Nenngröße T

Aus Modellbau-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Nenngröße T ist die kleinste derzeit verfügbare Nenngröße der Modelleisenbahn, die serienmäßig hergestellt wird. Die Normalspur, mit einer Vorbild-Spurweite von 1435 mm, wie auch die Kapspur mit einer Vorbild Spurweite von 1067 mm, weisen dabei eine Modell-Spurweite von 3 mm auf und wird umgangssprachlich als Spur T (T gauge) bezeichnet. Das T steht dabei für den ersten Buchstaben des englischsprachigen Ausdruckes der Zahl 3 (three). Wobei die Zahl 3 für die Modell-Spurweite in mm steht. Die Maßstäbe sind regional unterschiedlich. Für die zuerst produzierten japanischen Kapspur Züge beträgt dieser 1:450. Für die später produzierten Kontinentaleuropäischen Züge hingegen 1:480.

Inhaltsverzeichnis

Spurweiten

Für die Nenngröße T wurden vom ursprünglichen Hersteller und heutigen Lizenzgeber KK Eishindo im Maßstab 1:480 (Kontinentaleuropäische Fahrzeuge) und im Maßstab 1:450 (Japanische Fahrzeuge) die folgenden Modell-Spurweiten festgelegt:

Spur Bezeichnung Modell-
Spurweite
Vorbild-Spurweite Bemerkung
exakt typisch
T Normalspur 3 mm 1440 mm 1435 mm Kontinentaleuropäische Fahrzeuge (Maßstab 1:480)
T Kapspur 3 mm 1350 mm 1067 mm Japanische Kapspur Fahrzeuge (Maßstab 1:450)

Geschichte

2006 präsentierte der japanische Hersteller KK Eishindo aus Osaka dieses neue Modelleisenbahn Nenngröße auf der Tokyo Toy Show. Ab 2007 gelangte sie in den Handel und löste damit die Nenngröße Z mit der Spur Z von Märklin als kleinste serienmäßige Modelleisenbahn ab.

Im Jahr 2009 wurde die Produktion von KK Eishindo an die Firma Railway Shop in Hong Kong in China abgegeben, KK Eishindo ist seitdem nur noch der Lizenzgeber für die Modelle und Patente. Die Produktion erfolgt in einer Fertigungsanlage in der Nähe von Hong Kong.

In Japan, den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Australien und Deutschland hat sich diese exotische Spurweite mittlerweile etabliert, wobei das Hauptaugenmerk des Vertriebs mittlerweile auf Europa liegt. Es sind industriell bislang japanische Modelle auf dem Markt. Der ICE 3 nach Vorbild der Deutschen Bahn ist 2013 erschienen.

Ein britischer Händler bietet nunmehr auch den britischen InterCity 125 Hochgeschwindigkeitszug, bestehend aus Mark 3 Personenwagen und dem Triebkopf der Serie 43, sowie einen Messingbausatz einer Diesellokomotive an.

Insgesamt ist der Markt sehr überschaubar. Auch der Zubehörmarkt kennt nur wenige Produkte und Bausätze im Handel. Die Modelleisenbahner muss sich hier stärker als in anderen Nenngrößen mit eigenen Schöpfungen helfen.

Technik

Stromversorgung

Wie bei Brawa erfolgt die Versorgung durch eine reduzierte Betriebsspannung. Während bei Brawa die Speisung der Gruben- und Feldbahnfahrzeugmodelle mit der Spur H0f mit Gleichspannung von 3 Volt erfolgt, erfolgt diese bei KK Eishindo durch eine Gleichspannung von 4,5 Volt.

Haftung

Aufgrund der kleinen Spurweite von nur 3 mm sind die Triebwagen viel zu leicht für einen sicheren Fahrbetrieb. Die Fahrzeuge werden darum durch magnetische Räder an den Schienen festgehalten, die Bahn kann damit theoretisch senkrecht fahren. Für die Erzeugung der Magnetischen Kraft befindet sich ein Dauermagnet auf der Achse zwischen den Stahlräder, diese Magnetkraft wirkt über die Räder ohne Luftspalt auf die Schienen aus Stahl. Damit unterscheidet sich die Wirkung des Magneten von denjenigen der Fahrzeuge und Schienen der ursprünglichen Egger Bahn (Spur H0e mit einer Spurweite von 9 mm), FAMA Alpenbahn (Spur 0m, mit einer Spurweite von 22,5 mm) und Brawa (Spur H0f, mit einer Spurweite von 6,5 mm), die zwischen dem Magneten und der Schiene beziehungsweise der sich unter den Schienen befindenden Stahlplatt einen Luftspalt haben deutlich. Für vorbildgerechten Langsamfahrbetrieb bietet sich der Einsatz hochwertiger Fahrregler aus dem Zubehörbereich an, mit der neuesten Motorengeneration sind dann sogar Rangierfahrten möglich.

Digitalisierung

Eine Digitalisierung der Modelle ist bislang noch nicht erfolgt, ist aber nach Angaben von KK Eishindo möglich und für die Zukunft in Planung.

Verwendung als Liliputbahn (Gartenbahn zur Personenbeförderung)

Bei Modelleisenbahner der Nenngröße 0 werden verschiedentlich Fahrzeuge und Geleise der Spur Z und zur Darstellung Park- oder Liliputbahnen verwendet. Die Spur T mit ihren Fahrzeugen und Geleisen lässt es nun zu auch in der Nengröße H0 Liliputbahnen unter dem Eingehen vertretbarer Kompromissen im Modell wiederzugeben.

Welcher Vorbildspurweite die Modell-Spurweite von 3 mm entspricht, kann der folgenden Tabelle entnommen werden.

Tabelle Verwendung der Fahrzeugbauteile und Geleise mit einer Modellspurweite von 3 mm in anderen Nenngrößen als Liliputbahn
Nenngröße Maßstab Vorbildspurweite Vorbildspurweite bei sinnvolle Verwendung
N 1:160 480 mm Nicht sinnvoll verwertbar
TT 1:120 360 mm 381 mm (15 Zoll, Minimum Gauge Railway)
H0 1:87 261 mm 260 mm (10 1/4 Zoll)
S 1:64 192 mm 184 mm (7 1/4 Zoll, weit verbreitete Liliputbahn-Spurweite)
0 1:45 135 mm 127 mm (5 Zoll, weit verbreitete Liliputbahn-Spurweite)
1 1:32 96 mm 89 mm (3,5 Zoll)
2 1:22,5 67.5 mm Nicht sinnvoll verwertbar

Siehe auch

Weblinks