Krokodil-Lokomotive

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"echtes Krokodil" – Werkaufnahme der Maschinenfabrik Oerlikon einer Ce 6/8 III.

Als Krokodil-Lokomotive werden Elektrolokomotiven bezeichnet, die aus zwei längeren Vorbauten mit den Antriebsachsen und Motoren sowie einem gelenkig verbundenen Mittelteil bestehen, der meist die Führerstände und Transformatoren aufnimmt.

Inhaltsverzeichnis

Spitzname Krokodil-Lokomotive

Die Verwendung des Spitzname Krokodil-Lokomotive geht auf die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg zurück, verbreitete sich aber erst danach.

Die ersten Nachweise für diese Bezeichnung beziehen sich auf das grüne Märklin-Modell der Ce 6/8 II und Be 6/8 II und Ce 6/8 III und Be 6/8 III sowie spätere Modelle dieser symmetrischen Güterzuglokomotive der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB).

Es kann somit davon ausgegangen werden, dass der Spitzname nicht direkt vergeben, sondern von außen herangetragen wurde.

Im geschichtlichen Kontext anerkannt und belegen lässt sich die Verwendung dieses Begriffes auch im Zusammenhang mit den visuell und technisch sehr ähnlichen symmetrischen Lokomotiven der Baureihen 1080 und 1100 der Bundesbahnen Österreichs (BBÖ), den De 6/6 der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB), den Ge 6/6 I der Rhätischen Bahn (RhB) sowie den etwas bulliger wirkenden heutigen Baureihen 193 und E 194, der Deutschen Bundesbahn (DB), ursprünglich Baureihe E 93 und E 94 der Deutschen Reichsbahn (DR) und der Baureiche WCP 1 der Indian Railways (IR), ursprünglich Great Indian Peninsula Railway (GIPR) Baureihe EA/1.

Verwässerung des Spitzname Krokodil-Lokomotive ab etwa 2005

"unechtes Krokodil" – eigentlich "Bügeleisen" (fer à repasser) der CFL im Jahre 2014 im Bahnhof Luxembourg.

Ab etwa 2005 wurde im Zusammenhang mit dem Aufkommen des Internets die Zuordnung des Begriffes Krokodil-Lokomotive durch den Sprachgebrauch im Deutschsprachigen Raum immer mehr verwässert und weiteren, in der Bauart technisch wie visuell ähnlichen scheinenden Lokomotiven zugeordnet.

Diese Verwässerung lässt sich am Besten in Internetforen nachvollziehen. Diese Diskussionen halten auch heute noch an, dies vielfach in einem zum Teil voreingenommen und besserwisserischen Ton. Bei den Diskutierenden bei denen es darum geht, was denn eine Krokodil-Lokomotive sei und was nicht, handelt es sich meist um eine anonyme Gesellschaft, die keinen direkten Bezug zur entsprechenden Thematik nachweisen kann, beispielsweise als ehemaliges Werkstadtpersonal, Autoren entsprechender Fachartikel oder Fahrzeugmodellbauer, die sich zwangsläufig intensiv mit der Thematik auseinander gesetzt haben sollten.

Definition von Christian Zellweger, Herausgeber der Zeitschrift Semaphore (Sinngemäs)

Christian Zellweger, der Herausgeber der Zeitschrift Semaphore, hat in seiner Zeitschrift eine Definition des Begriffs "Krokodil-Lokomotive" vorgeschlagen. Diese Definition ist seither weitgehend anerkannt und wir auch in entsprechenden Fachpublikationen angewendet.

Krokodil (echtes Krokodil)

Als (echte) "Krokodile" werden Lokomotiven bezeichnet, die aus zwei längeren Vorbauten auf eigenen Drehgestellen mit Antriebsachsen und Motoren sowie einem gelenkig mit diesen verbundenen Mittelteil bestehen, der meist die Führerstände und Transformatoren aufnimmt.

Unechtes Krokodil

Bei "unechten Krokodile" dagegen sind die Vorbauten mit dem Mittelteil fest verbunden sind. Typischer Vertreter dieser Bauart sind beispielsweise die Baureihe CC 14000 der Französischen Staatsbahnen (SNCF), auch wenn diese im frankophonen Raum als "Bügeleisen" (fer à repasser) bezeichnet werden.

Kleines Krokodil

"Kleine Krokodile" sind wie unechte Krokodile, nur sind diese wesentlich kürzer. Typische Vertreter sind die vielen, meist zweiachsigen Lokomotiven mit zentralem Führerhaus und kleinen Vorbauten wie Beispielsweise die Ge 2/2 161 und 162 der Rhätischen Bahn, ursprünglich Ge 2/2 61 und 61 der Berninabahn (BB).

Dieser Begriff von Christian Zellweger konnte sich nach dessen Definition nicht allgemein durchsetzen und wird seither nur vereinzelt verwendet.

Weblinks