Lichtsignal

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Das Lichtsignal (fachsprachlich: Tageslichtsignal) kann im Eisenbahnverkehr als technischer Nachfolger des Formsignals angesehene werden. L. in vielfältiger Ausführung und einfacher elektrischer Ansteuerung ersetzen nach und nach die technisch komplizierteren Vorgängermodelle. Auch bei Modellbahnern sind sie beliebt, da der sperrige Antriebskasten nicht das Bild stört bzw. aufwändig kaschiert werden muss. Die meisten Modelle können heute getrennt vom Steuerantrieb eingebaut werden.

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Inhaltsverzeichnis

Hauptsignal

Das Hauptsignal zeigt dem Triebfahrzeugführer an, ob der dahinter liegende Streckenabschnitt befahren werden darf. Die Anzeige "Zughalt" oder "Hp0" wird durch rotes Licht dargestellt. Bei "Fahrt frei" oder "Hp1" zeigt das Signal grün. Außerdem gibt es ggf. noch den Begriff "Langsamfahrt frei" oder "Hp2", der durch grünes und gleichzeitig gelbes/orangefarbenes Licht angezeigt wird. Hp2 steht im Allgemeinen dort, wo der Zug über eine Weiche aus seiner Geradeausfahrt abgelenkt wird.

Vorsignal

Da Züge unter Umständen enorm lange Bremswege haben, sind den Hauptsignalen Vorsignale zugeordnet. Der Triebfahrzeugführer kann also rechtzeitig (im Großbetrieb 700 bis 1 000 Meter) vor dem "Halt" zeigenden Hauptsignal die Bremsung einleiten. Analog zum Hauptsignalbegriff spricht man beim Vorsignal von "Halt erwarten! / Vr0", "Fahrt erwarten! / Vr1" oder "Langsamfahrt erwarten! / Vr2". Da die Vorsignalisierung wesentlich für einen sicheren Zugbetrieb ist, werden die Vorsignale noch durch Baken mit drei, zwei und einem Streifen angekündigt. Dieses Detail wird im Modellanlagenbau aber gerne übersehen und weggelassen. Im Blockstrecken-Betrieb wird das Vorsignal für den Folgeblock gelegentlich gleich am Mast des Blocksignals montiert. Für den vorbildbewussten Modellbahner ist dabei zu beachten, dass bei "Halt!"-zeigendem Hauptsignal das am gleichen Ort stehende Vorsignal NICHT leuchtet. Man spricht von "Dunkeltastung". Mehr dazu unten unter "Ratschläge...".

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Schutzsignal

Landläufig auch Gleissperrsignal genannt. Schutzsignale zeigen die Begriffe "Halt! Fahrverbot!" (Sh0) oder "Fahrverbot aufgehoben" (Sh1). Es gibt die Ausführung "hoch", (also auf einem Mast in Triebfahrzeugführeraugenhöhe) und "niedrig", auch "Zwerg" genannt. Die letztere ist kaum größer als ein Aktenkoffer und steht am Boden zwischen den Gleisen. Man findet Schutzsignale z. B. am Ende von Betriebsbereichen, aus denen Zubringerzüge in die durchgehende Strecke einfahren könnten. Auch am Ausfahrsignal von Bahnhöfen sind sie üblich, um Rangierfahrten zu ermöglichen. So darf z. B. bei der Kombination Hp0/Sh1 die Lokomotive abrücken (vielleicht ins Betriebswerk), während für den Zug noch "Halt" gilt. Auch Rangierfahrten (Kurswgagen beistellen!) sind dann erlaubt. Der Begriff "Halt! Fahrverbot!" wird durch zwei rote Lichter nebeneinander gezeigt. "Fahrverbot aufgehoben" stellt sich als zwei weiße, nach rechts steigende Lichter dar. Wir sehen die Ähnlichkeit mit dem gleichbedeutenden Formsignal.

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Weitere Signale

Praktisch alle Signale, die früher als "Formsignale" eingesetzt wurden (also die Blechtafeln auch) sind heute als selbstleuchtende Varianten zu sehen. Die Geschwindigkeitsanzeiger werden häufig direkt auf den Ausfahrsignalen der Bahnhöfe montiert. Der (gelb beleuchtete) GeschwindigkeitsVORanzeiger findet sich dagegen gerne UNTER dem Hauptsignalschirm.

Auch die "grüne Kelle" des Zugbegleiters, mit der er dem Lokführer das Abfahrtsignal gibt, hat heute eine beleuchtete Entsprechung. Das Zp9 ("grüner Kreis") hat dieselbe Bedeutung. Es findet sich aber nur an größeren Bahnhöfen, wo ein Sichtkontakt zwischen Zugbegleiter und Lokführer nicht gewährleistet ist.

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Der Verzicht auf Mechanik macht kompaktere Bauweisen möglich, so dass mehrere Signale auf einem Schirm vreinigt werden können.

Als Ausfahrtsignal wird zum Beispiel gerne eines genommen, das man als "3plus2-begriffig" bezeichnen könnte. Zwei rote Lichter nebeneinander zeigen "Zughalt!/Hp0" (teilweise auch als "Hp00" bezeichnet). Hp1 und Hp2 wie gehabt, kennen wir schon.
Aber die Kombination "Zughalt!" + "Fahrverbot aufgehoben" (Hp0 + Sh1) wird in diesem Beispiel durch ein rotes Licht und die beiden steigenden weißen Lichter angezeigt.



Kombinationssignale (KS)

In dem Bereich bin ich jetzt nicht so firm, aber sprechen wir es kurz an. Der Trend geht zu Tageslichtsignalen, die durch Kombination diverser Lichter und Blinkfolgen die unterschiedlichsten Begriffe von Haupt- UND Vorsignal GLEICHZEITIG auf einen Schirm bringen. Das mag im Großbetrieb wartungsfreundlich sein, m. E. ist der Durchschnitts-Modellbahner und vor allem, der Durchschnitts-Modellbahn-Besucher mit dem Signalbild der KS überfordert. Ich habe jedenfalls noch nicht viele davon im Modell gesehen. Aber gerne überlasse ich die ausführliche Dokumentation in diesem Abschnitt den Fachleuten auf dem Gebiet.

Technische Entwicklung

Abweichend von dem "Schwester-Artikel" über Formsignale beleuchte ich hier etwas die Entwicklung der Signalmodelle.
In den, sagen wir, 1960er Jahren kam ein Lichthauptsignal mit 2 Glühbirnchen vom Kaliber 1 Watt daher. Das reichte ohne Weiteres, um ganze Bshnhofsviertel zum Rotlichtbezirk zu machen (bzw. dasselbe in grün). Irgendwann hielt dann die LED Einzug, das Signallicht wurde weniger grell, aber in den Anfangsjahren war das "Grün" dann noch recht gelblich, und "Weiß" gab es gar nicht. Da wurde aus Verlegenheit dann gelb hergenommen. Auch die Vorbildtreue beim Lichtwechsel hat zugenommen. Früher schnappte das Bild einfach zwischen "Rot" und "Grün" hin und her. Heute erhält man fein ausgeklügelte Schaltungen, die zunächst das Signalbild verlöschen lassen, um danach mit dem nächsten aufzuscheinen.

Ratschläge für Modellbahner

"True green" ist das neue Gelb!

Dem Erwerber von LED-Signalen resp. dem Eigenbauer empfehle ich dringend, bei der LED-Farbe für die grünen Lichter nur sog. "True Green" (Wellenlängen um 525 nm) bis zu "Aqua" bzw. "Verde" (505 nm) zu verwenden. Das spielt schon leicht ins bläuliche und sieht einfach Klassen besser aus als das Standard-Grün. Auch für Ampeln im Straßenverkehr sehr zu empfehlen. Wer es ganz artig macht, nimmt LEDs mit ungefärbtem Gehäuse (sog. "wasserklare"). Denn siehe beim Vorbild: Die Scheiben im Signalschirm sind NICHT gefärbt.

Gut dargestellt hat es der Hersteller bogobit auf seiner Website.

Stichwort Dunkeltastung: Diese gilt beim Vorbild sowohl für Vorsignale als auch für Zusatzsignale, wenn

  • sie am gleichen Mast wie ein Hauptsignal montiert sind UND
  • das Hauptsignal "Halt!" zeigt.

Der Sinn dahinter ist wohl, dass Triebfahrzeugführer bei "Hp0" nicht durch andere Lichter abgelenkt/irritiert werden sollen. Im Modell ist das recht einfach zu bewerkstelligen, wenn man einen Standard-Signalantrieb verwendet. Dieser hat im allgemeinen zwei Bahnstrom-Schalter, (für Unter-und Oberleitung). Sofern der Oberleitungs-Schalter nicht genutzt wird, legt man einfach die Masse von Vor-/Zusatzsignal über diesen, damit ist bei "Zughalt" auch diese Stromzufuhr aus. Ansonsten schafft ein parallel geschaltetes (bistabiles) Relais Abhilfe. Wie man ein Zs2 (Richtungsanzeiger) selber bauen kann, habe ich in diesem Artikel beschrieben

Weblinks

  • Stellwerke.de Schöne Übersicht (mit Grafiken) über die verschiedenen Bahnsignale
  • bogobit Blogseiten mit Überlegungen zur LED-Lichtfarbe

Hinweis

Der Artikel, insbesondere Grafiken und Bilder, befassen sich mit Signalen, wie sie im Bereich der DB üblich sind oder waren. In anderen Ländern oder auch im Bereich anderer Eisenbahnverkehrs-Unternehmen (EVU) in Deutschland sind abweichende Signalbilder und Regelungen möglich. Entsprechende Ergänzungen bitte mit dem jeweiligen Gebiet kennzeichnen.