Wiking

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Wiking in Berlin ist ein bekannter Hersteller von Kunststoff-Modellautos, hauptsächlich in der Nenngröße H0, als Zubehör für Modelleisenbahnen (Trix, Märklin, Fleischmann, Roco) und für Sammler.

Wiking startete bereits in den 30er Jahren mit dem Bau von Wasserlinien-Schiffsmodellen (Kriegs- und Handelsschiffe) aus Blei/Metall im Maßstab 1:1250. In der Zeit während des 2. Weltkrieges dienten die Schiffsmodelle, wie auch die neu geschaffenen Flugzeug- (ab 1934/35) und Wehrmachtsmodelle (ab 1937/38) in 1:200 als Erkennungs- bzw. Sandkastenmodelle des Militärs. 1938 wurden die Flugzeuge komplett und einige wenige Schiffe auf Kunststoff umgestellt. Auf der Basis der Wehrmachtsmodelle aus Metall wurde auch die erste Verkehrsmodellserie geschaffen, die dann aber aufgrund des Kriegsausbruches eingestellt wurde (Ausbau der Erkennungsmodelle). Der Verkauf an den Spielwarenhandel ging im Laufe des Krieges immer mehr zurück. Aufgrund der Tätigkeit als kriegswichtiger Betrieb und durch die dadurch erfolgte Beschäftigung von Zwangsarbeitern, findet sich die Firma auf den Seiten der Jewish Virtual Library wieder.

Nach dem Kriege gab es kurzzeitig Figuren um die Arche Noah, Versuche mit Tonmodellen und anderes mehr, bevor in den Automodellen die Zukunft gesehen wurde. Um überhaupt etwas produzieren zu können, wurden zuerst sogar Kämme und Knöpfe aus Kunststoff hergestellt. Ferner wurde die Berliner Luftbrücke 1948/49 mit einer kleinen Serie von fünf Flugzeug- und zwei Fahrzeugmodellen im Maßstab 1:400 begleitet.

Wiking Shell Tankwagen, Maßstab 1:87

Ab 1947 begann man zunächst mit Automodellen, die zum Teil nur aus einem Formteil bestanden, von unten hohl und deren Fenster teilweise bemalt waren (Maßstab 1:100). Die Achsen bestanden aus Draht mit flach gekniffenen Enden; sie waren in den noch heißen Kunststoff gequetscht und nicht beweglich, lediglich die Räder rollten auf den Achsen. Diese frühen Versionen werden von Sammlern auch "Quetschachser/ Drahtachser/ Knipsachser" genannt. Später bekamen die Modelle eine Bodenplatte und Rollachsen (Maßstab 1:90), genannt "Unverglaste Modelle/ Rollachser". Seit den frühen 60er Jahren gibt es die "Verglasten" mit durchsichtigen Fensterscheiben. Inneneinrichtungen vervollständigten in den 70ern das Bild. Heute kommen teilweise Originallacke der Automobilhersteller zum Einsatz. Der Maßstab wurde inzwischen auf 1:87 (H0) angepasst.

Die Wasserlinien-Schiffsmodelle produzierte man von 1949/50 an wieder, später zum Teil auch modifiziert als Veteranenserie. Etwa 1974/75 wurde diese Produktionslinie eingestellt.

Durch die so genannte „Silberserie“ wurde in den 60ern versucht, nochmals Flugzeugmodelle in 1:200 zu verkaufen, jedoch ohne einen wirtschaftlichen Erfolg.

1981 starb der Firmengründer Friedrich Karl Peltzer im Alter von 78 Jahren (*05.02.03 +20.11.81). Manche Sammler halten diesen Zeitpunkt für das Ende einer Ära (der Zeit der stilisierten Modelle, der Darstellung des Wesentlichen). 1982 wurde die Außenstelle Kiel geschlossen, in der o. g. Schiffe und auch Sondermodelle (größere Maßstäbe, Werbeaufträge) gefertigt wurden. Die Zweigstelle Buer, als Vorläufer von Kiel, war bereits 1953 aufgegeben worden. Im Jahre 1984 erfolgte der Verkauf an die Sieper-Gruppe (Siku). 1986 fand der Umzug vom alten Stammhaus, Unter den Eichen 101, wo man seit 1936 ansässig war, in die Industriestraße statt. Begonnen hatte man 1932 in der Dahlemer Straße. Seit 1995 montiert man in Polen, 1999 kam China als Fertigungsstätte hinzu. Die heutigen Modelle vertreten eine andere Philosophie und haben sich dem Zeitgeschmack, den Marktgesetzen und den Mitbewerbern, wie Herpa, Brekina, etc. angepasst (von Peltzer geprägter Begriff: „Sklavischer Nachbau“).

Von Wiking übernommen wurde auch die Produktion der früher unter der Marke Roskopf produzierten LKW-Modelle im Maßstab 1:87.

Die frühen und seltenen Modelle sind heutzutage teilweise teure Sammlerstücke geworden. Als eines der teuersten Modelle gilt ein für Thyssen gefertigtes Werbemodell, ein Mercedes L 5000 Tanksattelzug. Zuletzt wurde dieses seltene Modell mit ca. 10.000 EUR gehandelt.

Bei Versteigerungen werden einzelne Modelle teilw. noch höher als die genannte Summe gehandelt, dieses gilt besonders für die sog. „Großen Modelle“ (1:60 und größer). Jedoch dürften hier die besagten Auktionen eine eigene Dynamik aufweisen, die teilw. nicht unbedingt den wirklichen Wert der Modelle darstellt („muss ich haben“).

Nicht vergessen werden sollten auch die Spur-N-Modelle ab 1969, die auch einen Liebhaberkreis, nicht nur unter Modelleisenbahnern, haben.

Weitere Informationen kann man den verzeichneten Homepages entnehmen.

Weblinks


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