Trix

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TRIX (eigene Schreibweise) mit Sitz in Nürnberg ist ein traditionsreicher Hersteller von Spielwaren, vorrangig Modelleisenbahnen im Maßstab 1:87, Nenngröße H0 und im Maßstab 1:160, Nenngröße N (unter dem Markennamen Minitrix).

Zur ehemaligen Produktpalette zählten auch Metallbaukästen, Morseapparate und Tonbandgeräte.

Altes Trix-Logo
Trix Metallbaukasten, das zweite wichtige Standbein des ehemaligen Spielwarenherstellers

Inhaltsverzeichnis

Firmengeschichte

Vorgeschichte

Die Wurzeln der Firma Trix lassen sich bis zum Jahre 1838 zurückverfolgen. Produziert wurden anfangs Zinnfiguren und Metallspielwaren. Aus der ursprünglichen Firma J. Haffner wurde nach einer Fusion 1925 die Vereinigte Spielwarenfabriken Andreas Förtner und J.Haffner's Nachf. KG.

Der Markenname Trix taucht 1931 mit den ersten Trix Metallbaukästen auf. Die Experten streiten sich nach wie vor, vorher der Name kommt. Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass der Name der Lieblingszigarren des Entwicklungsingenieurs Siegfried Kahn ausschlaggebend war

Entwicklungen der 1930er Jahren

In Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Bing-Geschäftsführer Stephan Bing, Siegfried Kahn und anderen ehemaligen Mitarbeitern der Firma Bing wurde ab 1932 die Trix Express Modelleisenbahnen entwickelt und 1934 mit der Produktion begonnen. Sie kann als konsequente Weiterentwicklung der ab 1922 von Bing produzierten „Tischeisenbahn“ angesehen werden, viele Detaills verraten die Herkunft.

Im Jahr 1935 wurde Trix Express auf der Leipziger Frühjahrsmesse der Öffentlichkeit vorgestellt, damals noch in der Nenngröße 00. Trix Express hatte von Anfang an das Dreischienen-Dreileiter-Gleis und ermöglichte einen Zweizugbetrieb auf einem Gleis. Die Trix-Express-Lok 20/51 mit Vollscheibenrädern aus dem Jahr 1935 ist heute sehr gefragt. Märklin konnte die eigene Nenngröße-00-Bahn erst zur Leipziger Herbstmesse 1935 vorstellen.

Zwei Trix-Express-Züge auf Bakelitgleisen - Wechselstromepoche ca. 1936/37

In dieser Epoche waren Gleichstrommotoren bei Modellbahnen noch nicht üblich. Entweder fuhr man mit Uhrwerkantrieb oder mit 14 bis 20 Volt Wechselspannung. In der Anfangszeit wurde dabei die normale Haushaltsspannung von 220 oder 110 V ohne Transformator nur mit Vorschaltwiderständen aus Glühbirnen für Spielzeugeisenbahn genutzt, dies wurde aus offensichtlichen Sicherheitgründen bald wieder aufgegeben.

Bei den Trix-Express-Lokomotiven wurden wurden Allstrommotoren verwendet, der Wechsel der Fahrtrichtung wurde durch einen Spannungsabfall realisiert, der über eine Schaltklinke und ein Schaltrad eine Schaltwalze ansteuerte. Märklin hat diese Funktion später mit einem Überspannungsstoß umgesetzt.

Triebwagen 20/58, Bj. ca. 1938

Die Nachfrage nach der neuen Trix-Modellbahn war unerwartet hoch, bis 1940 boomte der Verkauf. Trix konnte für die Nenngröße 00 zahlreiche Neuerungen entwickeln, so z. B. 1937 den fahrtrichtungsabhängigen Lichtwechsel im Triebwagen 20/58 und die große Schnellzuglokomotive 20/57 mit der realen Achsfolge 2´C1´ – bislang wurden die Lokomotiven mit reduzierter Achszahl vereinfacht gebaut. 1939 folgte dann die automatische Standard-Kupplung an allen Lokomotiven und Wagen, das fernsteuerbare Entkupplungsgleis 20/12 sowie die fernsteuerbare „Trix-Automatik-Kupplung“ an der Schnellzuglokomotive 20/59, hiermit konnte an jeder beliebigen Stelle der Anlage entkuppelt werden. Im gleichen Jahr wurden auch elektrische Signale und Schalter mit Zugbeeinflussung auf den Markt gebracht. Als letzte Neuentwicklung vor der kriegsbdingten Zwangspause wurde 1940 die Tenderlokomotive 20/56 mit der „Super-Automatik“ genannten fernsteuerbaren Automatik-Kupplung an beiden Enden und einem besonderen Getriebe herausgebracht.

Stephan Bing und Siegfried Kahn waren deutsche Staatsbürger jüdischen Glaubens. Durch die Nürnberger Rassegesetze waren sie 1938 gezwungen, ihren Anteil am Trix-Werk zu verkaufen und emigrierten nach England. Dort waren sie mit Unterstützung von W. J. Basset Lowke maßgeblich am Ausbau der englischen Trix-Modelleisenbahn, der Trix Twin Railways tätig. Erstaunlicherweise konnten wichtige Ersatzteile weiterhin problemlos zwischen der deutschen Trix-Express-Eisenbahn und der englischen Trix Twin Railways ausgetauscht werden.

Das deutsche Unternehmen wurde 1938 von Ernst Voelk erworben und trug die Firmenbezeichnung TRIX Vereinigte Spielwarenfabriken Andreas Förtner und J.Haffner's Nachf. Durch die Übernahme durch Ernst Voelk besaß Trix nun auhch auch den traditionsreichen Hersteller von Blechspielzeug Distler (bis 1962).

Bahnhof Trixstadt aus Holz - Vorkrieg

Für Trix Express wurde auch umfangreiches Zubehör produziert ,z. B. der Bahnhof „Trixstadt“ mit Empfangsgebäude, dazu passendem überdachten Bahnsteig, Güterschuppen und Lokschuppen. Alle Gebäude waren aus Holz gefertigt und sind heute bei Sammlern sehr gefragt. Es existieren Vermutungen, dass die Holzgebäude nicht durch Trix selbst sondern durch Zulieferer produziert wurden, es gibt aber bislang keine Anhaltspunkte, wer der Zulieferer war. Darüber hinaus gab es eine enge Zusammenarbeit mit Kibri, die ihre Blechgebäude, darunter Bahnhöfe, Bahnsteige, Brücken und Stellwerke, mit kleinen Änderungen in Farbgebung und Gestaltung auch durch Trix vertreiben ließ.

Ab 1940/41 kam die Spielwarenindustrie in Deutschland schrittweise zum Erliegen, auch Trix musste seine Produktionsstätten nun auf die Fertigung von Rüstungsgütern umstellen, z. B. Morseapparate und Feldtelefone. Mit zunehmender Eskalation der Kriegshandlungen, stieg auch für Nürnberg das Risiko, Ziel von Luftangriffen zu werden. Nürnberg war dabei einerseits als wichtiger Industriestandort und Eisenbahnknotenpunkt ein bevorzugtes strategisches Ziel und gleichzeitig durch die Nürnberger Reichsparteitage und Rassegesetze ein Ziel mit hoher symbolischer Bedeutung für die alliierten Luftstreitkräfte.

Aufgrund der akuten Bedrohung erfolgte Anfang 1943 die Verlagerung der Produktion in die ländliche Umgebung Nürnbergs nach Spalt. Im Zuge dieser Maßnahme wurde auch ein Teil der bereits fertigstellten Spielzeugartikel dort eingelagert, z. B. Trix-Express-Eisenbahnen, Metallbaukästen und Zubehör. Die Produktionsstätten in der Kolberger Straße 15 in Nürnberg erhielten im Frühjahr 1945 mehrere Treffer von Spreng- und Phosphorbomben. Das Inferno war derart heftig, dass die in den Tresoren eingelagerten Handmuster einschließlich der Konstruktionspläne und Zeichnungen vollständig verglühten. Ebenso gravierend waren die Schäden an den Gebäuden, die nach Kriegsende nicht mehr genutzt werden konnten.

Trix als Exportschlager

TTR-Lokomotive „Compound“

Schon zu Beginn in den 1930er Jahren waren die Produkte ein großer Erfolg im Ausland. Sowohl der Metallbaukasten als auch die Modellbahn waren in den europäischen Ländern sehr beliebt.

Mit besonders großem Erfolg waren unter der Marke TTR (Trix Twin Railway) Trix Express-Produkte in Grossbritannien erhältich. Dort gründete man 1938 ein eigenes Unternehmen und entwickelte eine eigene englische Modellpalette speziell für den englischen Markt. Ende der 1950er Jahre begann man mit der Fertigung von Kunststoffmodellen, das Dreischienen-Dreileiter-System konnte sich dort immerhin bis 1967 halten, bis man auf das internationale Zweischienen-Zweileiter-System umstellte. Anschließend wechselte das Unternehmen mehrmals den Besitzer und firmierte zeitweise auch als Trix Trains und British Trix. Das Erbe von TTR trat in den 1970er Jahren dann das britische Tochterunternehmen von Liliput an.

Noch heute haben Trix-Twin- und Trix-Express-Modelleisenbahnen einen großen britischen Sammlerkreis. Ähnlich wie in Deutschland veranstaltet man auch in England Modellbahnbörsen auf denen speziell nur Produkte von Trix angeboten werden.

Schon vor dem Zweiten Weltkrieg wurden Modellbahnen von Trix Express und Trix Twin von dem bekannten Spielwarenhändler FAO Schwarz in die USA importiert und in eigenen Katalogen beworben. Dabei wurden auch besondere Modelle für den amerikanischen Markt angeboten.

In den USA war und ist heute vor allem Minitrix ein großer Erfolg, ein reichhaltiges Produktangebot an amerikanischen Modellen steht zur Verfügung.

Wiederaufbau und Blütezeit der 1950er Jahren

Erst 1948 wurde die Aufnahme der Spielwarenproduktion von Eisenbahnen und Metallbaukästen wieder möglich. Trotz – oder gerade auf Grund – der gerade vollzogenen Währungsreform war die Nachfrage an Spielwaren zum Weihnachtsfest 1948 unerwartet groß. Glücklicherweise konnte Trix nun auch auf die in Spalt ausgelagerten, unzerstörten Warenbestände zurückgreifen, um die Kunden wiederzugewinnen. Mit den Umsätzen und Gewinnen dieses Weihnachtsgeschäfts wurde ein wichtiger Grundstein für den Wiederaufbau der Spielwarenproduktion in Nürnberg gelegt. Im Frühjahr 1949 lief die Spielwarenproduktion bei Trix wieder in größerem Umfang an. Bereits Ende 1949 war bis auf wenige Modelle das gesamte Vorkriegsprogramm wieder lieferbar, für die Entwicklung neuer Trix-Produkte war noch keine Zeit.

TRIX-Express-Logo (1950er Jahre)

Ab 1950 lauten die offiziellen Firmenbezeichnungen:

  • TRIX Vereinigte Spielwarenfabriken GmbH, Nürnberg, bis sie 1955 neuerlich den Namen auf
  • TRIX Vereinigte Spielwarenfabriken Ernst Voelk KG, Nürnberg änderte.

In Folge weiterer Änderungen der Besitzverhältnisse führte Trix im Laufe der Jahre die Namen

  • TRIX-Mangold GmbH & Co KG (nach dem Verkauf 1971 an GAMA),
  • TRIX-Schuco Gmbh & Co (nach der Fusion 1993 mit Schuco),
  • TRIX Modelleisenbahn GmbH und Co KG (seit dem Verkauf an Märklin am 1. Januar 1997).

Bereits zur ersten Deutschen Spielwarenmesse der Nachkriegszeit im März 1950 in Nürnberg konnte Trix mit den „Super-Modell-Güterwagen“ drei sehr detaillierte Neuentwicklungen vorstellen: unterschiedlich dekorierte Kesselwagen, dem langen gedeckten Güterwagen „Bromberg“ und dem langen Rungenwagen „Köln“.

Im darauffolgenden Jahr 1951 erschien mit der Elektrolokomotive der DR-Baureihe E 94 ein absolutes Spitzenprodukt der deutschen Spielwarenindustrie „Made in Western Germany“. Hier hatte Trix neben den „Super-Automatik-Kupplungen“ funktionsfähige Pantographen für die Oberleitung konstruiert, nun war sogar der Dreizugbetrieb auf einem Gleis möglich und Trix hatte wieder technologisch die Nase vorn. Verkauft wurde die E 94 007 nicht wie üblich in einer Pappschachtel, sondern in einem mit grauem Samt ausgeschlagenen rotem Holzkästchen ("Schmuckkästchen") und blieb viele Jahre im Programm. In diese Zeit um 1952 fällt auch der Wechsel der Bezeichung von Nenngröße 00 nach Nenngröße H0.

Seit 1953 produzierte Trix wie viele andere Hersteller auch mit Ausnahme von Märklin Modelleisenbahnen mit Gleichstrommotoren. Auch die E 94 erschien 1953 als Flaggschiff des neuen Trix Express Gleichstrom-Programms. Bei dem zunächst verwendeten „Umbau-Permamotor“ wurde einfach die Erregerwicklung des alten Wechselstrommotors durch einen Permanentmagneten ersetzt und den Motor so für Gleichspannung tauglich gemacht. 1957 wurde bei der E 94 der „Umbau-Permamotor“ dann durch den neuentwickelten „Standard-Permamotor“ ersetzt, der viele Jahre der Standardantrieb fast aller Trix Triebfahrzeuge blieb.

Trix-Express-Anlage im Stil der 1960er Jahre

In den 1950er Jahren waren die Wagen zunächst weiterhin aus lithographiertem Blech hergestellt. 1954 wurde eine Serie Blech-D-Zug-Wagen vorgestellt, die sich an den damals neu vorgestellten 26,4-Meter-Schnellzugwagen der Deutschen Bundesbahn orientierten, allerdings immernoch im deutlich verkürzten Maßstab von 1:110 realisiert auch Merkmale der Schürzenwagen der ehemaligen Deutschen Reichsbahn beeinhalteten. So waren hier die typischen Faltenbalg-Übergänge und Wülste der Vorkriegswagen nachgebildet, gleichzeitig aber schon die abgerundeten Fensterecken der Nachkriegswagen.

Bei den Güterwagen folgte eine Serie schwerer zweiachsiger Wagen aus Zinkdruckguss.

Eine besondere Neuheit aus dem Jahr 1954 war die große Förderbrücke, die vom englischen Partnerunternehmen TTR (Trix Twin Railways) entwickelt und zusammen mit einem Selbstentladewagen auch auf dem deutschen Markt vertrieben wurde. Außerdem wurde der englische „Weltrol-Tieflader“ mit mehreren Ladungsvarianten wie Kessel, Kabeltrommel oder Trafo in Deutschland angeboten.

Ende als eigenständiges Unternehmen 1997

Nach über sechs Jahrzehnten der Selbständigkeit geriet das Unternehmen Trix in den 1990er Jahren zunehmend in wirtschaftliche Schwierigkeiten und wurde 1997 vom Göppinger Konkurrenten Märklin vollständig übernommen und als eigenständige Marke weitergeführt (Stand 2020). Zwischen den verschiedenen Modellpaletten der Nenngröße H0 gibt es nun immer breitere Überdeckungen mit Märklin, lediglich die Anpassungen für die beiden Stromsysteme Dreischienen-Zweileiter-Wechselspannung (Märklin), Dreischienen-Dreileiter-Gleichspannung (Trix Express, auslaufend) und Zweischienen-Zweileiter-Gleichspannung (Trix International) unterscheiden die Modellneuentwicklungen noch.

Die Ursachen für die wirtschaftliche Krise vieler Modelleisenbahn-Hersteller in dieser Zeit sind teilweise in einer gravierenden Veränderung des Marktes zu sehen. Hierfür konnten die Firmen bislang wenig langfristig tragfähigen Konzepte entwickeln, um sich gegen die zunehmend computerisierten elektronischen Spielzeugartikel zu behaupten. Weitere Gründe sind aber auch nur auf Gewinnmaximierung zielende und daher vom Markt schlecht angenommene Produktstrategien wie der Einführung des „Hinke-Maßstabes“ von 1:93,5 bei den 26,4-Meter-Wagen, das zur Insolvenz von Fleischmann und zehn Jahre später zur Beihnahe-Insolvenz von Märklin führt.

Märklin zeigte an der Fortführung des Trix-Express-Programms wenig Interesse und stellte die Produktion dieses traditionsreiche System inzwischen weitgehend ein. Zunächst wurden hierfür keine Neuheiten mehr vorgestellt, inzwischen werden auch keine Gleise und Fahrzeuge für Trix Express mehr produziert.

Die Freunde dieses Systems behelfen sich durch Umrüsten der Modelle von Trix (International) mit passenden Radsätzen und Kupplungen, soweit diese NEM konform sind. Auch lassen sich die Märklin-C-Gleise durch kleine Modifikationen zu Dreileiter-Gleisen umbauen, was aber auch die Verwendung von Märklin-Schleifern erfordert. Bei der Ersatzteilversorgung ist man zunehmend auf Selbsthilfe angewiesen, auch wenn mehrere engagierte Trix-Freunde notwendige Ersatzteile aus eigener Initiative produzieren und anbieten, z. B. auf Modellbahn-Börsen, Trix-Treffen wie das einmal im Jahr in Dortmund, im (online-)Versand oder auf Online-Auktionshäusern.

Seit 1995 existiert die „IG Trix Express“, eine formlose Verbindung von Trix-Sammlern und Fahrern mit dem Ziel, das Sterben des Trix-Express-Systems zu verhindern, den Fortbestand zu sichern und die Interessen der „Trixer“ zu kanalisieren. Weitere Interessenverbände von Trix-Express-Freunden existieren in Großbritanien („TTRCA“) und in den Niederlanden. Auch in der Schweiz gibt es treue Trix-Express-Freunde.

Produktpalette

Trix Metallbaukasten

Der Trix Metallbaukasten begründete den Erfolg in den Anfangsjahren der Firma Trix. Über mehrere Jahrzehnte war der Baukasten neben den Modelleisenbahnen wirtschaftlich das zweite Standbein für das Unternehmen. Aufgrund ständig sinkender Verkaufszahlen wurde zum Jahreswechsel 1997/98 das endgültige Produktionsende beschlossen.

Trix Express Batteriebahn

Zusätzlich zum bestehenden Trix Express Modellbahnprogamm produzierte man im Hause Trix von 1953 bis 1960 die „Trix-Batteriebahn“ in Nenngröße H0. Das Marketing-Ziel des Unternehmens war die Erweiterung des Kundenkreises, vor allem auf Kinder und Jugendliche, um diese frühzeitig an das Hobby der Modelleisenbahn heranzuführen.

Heute sind die inzwischen selten gewordenen Batteriebahnen gefragte Teile bei vielen Sammlern.

Trix Express

Trix-Express-Anlage mit Dreileiter-Gleisen aus Neusilber, links eine 01, rechts eine V 200

Trix Express als Dreischienen-Dreileiter-System mit durchgehendem Mittelleiter ermöglichte auf der Modelleisenbahn den geichzeitgen, unabhängigen Betrieb von zwei, bei der Verwendung einer Oberleitung sogar von drei Zügen, da die beiden Außenschienen, im Gegensatz zum Märklin-System, elektrisch gegeneinander isoliert sind. Die Stromaufnahme erfolgte bei Trix Express über federnd angebrachte, kurze Schleifkontakte sowohl von der Mittelschiene als auch von einer der beiden Außenschienen.

Dies war der hauptsächliche Vorteil gegenüber den anderen Modellbahnsystemen, bei denen ohne Oberleitung und Einbau technischer Hilfsmittel nur ein einziger Zug gesteuert werden konnte. Dieser Vorteil an spielerischen Möglichkeiten hatte den Nachteil der mangelnden Modelltreue, die ab den 60er Jahren von Modellbahnfreunden immer stärker gefragt wurde, denn der deutlich sichtbare Mittelleiter störte hier viele Kunden.

Eine weitere Besonderheit des Trix-Express-Systems sind die besonders breiten Spurkränze, die bei identischer Spurweite von 16,5 mm ein Spurkranz-Innenmaß von nur 11,8 mm aufweisen. Dies erfordert an den Weichen einen besonders großen Abstand der Radlenker, weshalb Trix-Express-Fahrzeuge nicht ohne Umbauten über Weichen anderer Gleissysteme fahren. Falls Trix-Express-Fahrzeuge an den eigenen Weichen entgleisen, hat sich das Spurkranz-Innenmaß durch Verrutschen der Radscheiben auf der Achse verändert und muss mit Hilfe einer passenden Prüflehre neu eingestellt werden.

Anders herum es kann bei Fahrzeuge anderer Hersteller auf Trix-Express-Weichen zu Problemen kommen, weil diese auf Grund der sehr viel dünneren Spurkränze nicht korrekt durch die Radlenker geführt werden. Bei Märklin-Fahrzeugen sind zudem die beiden Radscheiben einer Achse nicht elektrisch von einander getrennt, dadurch wird der unabhängige Mehrzugbetrieb behindert. In beiden Fällen hilft nur der Austausch der Radsätze.

Im Laufe der siebzigjährigen Entwicklung von Trix Express wurden auch die Schienen dem jeweilgen Stand der Technik und der Verfügbarkeit der Materialien angepasst. Um die verschieden Bauarten verbinden zu können, wurden sogenannte Übergangsgleise verwendet, die zur einen Hälfte dem alten System und zur anderen Hälfte dem neuen System entsprachen:

Bakelitgleise
von 1935 bis 1955 angeboten, mittels Bakelit wurde das Schotterbett der Gleise nachgebildet, die Schienen waren aus Weißblech-Hohlprofil gefertigt,
Pappgleise
die Schwellen waren aus Presspappe, die Schienen weiterhin aus einem Weißblech-Hohlprofil gefertigt,
Vollprofilgleise
dem Vorbild nachgebildet hatten die Schienen erstmals ein Vollprofil aus korrosionsbeständigem Neusilber, die Schwellen bestanden aus Plastik
International-Gleise
Abwandlung der Vollprofilgleise für das Zweileiter-Zweischienen-System, auf den Mittelleiter wurde verzichtet, die Weichen erhielten den engen Radlenkerabstand, entsprechend wurden auch die Spurkänze der Radsätze kleiner ausgeführt

Trix (Express) International

Trix Express International wurde erstmals 1964 als Zweischienen-Zweileiter-System entsprechen den üblichen internationalen Normen angeboten. Zunächst erfolgte die Stromaufnahme noch über die kurzen Schienenschleifer, später dann mit Schleiffedern über die Rad-Innenseiten. Lange Zeit wurden nun die meisten Fahrzeuge für beide Systeme Trix Express und Trix Express International angeboten, letzteres später dann nur noch als Trix International und schließlich als Trix H0.

Hierdurch kommt es immer wieder zu Irritationen, da gerade bei Angeboten im Internet z. B. über online-Auktionshäuser viele Verkäufer den Unterschied zwischen Dreischienen-Dreileiter und Zweischienen-Zweileiter entweder überhaupt nicht kennen oder dies nicht deutlich beschreiben. So können Trix-International-Fahrzeuge in Trix-Express-Verpackungen angeboten werden oder umgekehrt. Ist ein Tausch von Radsätzen und Kupplungen notwendig, kann dies gerade bei Lokomotiven sehr aufwändig und teuer werden.

Minitrix

Minitrix Modelleisenbahnanlage der 1970er im Miniatur Wunderland

Vorläufer wurden als Standmodelle bzw. Schiebemodelle im Maßstab 1:180 gefertigt. Anfang 1964 erschienen die ersten elektrisch betriebenen Serienmodelle der Nenngröße N im Maßstab 1:160.

Mit dieser Produktserie erreichte Trix noch einmal einen nationalen bzw. internationalen Durchbruch. Der Markenname Minitrix wurde oftmals als Synonym für Modellbahnen der Nenngröße N benutzt.

Die Minitrix-Produkte werden auch heute noch gefertigt und sind auch international sehr populär.

Digitalisierung

Die e.m.s („Elektronische Mehrzugsteuerung“) wurde 1973 eingeführt, mit der es möglich war, die doppelte Anzahl von Zügen auf einer Strecke gleichzeitig und unabhängig voneinander zu steuern, bei Trix Express also vier, mit Oberleitung sogar sechs Züge.

Mit Selectrix begann 1983 das digitale Zeitalter der Modellbahn. Die von Trix entwickelte Vielzugsteuerung mit moderner Mikroprozessor-Elektronik ließ sich universell auch für andere Zweileiter-Markenprodukte einsetzen. Durch die Verbreitung der digitalen Steuerungen war nun auch für andere Anbieter ein „Mehrzugssystem“ möglich. Damit war dieser Marktvorteil des Trix Express-Systems erloschen.

Sonstige Produkte

Zu Beginn der 50er Jahre versuchte die Firma Trix mit kleinen Tonbandgeräten genannt PhonoTrix neue Märkte zu erschliessen. Das batteriegetriebene, handliche Tonbandgerät war mit einem separaten Lautsprecher ausgestattet und wurde durch den bekannten Distler-Motor angetrieben. In Deutschland war das Gerät wohl wegen des relativ hohen Preises von 150 DM nicht sehr erfolgreich.

Logo Phonotrix

Weitere Produkte, die in den 1950er und 1960er Jahren unter dem Namen Trix vertrieben wurden:

  • ein Rasierapparat mit Distler-Motor,
  • ein Plastik-Modell des BMW 2000 CS mit eingebautem Radio,
  • eine von der Firma Lincoln produzierte Autorennbahn.

Vor dem Krieg wurden neben dem Morsetaster (Funk-Trupp) zwei Schiffsmodelle aus Blech angeboten, ein Rennboot und ein Passagierdampfer. Beide basierten auf dem gleichen Rumpf und konnten mit dem Trix-Elektromotor aus dem Metallbaukasten angetrieben werden. Weiterhin gab es einen Chemiebaukasten und einen Elektrobaukasten.

Zusammenarbeit mit anderen Modelleisenbahn-Firmen

Zusammenarbeit mit Rüco

Die Firma Rückert aus Coburg baute in den 1950er Jahren sehr filgrane Zubehöre für Modelleisenbahnen wie Lampen, Signale und Oberleitungen. Diese Signale und Lampen wurden von 1951 bis 1958 in den Trix-Katalogen angeboten. Sie waren allerdings auch deutlich teurer als die älteren recht robusten Trix-Zubehöre und wurden daher nicht in der erwarteten Stückzahl verkauft. Heute sind diese Stücke bei Sammlern sehr begehrt. Man muss aber beachten, dass die Glühbirnen ursprünglich nur für 2 Volt ausgelegt waren.

Zusammenarbeit mit Willy Ade

Triebwagen VT 08, entstanden in Kooperation mit Willy Ade

Ein besonderes Kapitel stellt die Zusammenarbeit von Trix mit dem bekannten Modellbahn-Konstrukteur Willy Ade zwischen 1959 und 1968 dar. Durch das rasante Aufkommen der neuen Kunststoff-Technik bei den Mitbewerbern war es diesen möglich, Fahrzeugaufbauten deutlich filigraner, aber dennoch preiswerter als bisher herzustellen. Trix mit seinen Modellen in klassischer Blech- und Gussbauweise war da ins Hintertreffen geraten, es bestand dringend Handlungsbedarf.

Kontakte mit Willy Ade hatte es schon zuvor gegeben, dieser hatte einige Jahre unter dem Markennamen WIAD detaillierte Gebäudebausätze aus Kunststoff produziert und vermarktet, diese Firma wurde aber verkauft, nachdem zwei Partner unerwartet verstarben.

So gründete Willy Ade 1959 zusammen mit einem anderen Partner die Firma Röwa und produzierte Kunststoffteile für Firmen wie Kibri, Herpa, NOCH und die Betonindustrie, aber auch für Trix. Das erste gemeinsame Projekt war 1959 das Kunststoffgehäuse für den vierachsigen Erz-Wagen. Weitere bekannte Modelle während dieser Zusammenarbeit sind neben den Schnellzugwagen in Kunststoffbauweise im Längenmaßstab 1:110 u. a. der Adler, die DB-Baureihe VT 08 und nach niederländischem Vorbild der elektrische Nahverkehrstriebwagen ELD der NS.

Den Höhepunkt erreichte die Zusammarbeit mit der „Super-Modellserie“ zwischen 1967 und 1968. In dieser Zeit wurden sehr detaillierte, filigran gestaltete Güterwagenmodelle sowie die Dampflokomotive T 3 entwickelt. Ades weitere Planungen sahen vor, die Produktion von Trix Express längerfristig auslaufen zu lassen und überwiegend Modelle für das Zweileiter-Gleichstromsystem anzubieten. Nach internen Meinungsverschiedenheiten endete 1968 die Zusammenarbeit, die „Super-Modellserie“ verschwand aus den Katalogen von Trix und Ade vermarktete ab Herbst 1968 seine H0-Modelle unter dem Markennamen Röwa.

Zusammenarbeit mit Rivarossi

Anfang der 1960er Jahre kooperierte Trix auch mit dem italienischen Hersteller Rivarossi. Rivarossi hatte bereits viele Modelle in detaillierter Kunststoffausführung im Programm und verfügte über Erfahrungen in der feinen Bedruckung von Fahrzeugnummern, Aufschriften und Reklamebildern, während Trix noch erhabene Beschriftungen hatte, die durch Antupfen farbig abgesetzt wurden.

Während dieser Zeit bot Trix verschiedene Rivarossi-Modelle nach italienischen und US-amerikanischen Vorbildern in Varianten für Trix Express an, im Gegenzug wurden ausgewählte Trix-Express-Modelle in der Zweischienen-Zweileiter-Variante durch Rivarossi vertrieben, hierzu gehörten u.&thins;a. die Dampflokomotiven der DR-Baureihe 42 und die Diesellokomotiven der DR-Baureihe V 36.

Die Zusammenarbeit endete, als Trix 1964 mit Trix International eine eigene Produktlinie von Lokomotiven und Wagen für das internationale Zweischienen-Zweileiter-System auf den Markt brachte und damit in Konkurrenz zu Rivarossi trat.

Zusammenarbeit mit Fleischmann

Als Trix in den 1990er Jahren das Auslaufen von Trix Express ankündigte hatte man noch kein eigenes Zweischienen-Zweileiter-Gleis im Sortiment. Deshalb übernahm man als Kooperationsprodukt das „Profi-Gleis von Fleischmann. Gleichzeitig bot Trix Startpackungen mit diesem Gleissystem und eigenem Fahrzeugmaterial an.

Diese Zusammenarbeit war allerdings auch nur ein kurzes Zwischenspiel, sie endete mit der Übernahme durch Märklin im Jahr 1997.

Literatur

  • Berg, P. (2005): Trix Express - Die Vorkriegszeit (1935-1940), Band 2 der Reihe Tischeisenbahnen, 120 Seiten, ISBN: 3-933899-25-7
  • Franzke, J. (Hrsg.) (2000): TRIX – Vereinigte Spielwarenfabriken. Schuco, Bing & Co. (Bd. 4).
  • Baecker, C. E., Haas, D. & Väterlein, Chr. (Hrsg.) (1981): TRIX Vereinigte Spielwarenfabriken GmbH. - Die anderen Nürnberger. Technisches Spielzeug aus der guten alten Zeit, Bd. 6, S. 2621-2780. Frankfurt a. M.

Weblinks

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Trix aus der freien Enzyklopädie Wikipedia, teilweise können Textpassagen übernommen worden sein. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Bitte fügt detaillierte Infos zu den Vorbildern entsprechend in der Wikipedia hinzu, so dass wir uns hier auf die Modellbauaspekte konzentrieren können.


Fahrzeuge

(Noch nur eine Auswahl an Fahrzeugen dieses Herstellers)

Dampflokomotiven

Baureihe Achsfolge Maßstab Bemerkungen Bild
Bayerische S 2/6 2´B2´ H0 Trix 22966.jpg
Preußische P 8 2´C H0 Trix 22101.jpg
DR-Baureihe 95 1'E1' H0 Trix 25098.jpg
SBB C 5/6 1´E H0 SBB Dampflokomotive C 5 6 Elefant 2965 Märklin 39250 und Trix 22925.jpg
SBB Eb 3/5 1´C1´ H0 Eb 35 5818 Habersack der SBB von Märklin Trix 22567.jpg

Elektrolokomotiven

Baureihe Maßstab Bemerkungen Bild

Diesellokomotiven

Baureihe Maßstab Bemerkungen Bild

Triebwagen

Baureihe Maßstab Bemerkungen Bild
DB-Baureihe Klv 04 H0 Motordraisine (ohne Antrieb) Trix 24575.jpg

Reisezugwagen

Baureihe Maßstab Bemerkungen Bild
Hunderttürenwagen H0 Trix 24321.jpg

Güterwagen

Baureihe Maßstab Bemerkungen Bild