Nenngröße N

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Ausschnitt aus einem Diorama in der Spur N im Januar 2011. Modell einer Dampflokomotive der Baureihe 64 von Minitrix und eines Umbau-Wagens B3yg der DB von Roco.

Bei der Modelleisenbahn ist die Nenngröße N bzw. Spur N die Baugröße, die im Maßstab 1:160 zum Vorbild steht. Die Spurweite beträgt bei der Spur N (Normalspur) 9 mm.

Damit ist die Spurweite nochmals kleiner als bei der Spur TT, der Platzbedarf der Anlagen ist ebenfalls geringer. So ist zum Beispiel in Japan die Spur N marktdominant. Jedoch nimmt auch die Komplexität der Fahrzeuge mit der abnehmenden Größe zu. Beispiel: Lokomotiven der Spur N sind nicht merklich preiswerter als die der Spur H0. Das Kürzel "N" stammt übrigens von der Zahl "Neun", bzw. "nine".

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Um 1912 wurden von der Firma Bing die ersten Modelle mit 9 mm Spurweite und 1920 von der Firma H. B. Whall die ersten Modelle im Maßstab 1:152,3 herausgebracht. 1960 wurde dann von Arnold ein komplettes System in 1:200 (bei 9 mm Spurweite) eingeführt, welches schon 1962 in 1:160 geändert wurde. 1964 wurde dann der Maßstab unter dem Kürzel "N" genormt, seit Mitte der 1990er stagniert aber der Markt in dieser Spurweite. Eine kurze Aufzählung über die Anfänge und Meilensteine in der Entwicklung der Spur N, wobei sie keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt:

  • 1912 Die Gebrüder Bing bringen die ersten Modelle mit 9 mm Spurweite heraus.
  • 1920 Die ersten Modelle im Maßstab 1:152,3 von H.B. Whall kommen auf den Markt.
  • 1927 Der Engländer A.R. Wackley stellt eine elektrisch betriebene Modelleisenbahn im Maßstab 1:152,3 mit einer Spurweite von 8,5 mm vor. Der Durchbruch blieb aus, es entwickelte sich später die Baugröße 2 mm Scale (M 1:152) daraus.
  • 1948 Auf der Messe in Hannover wird eine elektrische Modelleisenbahn mit 8 mm Spurweite vorgestellt. Die sogenannte Kersting-Bahn geht allerdings nie in die Serienproduktion.
  • 1959 Die Firma Trix stellt Schiebemodelle im Maßstab 1:180 her, allerdings ohne passendem Gleissystem. Aufgrund der im Verhältnis zu H0 kleinen Größe wird sie Minitrix genannt.
  • 1960 Arnold stellt unter dem Namen Arnold Rapido 200 auf der Nürnberger Spielwarenmesse eine elektrisch betriebene Modelleisenbahn mit einer Spurweite von 9 mm im Maßstab 1:200 vor. Sie wurde als Fertiganlage mit fertiger Landschaft, Häusern sowie zwei fernbedienbaren Weichen und einer V 200 mit drei D-Zugwagen angeboten.
  • 1961 Arnold erweitert sein Programm um Fahrzeuge und getrennt erhältlichen Gleismaterial. Die langen D-Zugwagen gibt es im verkürztem Maßstab 1:256.
  • 1962 Arnold ändert den Maßstab auf 1:160 und bietet neue, verbesserte Modelle an.
  • 1963 Die Klauenkupplung wird eingeführt. Sie wird später als NEM 356 für alle europäischen Modelle in Spurweite N genormt.
  • 1964 Der Maßstab 1:160 wird unter dem Kürzel "N" international genormt. Das Kürzel "N" steht für das Wort Neun, das in vielen Sprachen mit einem N beginnt. Als Spurweite werden 9 mm festgelegt, die Fahrspannung auf 12 V in Verbindung mit dem 2-Leiter Gleichstrom-System fixiert. Außerdem wurde die Klauenkupplung als Standard für Spur N definiert (Trix steckt mit seiner H0-ähnlichen Kupplung zurück). Trix stellt unter dem Namen Minitrix-Electric eine T3 im Maßstab 1:160 vor. Das ostdeutsche VEB Piko Spielwaren beginnt ebenfalls mit der Produktion von Spur N Modellen, allerdings hauptsächlich nach Ostdeutschen Vorbildern.
  • 1966 Lima beginnt mit der Produktion von N-Fahrzeugen.
  • 1967 Der erste längenmaßstäblich richtige D-Zugwagen wird von Arnold hergestellt. Er hat eine Länge von 165 mm.
  • 1969 Fleischmann steigt in den N-Markt ein und bringt ein eigenes Gleissystem mit angespritztem Schotterbett. Die Firma Röwa, die zuvor für Trix N-Modelle fertigte, bringt eigene Modelle heraus. Rivarossi beginnt ebenfalls mit der Produktion von N-Modellen.
  • 1972 Röwa stellt die Produktion von N-Modellen ein.
  • 1973 Ibertren aus Spanien steigt mit einem nicht kompatiblen Dreileiter-Schienen-System (N3 genannt - ähnlich dem Märklin-Mittelleitergleis) in den spanischen Markt ein.
  • 1975 Roco steigt mit den (teilweise überarbeiteten) Formen von Röwa in den N-Markt ein
  • 1981 Die österreichische Firma Hobbytrain läßt N-Modelle bei der japanischen Firma KATO fertigen.
  • 1982 Ibertren fertigt ab sofort auch N-Modelle für das "normale" Zwei-Schienen-System.
  • 1985 [[Ibertren] stellt die Produktion des Dreileiter-Schienen-System (N3) ein.
  • 1987 Die Fleischmann-Profi-Kupplung in Spur N wird vorgestellt. Das Zeitalter von Klipskupplungen und Kupplungskinematiken beginnt, und damit gibt es nach langer Zeit auch in Spur N wieder die Problematik der Inkompatibilität zwischen den verschiedenen Fabrikaten und Kupplungssystemen. Lima stellt die N-Produktion ein.
  • 1988 Hobbytrain übernimmt die Lima N-Modelle und vermarktet sie unter dem Namen Minibahn.
  • 1989 Piko stellt die N-Produktion von rollendem Material ein.
  • 1990/91 Die Zusammenarbeit zwischen Hobbytrain, KATO und Lima wird beendet. Die Lima N-Modelle werden unter den Namen Minitrain vertrieben.
  • 1992 Der spanische Hersteller Ibertren stellt seine Produktion nach einem Brand in der Produktionshalle ein.
  • 1993 Hobbytrain übernimmt die Lima N-Modelle und vermarktet sie unter dem Namen Minibahn. Piko stellt Gebäudemodellen her - auch in Spur N.
  • 1994 Brawa kündigt mit der DR 118 (DB 219 / 229) das erste Spur N Modell an.
  • 1995 Arnold geht in Konkurs.
  • 1996 Trix geht in Konkurs.
  • 1997 Die Firma Arnold wird von der Rivarossi-Gruppe übernommen. Der Markennahme sowie die Produktionsstätte in Mühlhausen (D) bleiben bestehen. Außerdem werden teilweise alte Rivarossi-Modelle in das Programm aufgenommen.
  • 1998 Die Firma Trix wird von Märklin übernommen.
  • 1999 Sachsenmodelle kündigt die Wiederauflage von Hobbytrainmodellen an, geht jedoch in Konkurs, bevor die Modelle aufgelegt werden.
  • 2000 Bemo stellt den RegioShuttle in Spur N her - weitere Spur N Modelle bleiben jedoch aus.
  • 2001 Tillig übernimmt die Firma Sachsenmodelle, die Rechte an den Hobbytrainmodellen werden nicht mitübernommen. Rivarossi schließt die Arnold-Produktionsstätte Mühlhausen - die Produktion soll in das italienische Werk in Como verlagert werden.
  • 2002 Die Umstrukturierung und Produktionsverlagerung bei Arnold/Rivarossi ist bis dato immer noch nicht abgeschlossen. Ab der zweiten Jahreshälfte sind wieder einige (lagernde) Modelle ab Werk verfügbar. Die Firma Lemke hat die Rechte an dem ehemaligen Hobbytrain-Programm und legt sie unter dem Namen Kato Hobbytrain wieder auf.
  • 2004 Die spanische Firma Electrotren wird von Hornby (England) aufgekauft. Lima (inkl. aller Submarken, u.a. auch Arnold) geht offiziell in Liquidazione - ein Käufer wird gesucht und im Dezember durch die Firma Hornby gefunden. Mit L.S.Models und Dingler (exclusiv für Post-Collection) gibt es zwei neue N-Hersteller. Von Hobbytrain/Lemke kommen erstmals wieder echte Formneuheiten.
  • 2005 Die Firma Roco geht im Juli 2005 Konkurs. Eine sofort gegründete Auffanggesellschaft unter dem Namen Modelleisenbahn GmbH führt die Geschäfte weiter und übernimmt im Herbst die gesamte Konkursmasse und kann damit den Namen und die Produkte von Roco weiter führen.
  • 2006 Märklin (Trix gehört zu Märklin) wird im Mai vom britischen Investor Kingsbridge Capital übernommen.

Quelle: 1zu160.net

Spurweiten in N

Für die Nenngröße N sind im Maßstab 1:160 in der Norm 010 der Normen Europäischer Modellbahnen die folgenden Modell-Spurweiten festgelegt:

Spur Bezeichnung Modell-Spurweite Vorbild-Spurweite Verwendung bei Vorbild-Spurweiten
N Normalspur 9 mm 1435 mm von 1250 mm bis 1700 mm
Nm Meterspur 6,5 mm 1000 mm von 850 mm bis < 1250 mm
Ne Schmalspur 4,5 mm 750 mm, 760 mm und 800 mm von 650 mm bis < 850 mm

Siehe auch

Weblinks

Hinweis

Der Hauptteil dieses Artikels wurde von 1zu160.net zur Verfügung gestellt. Dieser Artikel basiert weiters auf dem Artikel Spur N aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.