Lokomotive

Aus Modellbau-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Lokomotiven (kurz Lok) sind selbstfahrende Zugmaschinen der Eisenbahn.

Die Lok besteht im Prinzip aus einem ein- oder mehrteiligen Tragwerk, das auf einem Fahrwerk bzw. auf mehreren Fahrwerken (beispielsweise Drehgestellen) gelagert ist. Die Antriebs-Maschinen können im Tragwerk oder im Fahrwerk integriert sein. Die Antriebsenergie wird letztendlich in eine Rotations-Bewegung der Räder umgesetzt, die durch das Abrollen auf den Schienen die Lok und den angehängten Zug in Bewegung setzt und fortbewegt.

Inhaltsverzeichnis

Unterscheidung nach der Antriebsenergie

Gebräuchlicherweise wird nach der Antriebsenergie zunächst zwischen Dampflokomotiven, Diesellokomotiven] und Elektrolokomotiven unterschieden. Andere Antriebe, zum Beispiel mit Propellern und Raketen gab es in einzelnen Versuchsfahrzeugen. Feuerlose Dampflokomotiven gibt es in begrenzten Betriebs-Bahnanlagen, beispielsweise in explosionsgefährdeten Bereichen der Chemie-Industrie. Selten vorkommende Hybridlokomotiven sind dieselelektrische Lokomotiven, die wahlweise auch ihren Fahrstrom aus Oberleitung oder Stromschiene entnehmen können.

Dampflokomotiven

Dampflokomotive Baureihe 18.201

Dampflokomotiven beziehen ihre Primärenergie aus der Verbrennung der zumeist mitgeführten Brennstoffe (früher oftmals Torf oder Holz, dann Kohle (alle auf offenem Rost unter den Wasserrohren), Kohlenstaub oder Schwer-Öl (Hochleistungsdampfloks), sowie nach neuesten Baugrundsätzen (Neubaudampfloks) auch Benzin - diese jeweils zum Betrieb spezieller Brenner. Die für den Antrieb benötigten Brennstoffe werden in Laderäumen (Kohlenkästen) oder Tanks auf der Lok oder auf einem angehängten Schlepptender mitgeführt.

Der damit geheizte Dampfkessel erzeugt aus ebenfalls in Wasserkästen an Lok oder im angehängten Tender mitgeführtem Wasser den Dampf für die Dampfmaschine. Diese überträgt die Bewegung auf die Treibstangen, die über eine Treibkurbel mit der Treibachse verbunden sind.

Die Dampflokomotive war die ursprüngliche und lange Zeit vorherrschende Lokomotivbauart. Sie ist in den USA seit den 1960er Jahren, in der Schweiz seit 1960, in West-Deutschland seit 1977 (letzter Dampfzug, Hilfszug mit Lok 043 903 von Oldersum Bf nach Emden Bw (beides Ostfriesland) und nachfolgernde Abstellung am 26. Oktober 1977, 16:03) und in Ost-Deutschland seit den 1980er Jahren praktisch vollständig durch Elektro- und Diesellokomotiven abgelöst worden.

In Asien und Afrika, beispielsweise in der Volksrepublik China, Indien, Thailand und Nordkorea, befinden sich Dampfloks (Stand von 2004) noch im regulären Betrieb.

Ausführlichere Beschreibung und spezielle Bauformen siehe bei Dampflokomotive und Dampflokomotive (Bauart).

Diesel- und Verbrennungskraft-Lokomotiven

Diesellokomotive der Union Pacific Railways
Mit Dieselmotoren angetriebene Lokomotiven haben eine Energieerzeugungskennlinie die nicht mit der Zugkraftkennlinie übereinstimmt und deshalb durch zwischengeschaltete Anlagen oder Getriebe angepasst werden muss.

Bei dieselelektrischem Antrieb treibt der Dieselmotor zunächst einen Generator an, der den elektrischen Strom für die elektrischen Fahrmotoren erzeugt.

Bei dieselhydraulischem Antrieb wird die Motorbewegung auf ein Strömungswandlergetriebe übertragen, dessen Ausgangswelle mit dem Rad-Antrieb verbunden ist. Frühere und kleine Diesellokomotiven übertragen ihre Leistung zuweilen auch über Schaltgetriebe (dieselmechanische Lokomotive). Eine direkte Kraftübertragung von langsamlaufenden Motoren über Kurbelgetriebe hat sich nicht durchgesetzt.

Ausführlichere Beschreibung und spezielle Bauformen siehe bei Diesellokomotive.

Elektrolokomotiven

Elektrolokomotive: E03 001
Elektrolokomotiven (kurz Elloks oder Elektroloks) haben einen rein elektrischen Antrieb im Gegensatz zu beispielsweise diesel-elektrisch oder elektrisch-dampfgetriebenen Lokomotiven. Elektroloks beziehen ihre Primärenergie meist während der Fahrt aus Oberleitungen oder aus einer Stromschiene über Stromabnehmer.

Auch die diskontinuierliche Elektroenergie-Speicherung in Akkumulatoren ist gebräuchlich. Lokomotiven mit elektrischen Fahrmotoren, die ihren Strom aus einem Generator beziehen, der von einem Dieselmotor angetrieben wird, werden üblicherweise als Diesellokomotiven eingeordnet.

Moderne Elektroloks haben ausschließlich Einzelachsantrieb. Die Radsätze mitsamt dem Fahrmotor sind meist in paarig angeordneten Drehgestellen mit je 2 oder 3 Radsätzen zusammengefasst, die den darüberliegenden Aufbau tragen.

Letzter Stand der Entwicklung sind Drehstrom-Antriebe, die aus dem Wechsel- oder Gleichstrom der Fahrleitung in Frequenzumrichtern den Drehstrom zum Antrieb der Asynchron-Fahrmotoren gewinnen. Mehrsystemlokomotiven können können mit dieser Technik bei unterschiedlichen Fahrleitungsspannungen und -frequenzen fahren. Damit ist ein grenzüberschreitender Verkehr ohne zeitraubenden Lokomotivwechsel möglich.


Ausführlichere Beschreibung und spezielle Bauformen siehe bei Elektrolokomotive.

Kleinlokomotiven

Kleinlok 310 734 in Thüringen

Kleinlokomotiven sind Lokomotiven mit geringer Größe und geringer Antriebsleistung für leichte Rangieraufgaben. Für diese werden verschiedene Antriebe verwendet, so unter anderem Dieselmotoren, Ottomotoren und Akku-gespeiste Elektromotore. Auch Speicherdampflokomotiven und Pressluftlokomotiven sind zu den Kleinlokomotiven zu rechnen.

Unterscheidung nach Anwendungszwecken

Frühere Lokomotivtypen wurden neben der Antriebsart auch nach Schnellzug-, Personenzug-, Güterzuglokomotiven sowie Rangier- und Kleinlokomotiven unterschieden. Für den Streckenbetrieb werden jedoch zunehmend Lokomotiven verwendet, die sowohl schnelle Personenzüge als auch Güterzüge ziehen können. Eine Unterscheidung der neuesten und stark standardisierten Lokomotiven nach Betriebsart ist nur noch im jeweiligen Extrembereich treffend, also bei sehr hohen Geschwindigkeiten über 200 km/h oder sehr hohen Zuglasten. Eine relativierende Rolle bei diesen Zuordnungen spielt auch, dass der alte und noch betriebsfähige Lokomotivbestand oft noch für Zugdienste mit geringerem Leistungsbedarf eingesetzt wird - also die ehemaligen Schnellzug-Renner oder Güterzugloks schleppen heute Personenzüge mit manchmal nur 3 oder 4 Wagen.

Siehe auch:

Hinweis

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Lokomotive aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.