Stirnradgetriebe

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Komplettes Untergestell einer älteren Märklin Spur H0 BR 81 mit Rundmotor (Flachmotor) und Stirnradgetriebe.

Stirnradgetriebe sind meist mit flache Zahnräder auf einer oder mehreren Ebene aufgebaut, die mehrfach mit Zahnrädern unterschiedlicher Größe ineinandergreifen. Stirnradgetriebe finden sich in grosser Anzahl in älteren Lokomotiven der Nenngröße H0. Beispielsweise bei Märklin, Fleischmann, HAG, Hornby aber auch Lima oder Jouef.

Bei vielen alten Modelleisenbahn Triebfahrzeugen gehören Stirnradgetriebe zum Standard. Bei hochwertigen Triebfahrzeugen der Nenngröße 0, Nenngröße 1, und Nenngröße 2 gehören hochwertige Motoren und hochwertige Stirnradgetriebe auch heute noch zum Standard. Es gibt Lokomotiven die haben derart guten Laufeigenschaften, dass diese mit einer größeren Anhängelast, die reibungsarme und einwandfrei gewartete Achslagern haben, auf Talfahrt durchbrennen können.

Der Vorteil der Stirnradgetriebe gegenüber den Schneckenradgetrieben ist aber der gute Wirkungsgrad. Ein weiterer Vorteil gegenüber den Schneckenradgetrieben ist, dass die Stirnradgetriebe nicht selbsthemmend sind. Modelleisenbahn Lokomotiven haben so auch ohne Schwungrad einen guten Auslauf. Stirnradgetriebe im Verbund mit Rundmotoren gelten als robust. Sie verzeihen bis zu einem gewissen Grade eine schlechte Wartung und eine grössere Fertigungstoleranz.

Mehrstufige Stirnradgetriebe sollen gegenüber einem Schneckenradgetriebe vergleichsweise viele Bauteile haben und sollen deswegen nicht gerade kostengünstig sein. Dies wäre ein Nachteil gegenüber den Schneckenradgetrieben wenn dies denn belegt wäre. Das mag sein beim direkten Vergleich von Metall-Stirnradgetrieben zu Kunststoff-Schneckenradgetrieben aber bei Stirnradgetrieben aus Kunststoff ist dieser Sachverhalt zu hinterfragen, setzten doch gerade Lima jahrzehntelang in seinen kostengünstigen Lokomotiven in der Spuren H0, 00 und 0, ja gar in der Spur N auf Stirnradgetriebe in Kunststoffbauweise.

Eine Möglichkeit die Lebensdauer von Triebfahrzeugen mit Stirnradgetrieben, die meist mit Rundmotoren verbaut werden, signifikant zu erhöhen und auch die Reibung zu minimieren, besteht zum Beispiel im Einbau von Kugellagern bei den Märklin Rundmotoren. Die Schweizerische Firma HAG in Mörschwil und deren Nachfolger in Stansstad setzen schon länger und auch heute noch standardmässig auf nicht gerade kostengünstige Rundmotoren mit Kugellager.

Eine Alternative zu den Stirnradgetrieben sind Winkelradgetriebe in Kombination mit Stirnradgetrieben. Auch diese Getriebe wie sie Jouef jahrzehntelang in seinen kostengünstigen Lokomotiven in der Spuren H0 einsetzte sind nicht selbsthemmend, haben auch ohne Schwungrad einen guten Auslauf und gelten als robust. Sie ermöglichen zudem den Einsatz von kleinen handelsüblichen Permanent-Magnet-Gleichstrommotoren wie diese Pittman bereits in den 1930er Jahren auf den Markt gebracht hatte.

Bilder von Stirnradgetrieben

Siehe auch

Weblinks