Bautzener Schnellzugwagen

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Als Bautzener Schnellzugwagen werden die als UIC-Z-Wagen typisierten Schnellzugwagen der Deutschen Reichsbahn (DDR) bezeichnet, die ab 1983 vom VEB Waggonbau Bautzen gebaut wurden.

Inhaltsverzeichnis

Vorbild

Nicht nur das Reichsausbesserungswerk Halberstadt der Deutschen Reichsbahn (DDR), sondern auch VEB Waggonbau Bautzen baute Wagen nach UIC-Z-Normen. Die meisten Produkte gingen allerdings in andere Ostblock-Staaten wie Polen, Ungarn oder die Tschechoslowakei, aber auch nach Griechenland.

Von den Halberstädter Schnellzugwagen unterscheiden sich die Fahrzeuge aus Bautzen am deutlichsten durch die abweichenden Übergangstüren mit kleineren Fenstern und durch Details an dem Einstiegen.

Liegewagen

Die erste Serie für die Deutsche Reichsbahn (DDR) aus Bautzen waren ab 1983 die 113 Liegewagen der Bauart Bcme (später Bcom242), die weitgehend den Halberstädter Wagen glichen. Diese Wagen waren mit den GP-200-Drehgestellen ausgerüstet und boten in zehn Abteilen jeweils sechs Liegeplätze, ein weiteres Abteil diente dem Wagenbegleitpersonal. Die Fensterscheiben waren bei dieser Serie goldbedampft worden. In die Tschechoslowakei wurden sogar 307 Liegewagen geliefert.

Speisewagen

Im Jahre 1984 lieferte Bautzen 26 Speisewagen der Bauart WRme (später WRmz(130)) an die Speisewagengesellschaft Mitropa ab, die nach 1990 von der Deutschen Reichsbahn (DDR) übernommen wurden. Die Wagen hatten neben der Küche einen Speiseraum mit 42 Sitzplätzen. Die sonstige Ausstattung entsprach der der anderen Wagenserie, der Anstrich war im Mitropa-typischen weinrot gehalten, allerdings ohne Zierleisten.

Der Einsatz erfolgte bevorzugt in Zügen des Transitverkehrs Berlin–Westdeutschland. Nach der Deutschen Einheit setzte die Deutsche Reichsbahn (DDR) diese Wagen vor allem in den Intercity-Zügen von Westerland über Berlin und Prag nach Wien, sowie von Dresden über Frankfurt am Mainnach Saarbrücken ein, letztere teilweise inmitten französischer Corail-Wagengarnituren. Fünf der Wagen ließ die Deutsche Reichsbahn (DDR) in Gotha modernisieren und mit dem üblichen IC-Anstrich orientrot-weiß, später verkehrsrot-weiß versehen.

Die nicht im IC-Design umgespritzten Wagen wurden in den 1990er Jahren mit dem Mitropa-typischen gelben Zierstreifen unterhalb der Fenster versehen. Anfang des neuen Jahrtausends wurden alle Wagen ausgemustert. Wagen der gleichen oder ähnlichen Bauart hatte Bautzen auch nach Polen und in die Tschechoslowakei (115 Wagen) geliefert. Diese Wagen fahren, zum Teil umgebaut, noch heute in Eurocity-Zügen von Dänemark über Hamburg, Berlin und Prag nach Wien.

Komfortwagen

Eine kleine Serie neuer klimatiserter Großraumwagen, angelehnt an entsprechende Wagenentwicklungen der DB (Bpmz291 ff.) und der SBB (Bpmz), lieferte Bautzen 1985 unter dem Namen Komfortwagen an die Deutsche Reichsbahn (DDR). Sie entsprachen der UIC-Spezifikation 567-2.

Sieben Wagen der Bauart Bmy mit je 80 Sitzplätzen wurden mit Stühlen der zweiten Klasse ausgestattet (davon 32 Raucherplätze), drei Wagen der Bauart Amy erhielten die Inneneinrichtung der ersten Klasse mit 60 Plätzen (24 für Raucher), ansonsten wurde der gleiche Wagenkasten verwendet. Wagenbaulich entsprachen sie dem üblichen Schema der Fahrzeuge aus Halberstadt und Bautzen. Sie waren aber mit einer Unterflur-Einkanal-Anlage vollklimatisiert und hatten als weitere Neuerung Schwenkschiebetüren erhalten, wie sie später bei allen Bautzener Exportwagen eingebaut wurden.

Zwischen den Türen gab es neben den WC-Fenstern zehn jeweils 1400 mm breite goldbedampfte feststehende Scheiben (Theraflex-Thermo), vier Fenster davon waren als Notausstieg klappbar ausgeführt. Die Wandinnenverkleidung bestand aus dem synthetischen Rauleder „Tuval“. Die Fußböden in beiden Wagenklassen waren mit Teppichen ausgelegt, alle Farben wurden aufeinander abgestimmt.

Der Anstrich war in weinrot für das Fensterband und weißgrau für das Dach sowie den Bauchspantenbereich einschließlich des Längsträgers gehalten. Mit den Drehgestellen der Bauart GP 200 S-Mg mit Scheiben- und Magnetschienenbremse (UIC-Merkblatt 515) konnten die Wagen bis zu 200 km/h schnell verkehren.

Der erste Einsatz erfolgte Anfang 1986 in eigens zur Erprobung dieser Wagen für fünf Monate eingeführten Städteexpresszügen Berlin–Rostock, später im Interexpress 78/79 Progress Berlin–Dresden–Prag. Als Ersatz für Schadwagen und als Wagen mit abschließbaren Dienstabteil wurden zwei Am-Wagen und drei Bm-Wagen im gleichen Anstrichschema ausgeführt und diesen beigestellt. Als Speisewagen, der beide Wagenklassenblöcke trennte, wurde ein normaler WRm eingestellt.

Da in der DDR der Bedarf fehlte und der Exporterfolg ausblieb, wurden diese Wagen nach 1990 abgestellt. Ein möglicher Einsatz im IC-Verkehr unterblieb. 1993 wurden acht der zehn Wagen in Lounge- und Service-Wagen für das City Night Line-Netz umgebaut. Die im Originalzustand verbliebenen zwei Bmy-Wagen fielen 2000 einem Brand zum Opfer.

Die Intercity-Triebwagenzüge für Griechenland (heutige Baureihe 520 der OSE), die in Kooperation mit AEG 1989 und 1995 geliefert wurden, sind von den Komfortwagen abgeleitet worden.

Großraumwagen

Ab 1990 sollte Bautzen 500 Großraumwagen der Bauart Bmp(z) an die Deutsche Reichsbahn (DDR) liefern. Diese hätten mit zur Wagenmitte verrückten Schwenkschiebetüren und elf fiktiven Abteilen wagenbaulich sehr dem Schweizer Einheitswagen IV oder den italienischen MDVE-Wagen entsprochen. Allerdings war bei den Bautzener Wagen keine Klimaanlage vorgesehen.

Die Wagen sollten in den Binnen-D-Zügen der Deutschen Reichsbahn (DDR) die dort eingesetzten Bmh-Wagen freisetzen, welche widerum die in Eilzügen verwendeten Modernisierungswagen verdrängen sollten. Durch veränderte Rahmenbedingungen und auf Bitten der Deutschen Bundesbahn wurde dieses Projekt jedoch 1990 verworfen.

Statt der Großraumwagen zweiter Klasse wurden beim Waggonbau Bautzen 40 Abteilwagen erster Klasse der Bauart Amz210 bestellt.

Interregio-Wagen

Nach der Deutschen Einheit Bestand großer Bedarf an Interregio-Wagen. 1991 lieferte Bautzen 40 Abteilwagen erster Klasse der Bauart Amz210 in Interregio-Lackierung, die weitgehend der Halberstädter Bauart Am(e) entsprachen, allerdings Schwenkschiebetüren besaßen.

Ihr Einsatz beschränkte sich überwiegend auf den Interregio-Verkehr der Deutschen Reichsbahn (DDR), als Verstärkerwagen gelangten diese Fahrzeuge aber auch in Intercity-Züge.

1996 wurden fünf Wagen zu ABomz229.1 umgebaut, ab 1997 weitere Wagen in Bomz210.2 deklassiert. 2002 wurden die Wagen abgestellt und teilweise an die Regentalbahn für den Einsatz im ALEX verkauft.

Wageneinsatz bei nichtbundeseigenen Eisenbahnen

Seit dem Jahr 2002 wurden UIC-Z-Abteilwagen der Bauarten ABomz512 und Bomz520 im Flensburg-Express und ab 2005 bei der Nord-Ostsee-Bahn eingesetzt, teilweise auch im Fernverkehr als Teil des Hamburg-Köln-Express.

UIC-Z-Wagen kamen zudem im Jahr 2003 beim InterConnex zwischen Rostock und dem Rheinland zum Einsatz.

Auch die Regentalbahn übernahm mehr als 20 Amz210 von der Deutschen Bahn AG, die sie im ALEX einsetzt. Diese werden unter den Gattungen ABvmz (erste und zweite Klasse) und Bomz (zweite Klasse) eingesetzt. Ebenfalls unter der Bezeichnung Bomz werden beim ALEX Wagen der Gattung Bomz236 eingesetzt.

Spur H0

Gattung Betriebsnr. Farbe Hersteller Artikel-Nr. Bauzeit Strom/Dec. Bemerkungen Bild
ABvmz 56 80 39-90 501-9 hellblau/weiß/gelb Tillig 74746 GS alex
BRmh 56 80 85-92 150-6 hellblau/weiß/gelb Tillig 74749 GS alex treff
Bp 51 97 2064 098-0 beige/orange DOMmodels / Sachsenmodelle 121 GS Modell der syrischen CFS, limitierte Auflage

Siehe auch

Weblinks

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