Steuerwagen

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Italienischer Steuerwagen der Baureihe MDVC der stark einem Deutschen Silberling mit dem Hasenkasten Führerstand ähnelt.
Ein Steuerwagen ist ein Reisezugwagen mit einem Führerstand, von dem aus ein nicht an der Zugspitze laufendes Triebfahrzeug, sei dies nun eine Lokomotive, ein Triebwagen oder gar ein Triebzug, gesteuert werden kann. Steuerwagen verfügen meist über sämtliche notwendigen Fahrzeugeinrichtungen, nicht nur zur Steuerung eines Triebfahrzeuges, sondern auch der Zugsbeeinflussung. Sie verfügen auch über die Einrichtungen um überhaupt an der Zugspitze verkehren zu können wie Beispielsweise eine Spitzenbeleuchtung.

Steuerwagen finden in Wendezügen eine Verwendung, damit das Triebfahrzeuge an den Endbahnhöfen nicht mehr zeitaufwändig, von einem an das andere Zugende umgesetzt werden muss. Der Lokführer kann so nur noch von einem Zugende ins andere wechseln. Das zum Umsetzen notwendige Rangierpersonal wird eingespart und es ist keine dazu notwendige Infrastruktur zur Umfahrung des Zuges mehr notwendig.

Auch in Kopfbahnhöfen werden durch den Einsatz von Steuerwagen die Betriebsabläufe vereinfacht.

Inhaltsverzeichnis

Vorbild

Geschichte

Als Pioniere in der Wendezugbeförderung mit Lokomotivbespannten Zügen und Steuerwagen gelten die Französische ETAT mit ihren mit einer Dampflokomotive bespannten Doppelstock-Vorortszügen im Raum Paris von 1933 und die mit einer Dampflokomotive bespannten Doppelstock-Stromlinien-Wendezüge der Deutschen Lübeck-Büchner Eisenbahnen aus dem Jahre 1936.

Aber der Einsatz von Steuerwagen geht Geschichtlich weiter zurück und findet seinen Ursprung in der Fernsteuerung von elektrischen Triebfahrzeugen. Bereits 1906 setzte die Meterspurige Martigny–Châtelard-Bahn (MC), eine Gebirgsbahn mit gemischten Adhäsions- und Zahnradantrieb in der Westschweiz, eine grösser Anzahl von Steuerwagen ein. Auch setzte die Schweizerische Bundesbahnen (SBB) bereits 1924 versuchsweise Wendezüge mit Steuerwagen ein. Dies führte ab 1925 zur Beschaffung einer grösseren Anzahl vierachsigen Steuerwagen die für die beiden Triebwagen-Serien SBB Ce 4/6 und SBB Fe 4/4 ausgelegt waren. Diese verfügten von Anfang an über eine Vielfachsteuerung und konnten auch von Steuerwagen aus ferngesteuert werden.

Bei neu beschafften Fahrzeuggenerationen für den Personenverkehr in der Nachkriegszeit, noch in den 1940er Jahren, setzten schon bald kleinere nicht nur elektrisch betriebene Eisenbahngesellschaften auf Wendezüge mit Trieb-, Zwischen- und Steuerwagen. Später ab den 1960er Jahren folgten auch grössere Eisenbahngesellschaften. Erst in den 1980er Jahren setzen sich dann die Vorteile auch bei den grossen Eisenbahngesellschaften durch. Wendezüge mit Steuerwagen verbreiten sich nun, auch bei den Staatlichen Eisenbahngesellschaften erst im Nahverkehr, dann in allen übrigen Zugsgattungen.

Wendezüge

Der Einsatz von Wendezügen mit Steuerwagen, in der Schweiz als Pendelzüge bezeichnet, ist heute zum Alltag geworden. Dort wo der Personenverkehr nicht mit Wendezügen erfolgt, haben heute meist Triebzüge den Personenverkehr übernommen.

Nach längerem Zögern fahren Wendezüge geschoben auch bei hohen Geschwindigkeiten.

Bei Bergbahnen wird bei weniger steilen Strecken mit längeren Zügen der Steuerwagen nicht mehr meist aus Sicherheitsgründen auf der Bergseite beigestellt, sondern aus Gründen der einwirkenden Kräfte auch auf der Talseite.

Hinweis

Ist der steuernde Fahrzeug selber ein Triebfahrzeug, so wird von einer Mehrfachtraktion gesprochen. Dies gilt auch für Züge mit einem Triebfahrzeug an beiden Enden.

Bei Bergbahnen gilt es zu unterscheiden zwischen Wagen mit einer Führerstandseinrichtung zur Steuerung eines schiebenden Triebfahrzeuges und Wagen mit einem reservierten Bereich für das Personal zur Streckenbeobachtung.

In den USA gibt es verschiedene älter Diesellokomotiven die unter Entfernung der Antriebsausrüstung zu Steuerwagen beziehungsweise Gepäcksteuerwagen umgebaut wurden.

Weblinks

alle in der deutschsprachigen oder französischsprachigen Wikipedia

Modell

Der Einsatz von Steuerwagen und Wendezüge im Modell

Der Einsatz von gezogenen Zügen bei der Modelleisenbahn, mit dem Steuerwagen am Zugschluss gilt wie der Einsatz aller anderen gezogener Züge als problemlos. Längere geschobene Züge, bei denen der Steuerwagen voraus fährt, hingegen bedingen eine überdurchschnittlich gute Verlegung der Geleise.

Tipp für den sicheren Einsatz von Steuerwagen und Wendezüge im Modell

Neigen auch kürzere geschobene Züge zum Entgleisen ist situativ auch die Kupplung zu prüfen. Mit starren Kupplungen, besser ohne Kurzkupplungskinematik, mit Kupplungsköpfen wie der Märklin Kurzkupplungen Artikel 7203 für den Aufnahmeschacht nach NEM 362, Artikel 7205 für die meisten aktuellen Märklin und Trix Fahrzeug ohne Aufnahmeschacht (einzel: 704120 für Lokomotiven, 701580 für Wagen), der Roco Universalkupplung Artikel 40395 (für den Aufnahmeschacht nach NEM 362) oder gleichartigen Kupplungen werden besser Ergebnisse erzielt als mit der klassischen Bügelkupplung.

Spur H0

Eisenbahn-
Gesellschaft
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Bauzeit System Bemerkung Bild
DB BDnrzf 483 50 80 82-34 080-5 mintgrün / lichtgrau Roco 45485 2002 GS Karlsruher Kopf BDnrzf 483 50 80 82-34 080-5 Roco 45485.jpg