einstieg in die Entwicklung eigener Klemmbausteinmodelle.

Der Modellbauer muss nicht mit einer vollständig leeren Baufläche beginnen, sondern kann eine bereits funktionierende Konstruktion schrittweise verändern.

Dadurch können unter anderem Erfahrungen mit:

  • Bautechniken
  • Stabilität
  • Proportionen
  • Farben
  • Teileverfügbarkeit
  • mechanischen Funktionen

gesammelt werden.

Ein MOD kann deshalb auch eine Zwischenstufe zwischen dem Aufbau fertiger Sets und der Entwicklung vollständig eigener MOCs darstellen.

Siehe auch