TEE-Farben

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Die TEE-Farben wurden bei der Einführung des Trans-Europ-Express 1954 von der Trans-Europ-Express-Kommission mit Bordeauxrot und Creme festgelegt. Diese Farben wurden von den beteiligten Eisenbahngesellschaften ihren nationalen Standards angepasst.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Beige (RAL 1001)
Weinrot (RAL 3005)

Die Deutsche Bundesbahn (DB) hatte die Verwendung der RAL-Farben von der Deutschen Reichsbahn übernommen und daher die Farben Weinrot (RAL 3005) für die Bauchspanten und Beige (RAL 1001) für die Fensterbänder ihres TEE-Rollmaterials festgelegt, das auf Grund der internationalen Absprachen zunächst auschließlich aus Triebfahrzeugen bestand.

Rheingold & Rheinpfeil

Beige (RAL 1001)
Kobaltblau (RAL 5013)

Für die lokomotivbespannten Fernschnellzüge Rheingold und Rheinpfeil wählte mal eine ähnliche Farbkombination, um den luxoriösen Charakter dieser Angebote zu unterstreichen. Dazu wurden die Schnellfahrlokomotiven der Baureiche E 10.12 und die speziell entwickelten Schnellzugwagen in der Grundfarbe Kobaltblau (RAL 5013) gehalten, kombiniert wiederum mit der bekannten Farbe Beige (RAL 1001) für die Fensterbänder.

Mit der Aufwertung der F-Züge zu lokomotivbespannten TEEs wurde dann das Rollmaterial von Rheingold und Rheinpfeil 1965 ebenfalls im Farbschema Weinrot/Beige umlackiert bzw. die neuen Schnellfahrlokomotiven der Baureihe E 03 gleich in diesem Anstrich beschafft.

Neue Farben

Elfenbein (RAL 1014)
Purpurrot (RAL 3004)

Im Dauerbetrieb erwiesen sich die Farben Weinrot und Beige als nicht farbecht, die Farbpigmente blichen aus. Daher verwendete die Deutsche Bundesbahn ab 1974 die leicht helleren – zu den ausgeblichenen Farben passenden – dafür aber lichtbeständigen Farben Purpurrot (RAL 3004) und Elfenbein (RAL 1014) für ihre TEE- und InterCity-Züge, welche zu diese Zeitr ebenfalls nur die erste Wagenklasse führten.

D- und Eilzüge

Elfenbein (RAL 1014)
Ozeanblau (RAL 5020)

Gleichzeitg fürhte die Deutsche Bundesbahn auch für ihre Schnell- und Eilzüge ein neues Farbschema ein, dass sich am TEE- bzw. Intercity-Farbschema orientierte. Auch hier wurde wieder die Farbe des Fensterbandes – Elfenbein (RAL 1014) – übernommen und dieses Mal mit der Farbe Ozeanblau (RAL 5020) kombiniert. Diese Farbkombination galt für alle Schnell- und Eilzugwagen, sowohl für Wagen erster wie auch zweiter Klasse, für gemischte Wagen aus erster und zweiter Klasse oder zweiter Klasse mit Gepäckabteil sowie auch für reine Gepäckwagen.

InterCity

Elfenbein (RAL 1014) Elfenbein (RAL 1014)
Purpurrot (RAL 3004) Ozeanblau (RAL 5020)

Als 1979 unter dem Motto "Jede Stunde, jede Klasse" Wagen der zweiten Wagenklasse für den Einsatz in den Intercity-Zügen ertüchtigt wurden, unterließ man die farbliche Angleichung, sodass es zum bekannten Bild aus Wagen in Purpurrot/Elfenbein und Ozeanblau/Elfenbein kam.

Der letzte Rheingold

Elfenbein (RAL 1014)
Purpurrot (RAL 3004)

Der letzte deutsche TEE 6/7 Rheingold bzw. sein gleichnamiger Flügelzug TEE 16/17 bekam zu seinem purpurrot/elfenbeinfarbenen Farbkleid zusätzlich einen orangefarbenen Zierstreifen zwischen Bauch- und Fensterband, vermutlich in Reinorange (RAL 2004), mit dem zu dieser Zeit die Schnellzugwagen erster Klasse gekennzeichnet wurden.??

Vergleich

TEE und IC 1. Klasse:

Beige (RAL 1001) Elfenbein (RAL 1014)
Weinrot (RAL 3005) Purpurrot (RAL 3004)

F, D, E und IC 2. Klasse:

Beige (RAL 1001) Elfenbein (RAL 1014)
Kobaltblau (RAL 5013) Ozeanblau (RAL 5020)

„Fehlfarben“

Leider kann man sich auf die Fachliteratur in diesem speziellen Kontext nicht verlassen, da selbst renommierte (Modell-)Eisenbahnmagazine die Farben häufig nicht korrekt angeben. Insbesondere hat es bei der Deutschen Bundesbahn niemals die folgenden Farbkombinationen gegeben:

  • Purpurrot/Beige, da Purpurrot erst ab 1974, Beige aber nur bis 1974 verwendet wurde
  • Ozeanblau/Beige, da Ozeanblau erst ab 1974, Beige aber nur bis 1974 verwendet wurde
  • Grün/Beige, auch wenn das Ozeanblau bei manchem Modellbahnhersteller (z. B. Fleischmann, vgl. Anmerkungen) einen deutlichen Grünstich aufwies, gab es diese Farbkombination nur bei der Deutschen Reichsbahn in der DDR

Anmerkungen

Eines der größten Probleme der Modellbauer ist es, dass die Farbpigmente nicht ebenfalls maßstabsgerecht geschrumpft werden können. Daher wirken Farben unterschiedlich, abhängig von der Größe der damit lackierten Fläche.

Während Hersteller wie Fleischmann sich stets an die originalen RAL-Farben gehalten haben, haben Hersteller wie Märklin oder Roco sich eher daran orientiert, wie die Farbe auf der wesentlich kleineren Fläche eines Modelleisenbahnwagens wirkt.

Dies hatte zur Folge, dass die Reisezugwagen von Fleischmann stets einen deutlichen Grünstich aufwiesen, während die Fabrikate von Märklin oder Roco für manchen Modelleisenbahner eher „zu blau“ erschienen.


Farb-Check-RGB.png Die in diesem Artikel angezeigten Farben sind nicht farbverbindlich und können auf verschiedenen Anzeigegeräten unterschiedlich erscheinen.

Eine Möglichkeit, die Darstellung mit rein visuellen Mitteln näherungsweise zu kalibrieren, bietet das nebenstehende Testbild (nur bei nativer Anzeigeauflösung und wenn die Seite nicht gezoomt dargestellt wird):

Das Anzeigegerät in den sRGB-Modus setzen, sofern vorhanden. Tritt auf einer oder mehreren der drei grauen Flächen ein Buchstabe („R“ für Rot, „G“ für Grün oder „B“ für Blau) stark hervor, sollte die Gammakorrektur des korrespondierenden Farbkanals korrigiert werden. sRGB entspricht einem Gammawert von 2,2, das ist der gebräuchliche Wert bei TV-Geräten und Computern mit Windows oder macOS (ab Version 10.6).

Weblinks