Schattenbahnhof

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Ein Schattenbahnhof ist ein besonderer Bahnhof, der für die normalen Betrachter der Anlage unsichtbar bleibt. Er besteht aus einer Gruppe von Abstellgleisen für komplette Züge, die sich unter der eigentlichen Landschaftsebene einer Modelleisenbahn befindet.

Dort lassen sich Züge für den Betrachter unsichtbar abstellen, um den Fahrbetrieb abwechslungsreicher zu gestalten. So kann ein Zug mit leeren Wagen in ein Bergwerk hineinfahren und aus dem Berg fährt ein beladener Zug heraus. Das erzeugt die Illusion eines funktionierenden Bergwerks. Ähnliches ist für eine Automobilfabrik denkbar. Die Abwicklung des Fahrbetriebes im Schattenbahnhof sollte möglichst automatisch erfolgen. D. h. dass die Züge automatisch die Zugfreigabe eines anderen Zugs steuern und die Abstellgleise entsprechend abwechselnd genutzt werden.

Schattenbahnhöfe werden besonders auf großen, öffentlichen Anlagen genutzt, um die Züge zu schonen und vor Staub zu schützen.

Inhaltsverzeichnis

Planung eines Schattenbahnhofs

Bei der Planung eines Schattenbahnhofs geht man von der gewünschten maximalen Zuglänge aus. Zu dieser addiert sich die Bremsstrecke, also das Stück Gleislänge, dass ein langsam fahrender Zug noch zum Ausrollen braucht, wenn er den Stopp-Befehl bekommt. Zusätzlich ist der Schattenbahnhof i.d.R. mehrgleisig, d.h. er benötigt eine Weichenstrecke auf jeder Seite, deren Längen ebenfalls zu addieren sind. Wird der Platz gering, kann man diese Weichenstrecke auch in der Kurve verlegen, muss dabei allerdings auf den gewünschten Mindestradius achten.

Schattenbahnhöfe haben oft nur eine Fahrtrichtung, damit auch Zugverbände, die nicht für den Pendelzugverkehr gedacht sind, hier abgestellt werden können. Dadurch können an der Ausfahrseite die Weichenmotoren weggelassen werden, da die vorbeifahrenden Züge die Ausfahrweichen einfach aufschneiden.

Digital gesteuerter Schattenbahnhof

Ein digital gesteuerter Schattenbahnhof benötigt neben der Computersteuerung digital geschaltete Weichen (also Weichendecoder) und Rückmeldedecoder mit angeschlossenen Rückmeldern.

Variante mit Aufstellblöcken

Kann der Schattenbahnhof länger sein als die maximale Zuglänge, so kann man auf einem Abstellgleis auch mehrere Züge hintereinander Abstellen. Wenn die Computersteuerung die einzelnen Zuglängen kennt, können sogar unterschiedlich lange Züge auf dem gleichen Gleis hintereinander "gestapelt" werden. Man spricht dabei von einem Aufstellblock.

Analog gesteuerter Schattenbahnhof

Auch auf analog gesteuerten Anlagen kann der Schattenbahnhof durch entsprechende Schaltungen automatisch gesteuert werden. Dazu hier ein Beispiel:

Bei einem kleinen Schattenbahnhof gibt es drei Gleise (1, 2 und 3). Zug A fährt auf Gleis 1 ein und wird gestoppt. Hinter ihm schaltet eine Weiche die Einfahrt nach Gleis 2 frei. Zug B fährt auf Gleis 2 ein und wird gestoppt. Hinter ihm schaltet eine Weiche die Einfahrt nach Gleis 3 frei. Zug C fährt auf Gleis 3 ein und wird gestoppt und gleichzeitig erhält Zug A die Fahrtfreigabe. Zug C schaltet auch alle Weichen in die Ausgangsposition, d.h. die Einfahrt nach Gleis 1 wird wieder frei. usw. ...


Schattenparkplatz

Der Begriff Schattenbahnhof wird auch bei den Modellautobahnern angewendet, obwohl es kein "Bahnhof" sondern ein "Parkplatz" für lenkbare Automodelle ist. Das Wort Schattenparkplatz existiert nicht.

Fertige Segmente dafür werden z. B. durch www.streetsystem.de angeboten.

An den magnetischen Stopstellen werden die Straßenfahrzeuge abgestellt, wie bei der Modelleisenbahn die Züge vor Signalen. Mit entsprechender Technik ausgerüstet, können die Fahrzeugakkus bei diesem Stop wieder aufgeladen werden. (siehe Mader-Magnet-Truck.de)

Für die Automatisierung des Vorgangs gibt es Servodecoder, die über Taster bedient werden können.

Bei Modelleisenbahn-Claus schalten sich die Fahrzeuge über den Schaltervorsatz auf den nächsten der 7 Parkplätze. Um Servos zu sparen, können vier Wege mit entsprechenden Servodecoder geschaltet werden.

Fiddle-Yard

Siehe Hauptartikel Fiddle-Yard.

Ein Fiddle-Yard kann als Sonderform eines Schattenbahnhofes bezeichnet werden, der bewusst für den manuellen Eingriff des Bedieners gebaut ist, daher auch offen und einsehbar angelegt ist. Hier kann mit minimalem Aufwand die Reihung der Wagen im Zug verändert werden, um so den Zugbetrieb abwechslungsreicher zu gestalten. Wenn die Wagen mit vorbildlichem Wagenumlauf verkehren sollen, müssen sie entsprechend den Frachtaufträgen (waybills) im Zug sortiert (geblockt) eingestellt werden.

Siehe auch

Weblinks