Feldbahn

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Detail der Feldbahn-Anlage Ste Trinca-Vecnou in der Spur 0-14

Eine Feldbahn ist in der Regel eine nichtöffentliche Schmalspurbahn die in einfacher Form kostengünstig (billig) und in kurzer Zeit für einen nicht dauerhaften Betrieb erbaut wird. Für deren Bau und Betrieb finden weitgehend standartmässigen Bauelementen, die aus umfangreichen Katalogen der einschlägigen Hersteller ausgewählt werden können Verwendung. Beispielswiese vormontierten Gleisrosten und Weichen, aber auch Lokomotiven und Wagen.

Inhaltsverzeichnis

Vorbild

Feldbahnen dienen meist dem Transport landwirtschaftlicher, forstwirtschaftlicher, natürlicher und industrieller Rohstoffe wie Zuckerrohr, Holz, Torf, Lehm, Sand, Gesteinen und Erzen. Vereinzelt wurden Feldbahnen, so besonders nach dem ersten und zweiten Weltkrieg nicht mehr benutzte Heeresfeldbahnen, nach deren eigentlichen Nutzung für den nicht öffentlichen Einsatz als öffentliche Eisenbahn weiterbetrieben. Es ist deshalb schwierig eine feste Abgrenzung von einer Feldbahn Beispielsweise zu einer Kleinbahn festzulegen. Der Übergang ist fliessend.

Ursprünglich waren Feldbahnen vielfach mit einer Spurweite von 600 mm verbreitet, verschiedentlich aber auch mit Spurweiten von 500 mm oder 750 mm, selten mit anderen Spurweite. In den angelsächsischen Ländern sowie in Amerika sind Spurweiten von 610 mm (2 Fuss) üblich.

Der Materialtransport erfolgt oft mittels offenen Loren die durch Tender-Dampflokomotiven gezogen werden. Es ist durchaus üblich, wenn auch weniger auf Feldbahne selber, sondern auf den daran anschliessenden oder autonom existierenden Rollbahnen, dass einzelne Loren nur mit menschlicher Muskelkraft oder mit Pferden bewegt werden. Als Rollbahn werden die allerleichtesten und kostengünstigsten Feldbahnen bezeichnet, auf denen nur selten und dann nur leichte Lokomotiven zum Einsatz kommen können.

Der Oberbau, bestehend aus dem Gleise und den Schwellen, reicht von leichten Gleisrahmen, die von einer Personen getragen und verlegt werden kann und auch ohne Unterbau provisorisch auf der freigeräumten Bodenoberfläche liegen können bis hin zu festverlegten, eingeschotterten Strecken für schwere Lasten und längeren, gar dauerhaften Gebrauch.

Die Feldbahnen sind abgesehen von Feldbahnmuseen und einzeln aufgestellten Fahrzeugen praktisch vollständig aus der Öffentlichkeit verschwunden. Weitgehend abseits der Öffentlichkeit leisten aber Feldbahnen immer noch einen wesentlichen Beitrag. Beispielsweise in Australien bei den Zuckerrohrbahnen auf 610 mm Spurweite oder im Tunnelbau auf 900 mm Spurweiten.

Begriffe

  • Brigade-Feldbahn, Heeresfeldbahn (HF), in der Österreichisch-Ungarische Monarchie Militärfeldbahn oder Rollbahn, in englischer Sprache Trench Railway, sind eine Variante von Feldbahnen die von Eisenbahntruppen erbaut und betrieben werden. Solche Feldbahnen für den Kriegseinsatz wurden hinter den Frontabschnitten gebaut, an die große Mengen an Versorgungsgüter wie Lebensmittel, Munition und Waffen transportiert werden sollten.
  • Eisenbahnanlagen, welche im Bergbau über wie unter Tage zum Abtransport von Erz, Kohle und Abraum sowie zum Transport der Bergleute verwendet werden, werden als Grubenbahnen bezeichnet. Grubenbahnen gehörten zu den ersten Eisenbahnanlagen.
  • Decauville wird im französischsprachigen Raum als Synonym für Feldbahnen allgemein verwendet wird. Wobei es sich beim Begriff Decauville um ein Französisches Industrieunternehmen handelt, dass vor allem für umfangreiche Lieferungen von Lokomotiven, Wagen und Gleisbauelementen in der Spur 600 mm bekannt ist.
  • Als Waldbahn wird eine Eisenbahn bezeichnet die vorwiegend zu forstwirtschaftlichen Zwecken dient, in erster Linie dem Abtransport von geschlagenem Holz zu Sägewerken oder Bahnstationen. Bei Waldbahnen handelt es sich nicht zwangsläufig um Feldbahnen.
  • Als Zuckerrohrbahn, englisch Sugar Cane Train, werden Eisenbahnen der Landwirtschaft bezeichnet die Zuckerrohr von den Feldern in die Zuckerfabriken transportieren.

Sammlung an Feldbahnbilder

Sammlung an Technischen Zeichnungen zum Thema

Literatur

  • Alfred B. Gottwaldt: Heeresfeldbahnen, Bau und Einsatz der militärischen Schmalspurbahnen in zwei Weltkriegen. Verlag Transpress, Stuttgart 1998, ISBN 3-613-70818-3
  • Das Frankfurter Feldbahnmuseum. Eigenverlag Verein Frankfurter Feldbahnmuseum, 2016
  • Walter G. Steingahs: 4.000 km auf 610 mm Spur. Die Zuckerrohrbahnen im australischen Queensland. Feld- und Schmalspurbahn-Verlag Karl Paskarb, 2002, ISBN 3-938278-03-X

Weblinks

Modell

Feldbahnen sind bei Modelleisenbahner beliebt. Billerbahn war mit dessen Programm für die Spur 0e bezogen auf die Modelleisenbahn-Vergangenheit ein Begriff. Heute leistet MinitrainS mit seinen Feld- und Herresfeldbahnen mit einer Wiederauflage von Eggerbahn-Fahrzeugen und Neukonstruktionen an Fahrzeugen sowie entsprechendem Zubehör für die Spur H0e neben Roco und vielen Kleinserienhersteller einen wesentlichen Beitrag dazu, dass dies auch künftig so bleibt. Auch Busch hat mit seinen Feld- und Grubenbahnen mit entsprechendem Zubehör für die Spur H0f ein attraktives Programm.

Feldbahnen können und werden wie Straßenbahnen gut nachträglich auf kleinem und kleinstem Raum in eine bestehende Anlage integriert werden. Der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Der meist geringen Spurweite und der geringen Fahrzeuggewichte wegen ist der Schienenverlegung die nötige Aufmerksamkeit zu widmen. Kleinste Radien wie auch grosse Steigungen sind wenn immer möglich zu vermeiden.

Siehe auch