SOB ABe 4/4 71

Aus Modellbau-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
SOB BDe 4/4 80 im kurzzeitigen farblichen Zustand und Beschriftung des DSF im Juli 2011.

Der elektrische Triebwagen ABe 4/4 71 Einsiedeln der Schweizerischen Südostbahn (SOB), gilt als Prototyp der erfolgreichen Privatbahn BDe 4/4 Hochleistungstriebwagens und des RBe 4/4 Triebwagens der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB). Diese beiden Triebwagenbaureihen prägten Jahrzehntelang unauffällig das Bild Schweizerischer Schnell-, Vororts- und Regionalzüge.

Inhaltsverzeichnis

Vorbild

Vorbild waren die Triebwagen Be 4/4 761 und 762 die 1953 an die damalige Bern-Neuenburg-Bahn (BN) mit einer Stundenleistung von 2000 PS geliefert wurden, von denen einer der beiden 1954 zur Fahrzeugevaluation für Test- und Vorführfahrt auf dem Netz der Südostbahn eingesetzt wurde. Diese wiederum waren eine Weiterentwicklung des [Südostbahn BDe 4/4 62 Zwick mit einer Stundenleistung von 1600 PS aus dem Jahre 1949.

Der 1954 bestellte und 1959 mit dem Wappen von Einsiedeln von der Südostbahn in Betrieb gesetzte Triebwagen war anfänglich grün später grün/crème gestrichen. Mit der Ablieferung des Triebwagens setzten während langer Zeit, aber nicht immer, rote Schienenräumer den für diese Eisenbahngesellschaft typischen Farbakzent.

Im Jahr 1971 wurde er grün/crème angestrichen. So wie die bereits vorhandenen Hochleistungstriebwagen BDe 4/4 81 und 82 seit der Ablieferung angestrichen waren. 1979 wurde beim Triebwagen das 1. Klass Anteil in ein 15 m2 grosses Gepäckabteil umgebaut. Dies nachdem die Nachlieferung der Südostbahn BDe 4/4 83 bis 87 erfolgreich abgeschlossen war. Dazu musste der Wagenkasten infolge der geänderten Statik partiell verstärkt werden. Nun entsprach der zum BDe 4/4 80 umbezeichnet Triebwagen, abgesehen von der installierten Leistung den nur kurze Zeit später an die Südostbahn gelieferten Hochleistungstriebwagen BDe 4/4 81 Wädenswil und BDe 4/4 82 Rapperswil.

Im Rahmen der Fusion der Südostbahn mit der Bodensee-Toggenburgbahn (BT), unter Beibehaltung des Begriffes Südostbahn, wurde der Triebwagen zum BDe 576 048 umbezeichnet. Infolge der kontinuierlichen Auslieferung der Triebzüge der Baureihe SOB RBDe 526 FLIRT der Südostbahn wurde der Triebwagen überzählig und gelangte im Jahre 2008 erst zum Verein Pendelzug Mirage, dann 2010 an den Verein Depot und Schienenfahrzeuge Koblenz (DSF), damals noch als Draisinensammlung Fricktal (DSF) bezeichnet, die 2011 das Wappen von Einsiedeln gegen ein Wappen von Koblenz austauschten. 2013 setzte der Verein Depot und Schienenfahrzeuge Koblenz den Triebwagen, mit einem Neuanstrich inklusive dem Merkmal der roten Schienenräumer und dem Aufsetzten eines Scherenstromabnehmer statt eines Einholmstromabnehmer, wieder in den grün/crème-farbigen Originalzustand als BDe 4/4 80 zurück.

Anstrich

  • Kasten: Chromoxidgrün RAL 6020, Elfenbeinweiss RAL 1014
  • Schienenräumer: Signalrot RAL 3001
  • Dach: Anthrazitgrau Glimmer matt RAL 7016
  • Drehgestell: Schwarzgrau RAL 7021

Die angegebenen Farben beziehen sich auf den Farbanstrich des auf dem Bild Schweizerische Südostbahn BDe 44 80 DSF.jpg wiedergegebenen Fahrzeuges. Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) wie auch die Schweizerischen Privatbahnen orientierten sich bezüglich der Farbbeschreibung lange Zeit an Farbmuster und nicht an RAL-Farben. Die hier beschriebene Farbgebung ist desshalb nur eine Annäherung an die Ursprüngliche Farbgebung auf der Grundlage des RAL-Farbensystemes.

Technische Daten

Hersteller: SIG, BBC
Baujahr(e): 1959
Spurweite: 1435
Fahrleitungsspannung: 15 kV 16 2/3 Hz
Achsformel: Bo’Bo’
Raddurchmesser: 1040 mm
Übersetzungsverhältnis: 1:2,78
Länge über Puffer: 23'700 mm
Gesamtachsstand: 19'800 mm
Drehgestellachsstand: 3'000 mm
Dienstmasse: 69 t
Stundenzugkraft: 10,5 t bei 55 km/h
Höchstgeschwindigkeit: 110 km/h
Stundenleistung: 2140 PS (1620 kW)
Anhängelast: 155 t auf 50 ‰
Vielfach- und Fernsteuerung: System III wie die BDe 4/4 81 und 82 sowie die dazugehörenden Steuerwagen ABt 201 und 202
Sitzplätze: 32 (2. Klasse), 17 (1. Klasse), jeweils 2 zusätzliche Klappsitze in den Führerständen
Ladefläche: -

Die Daten beziehen sich auf den Ursprungszustand.

Modell

Umbauten aus dem Lima Grosserienmodellen der Generation Rundmotor

Modelle der Schweizerischen Hochleistungstriebwagen, darunter der Südostbahn ABe 4/4 71 beziehungsweise BDe 4/4 80, werden von Hobby Modelleisenbahner aus dem Lima SBB RBe 4/4 Triebwagen der Generation Rundmotor für die Spur H0 wie auch die Spur N umgebaut, seit dieser neu oder später auch gebraucht im Angebot ist.

Da diese in sehr grossen Mengen gebaute Lima Triebwagen sowohl in der Spur H0 (erstmals 1968, letztmals 1989 im Katalog) wie auch in der Spur N gebraucht und in neuwertigem Zustand auch mit Stand 2014 fast ausschliesslich zu einen Stückpreis von weniger als Euro 40.- gekauft werden kann, lohnt sich ein entsprechender Umbau Beispielsweise zur Jugendförderung oder für anspruchslosen Modellbauer noch heute.

Wiederholt sind oder werden immer noch entsprechende Triebwagen der Spur H0 vom Zweileiter-Gleichstrom-Gleissystem auf das Mittelleiter-Wechselstrom-Gleissystem umgebaut.

Kleinserienhersteller

So hatte mit Stand 2014 die Firma EMB Emmental-Modell-Bau GmbH entsprechende Triebfahrzeuge für einen Stückpreis von rund Euro 1‘600.- im Angebot.

HAG Modellbahn

Der lange Zeit durch die Firma HAG Modellbahnen hergestellte elektrische Personen- Gepäcktriebwagen, der alten Generation für die Spur H0 gab es in der von HAG hergestellten Ausführung im Original nicht.

Das Triebfahrzeugmodell orientierte sich beispielsweise mit der allseits abgerundeten Stirnfront, an den in derselben Zeitepoche entstandenen Privatbahn-Hochleistungstriebwagen, den SBB RBe 4/4 Triebwagen wie auch den EAV-Privatbahn- Triebwagen. Beispielsweise die Raumaufteilung, aber auch die Drehgestellblenden mit den Blattfedern wurden aber eher dem etwas früher entstandenen SBB BDe 4/4 Triebwagen nachempfunden.

Unter den entsprechend hergestellten HAG Triebfahrzeugmodellen gab es auch eine grün/crème farbige Ausführung eines nachgeahmten Südostbahn BDe 4/4 Triebwagens.

Siehe auch

Literatur

  • Peter Willen: Lokomotiven der Schweiz, Normalspur Triebfahrzeuge Orell Füssli Verlag, Zürich 1972, keine ISBN
  • Gerhard Oswald und Kaspar Michel: Die Südostbahn, Geschichte einer Privatbahn Orell Füssli Verlag, Zürich 1991, ISBN 3-280-02048-4

Weblinks