Triebwagen

Aus Modellbau-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gleichstrom-Triebwagen der RhB in Doppeltraktion aus den 1960er Jahren (Meterspur)
Nebenbahnromantik im Sernftal, Gleichstrom-Motorwagen in den 1930er Jahren (Meterspur)

Ein Triebwagen, ursprünglich auch als Motorwagen bezeichnet, ist ein Eisenbahn-Triebfahrzeug, in dem Reisende und/oder Güter befördert werden. So gibt es beispielsweise Personentriebwagen, Gepäcktriebwagen, gemischte Personen- u. Gepäcktriebwagen. Es gibt auch Triebwagen, die zusätzlich Post transportieren, ja, es gab sogar Triebwagen, die einen Briefeinwurfschlitz hatten, ähnlich denen bei den Postbussen.

Inhaltsverzeichnis

Vorbild

Triebwagen können aus zwei oder mehr Wagenkästen bestehen. Man hat in der Vergangenheit zwei oder mehrer Triebwagen so gebaut, dass diese zusammen elektrotechnisch gesehen ein Einheit bilden. Vermutlich setzte man in die nicht ganz einfach elektrische Ausrüstung mit Mehrfachtraktion und Fernsteuerung noch nicht genügend Vertrauen, oder es war ein Kostenargument: Die Mehrfachtraktions-Ausrüstung war nicht ganz billig. Bei solchen, ähnlichen Wagenkästen, die elektrisch fest miteinander gekuppelt sind, wie z. B. die Rücken an Rücken zusammengebauten MOB ABDe 8/8 spricht man von Doppeltriebwagen.

Doppeltriebwagen werden von Gelenktriebwagen dadurch abgegrenzt, dass bei Gelenktriebwagen die Wagenkästen mechanisch fest miteinander verbunden sind, zum Beispiel die GTW Fahrzeugfamilie von Stadler. Auch die Schweizerischen FLP ABe 4/6 oder FART ABDe 8/8 sind solche Beispiele, deren Wagenkästen stützen sich auf gemeinsamen Drehgestelle, beispielsweise von der Bauart "Jakobs".

Werden mehrere Wagenkästen sowohl elektrisch wie mechanisch fest miteinander verbunden, so wird von einem Triebzug gesprochen. Typische Beispiele von Triebzügen sind in der Schweiz die SBB RABDe 12/12 oder die Fahrzeugfamilie Flirt von Stadler. Ein weiteres Beispiel aus Deutschland wäre der Hochgeschwindigkeits-Triebzug ICE 3.

Triebzüge sind im Allgemeinen nicht mit Wendezügen (in der Schweiz Pendelzügen) zu verwechseln. Wendezüge haben meist an einem Ende ein Triebfahrzeug, also eine Lokmotive oder ein Triebwagen, und am anderen Ende ein Steuerwagen, dazwischen weitere Reisezugwagen.

Heute haben Triebwagen für den Antrieb elektrische Motoren oder Dieselmotoren, früher gab es auch Otto-Motoren oder auch Dampfmaschinen als Antrieb. Bei letzteren sprach man dann von „Dampftriebwagen“. Bei Triebwagen mit Benzin- oder Dieselmotor wird auch von Verbrennungstriebwagen gesprochen, abgekürzt VT.

Elektrische Triebwagen beziehen ihren Strom über eine Oberleitung oder eine Seitenschiene. Daneben gibt es auch elektrische Triebwagen, die den Fahrstrom einem Akkumulator entmehmen. Diese werden als Akkutriebwagen bezeichnet.

Um die Sache noch ein wenig komplizierter zu mache: es gibt diesel-elektrische und benzin-elektrische Triebwagen. Bei diesen treibt ein Verbrennungsmotor einen Generator, der wiederum den Fahrstrom erzeugt.

Ein weiterer Ansatz zur Kostensenkung war der Umbau von Straßen-Autobussen zu Triebwagen. Anstelle der Luftreifen wurden Eisenbahnräder mit Spurkränzen montiert. Ein Lenkrad war nicht notwendig. Diese Triebwagen werden als Schienenbus bezeichnet. Solche "Schienenbusse" gab es früher beispielsweise auf Nebenstrecken in Frankreich. In Zentral- und Südamerika und verschiedenen Entwicklungsländern sind sie noch heute üblich und werden auch noch gebaut.

In Ost- und Westdeutschland wurden nach dem Zweiten Weltkrieg sehr viele einheitliche, einfache und leichte Triebwagen gebaut, die auf Bauteilen basierten, die in gleicher oder ähnlicher Form im Lastwagen- und Autobusbau verwendet wurden. Aus diesem Grunde wird in Deutschland, zum Teil auch in Österreich und in der Deutschschweiz, nicht genau das gleiche unter einem Schienenbus verstanden, als im Rest der Welt.

So stehen die sogenannten Uerdinger Schienenbusse in Deutschland als Synonym für Zweirichtungs-Schienenbusse, da diese keine auf die Schiene transplantierten Autobusse waren. Anders beispielsweise die beiden Einrichtungs-Schienenbus-Serien "SNCF X 5700" der Französichen Staatsbahnen (SNCF) oder die Serie "MStC LP 48" der Mamers–Saint-Calais-Bahn (MStC) für die gleichnamige Bahnstrecke aus den 1940er Jahren.

Siehe auch

Weblinks

deutschsprachige wikipedia:

Modelle

Im Modelleisenbahnbetrieb sind die Nachbauten der Triebwagen in der Regel wie Elektrolokomotiven motorisiert und über die Schienen elektrifiziert.

Originale, Vorbilder und Nachbauten in verschiedenen Maßstäben, über die im Modellbau-Wiki bereits Artikel angelegt sind, werden zunächst sortiert nach Ländern und dann nach den Betreibergesellschaften.